Fünf Kinder, ein Haus, eine Baustelle: Warum man Immobilienprojekte den Profis überlassen sollte.

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Marcus B. baut derzeit sein Haus im Bezirk Mödling in Niederösterreich um. Wir begleiten die siebenköpfige Familie von der Planung bis zum letzten Finish.
Teil 1 der Serie: Warum man als Laie besser die Finger von der Leitung großer Immobilienprojekte lassen sollte – selbst wenn es das eigene Haus ist.

Viele Kinder in einem großen Haus: Ein echtes Familienleben war für Marcus B. und seine Frau bereits früh ausgemachte Sache. Darum verkaufte der Geschäftsführer einer Immobilienfirma wohlwissentlich im Jahr 2006 seine Wohnung und erwarb ein schmuckes Haus aus den 1970er-Jahren, groß, in guter Lage in Mödling. Nur: Für eine echte Großfamilie war noch nicht genügend Platz, es musste ausgebaut werden. Also nahm der studierte Betriebswirt den Plan in die Hand und startete ins Abenteuer Hausaufstockung und Renovierung.

11 Jahre später, Juli 2017:

Vier Mädchen und ein Bub wuseln mittlerweile im Domizil der Familie B. umher. Der Wunsch nach einer Großfamilie ist wahr geworden, das größere Haus aber existiert nach wie vor nur auf dem Bauplan. Schuld daran ist eine Verkettung von unglücklichen Umständen, die der Neo-Bauherr so beschreibt: „Eine Renovierung ist im Vergleich zum Neubau ein schwieriger Prozess. Man setzt sich ein Budget, kommt aber schnell drauf, dass nicht alles so geht, wie man es sich vorgestellt hat.“

Vom Selfmade-Vorhaben zur Profi-Baustelle.

Mittlerweile hat Marcus B. das Projekt einem Profi übergeben. Während sich der Projektmanager um die Abwicklung aller Arbeiten auf der Baustelle kümmert, hat der Familienvater und Geschäftsführer den Kopf frei für die wesentlichen Dinge. Warum er diesen Schritt schon viel früher hätte setzen sollen, schildert er anhand der folgenden Erlebnisse.

Viele Hürden für Bau-Laien.

„Ich habe mich dem Projekt als absoluter Laie gewidmet und da sind schon bald die ersten Probleme aufgetaucht. Es mussten die Fundamente geprüft, die Statik errechnet und Bodengutachten eingeholt werden“, sagt Marcus B. Und als er bei der Materialauswahl angelangt war, kam die nächste Hürde: „Welche Bauart wählt man? Welche kann und will man sich leisten? Was ist technisch möglich? Da geht es beispielsweise um Unterschiede zwischen Holzmassiv- und Holzleichtbau, die einem Anfänger gar nicht bewusst sind.“

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Welche Baufirma ist die richtige?

Doch nicht nur die Materialien machten ihm zu schaffen. Besonders die Baufirmen bereiteten ihm schlaflose Nächte. „Ich habe unzählige Angebote eingeholt. Manche kamen erst gar nicht zur Baustelle und von vielen kam gar kein Angebot.“ Gut 15 Firmen kontaktierte er, eine Handvoll meldete sich. „Ich hatte keine Ahnung, dass schon das Einholen von Offerten so schwierig sein kann. Hier sollte man eigentlich schon vorab wissen, welche Firmen überhaupt für welche Bauweisen und Projekte infrage kommen.“

Die Odyssee zog sich hin. „Eigentlich wollte ich in Holzmassivbauweise bauen, doch damit hatten nicht alle Zimmereibetriebe Erfahrung. Ich musste wieder neue Angebote einholen.“ Nach einem Jahr war ein Betrieb gefunden und der Baubeginn wurde für das Frühjahr 2017 angesetzt. Dann der nächste Rückschlag: Die Statik passte nicht mehr, weil die Massivbauweise zu schwer gewesen wäre. Dem Tischlereibetrieb war das zu komplex, und der vereinbarte Termin wurde storniert. Marcus B.: „Die Frustration war zu diesem Zeitpunkt enorm. Ich hatte bereits viel Zeit in die Planung und Organisation gesteckt. Ich hatte die Lage der Zimmer geplant, die Leitungen eingezeichnet, die Pläne erstellt, und alles mit der Familie besprochen. Damals dachte ich mir, dass ich es ganz sein lasse.“

Der Zufall, das große Glück

Wie so oft im Leben spielte der Zufall die entscheidende Rolle, sodass sich schließlich doch noch alles zum Guten wandte. Ein alter Bekannter kontaktierte Marcus B., rein zufällig, doch im Gespräch kam man drauf: Er betreibt eine Firma, die sich um die Abwicklung von Bauprojekten kümmert. „Dann ging plötzlich alles sehr schnell. Nur die Statik mussten wir neu berechnen, sonst ging alles problemlos über die Bühne“, erzählt Marcus B. Im August 2017 wurde bereits mit dem Abbruch des Obergeschoßes begonnen. Der Rohbau steht mit Oktober 2017.
Das bisherige Fazit des Bauherrn: „Die ursprüngliche Idee, alle Gewerke selbst zu vergeben und das Bauprojekt zu managen, hat sich als nahezu unmöglich erwiesen. Am Ende war die Vergabe an einen professionellen Projektleiter das Beste, das ich machen konnte. Hätte ich es schon vorher so gehandhabt, hätte ich mir viel Geld und Zeit erspart. Was man hier glaubt zu sparen, investiert man nämlich an eigener Zeit und später wiederum an Geld.“ Idealerweise, so Marcus B., holt man sich zuvor schon Rat von einem Experten. Geld und Geduld sollte man ohnehin mitbringen – sowie einen realistischen Vorbereitungszeitraum.

In der nächsten Story lesen Sie von den Herausforderungen, die der Rohbau für die Familie bereithält.