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Wie wird das Erbe abgewickelt, wenn die Familie innerhalb der Europäischen Union zerstreut ist oder wenn ermögensgegenstände in anderen EU-Staaten existieren?

Nach der EU-Erbrechtsverordnung unterliegt die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem sich der/die Verstorbene im Todeszeitpunkt gewöhnlich aufgehalten hat.
Durch die EU-Erbrechtsverordnung steht dem/der Verstorbenen eine eingeschränkte Rechtswahl zu. Er/sie kann demnach für seinen/ihren Nachlass das Recht des Staates wählen, dem er/sie zum Zeitpunkt des Todes bzw. im Zeitpunkt der Rechtswahl angehörte.

Beispiel: Ein österreichischer Staatsbürger hat seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Italien. Es würde demzufolge italienisches Erbrecht zur Anwendung kommen. Er kann aber auch festlegen, dass aufgrund seiner Staatsbürgerschaft österreichisches Erbrecht angewendet wird.

Erbfälle mit Auslandsbezug können beispielsweise betreffen:

  • eine Person, die im Ausland gelebt hat,
  • eine Person, die eine andere Staatsbürgerschaft besessen hat,
  • oder eine Person, die Auslandsvermögen hinterlassen hat.

Sinn der Verordnung: Der komplexe Fall, dass mehrere Erbrechte verschiedener Länder zur Anwendung kommen könnten (sogenannte Nachlassspaltung), soll ausgeschlossen werden. Details dazu finden Sie in unserem PDF zur Erbrechtsverordnung.

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