Regelmäßige Analysen
 

In einer zunehmend vernetzten und dynamischen Weltwirtschaft sind fundierte Analysen und verlässliche Einschätzungen unverzichtbar, um Chancen zu erkennen und Risiken rechtzeitig zu bewerten. Mit unserem regelmäßig erscheinenden Finanzmarkt-Kompass bieten die Analyst:innen des Investment Institutes der UniCredit Group Ihnen aktuelle Einblicke in bedeutende Entwicklungen an den globalen Finanzmärkten sowie in wirtschaftliche Trendbewegungen.

Die Donroe-Doktrin

Wenn 2025 das Jahr war, in dem US‑Präsident Donald Trump die Regeln des Welthandels im Sinne eines neo‑merkantilistischen Ansatzes neu gezogen hat, dürfte 2026 das Jahr werden, in dem er den Begriff nationaler Souveränität selbst neu definiert. In der Praxis sind beide Entwicklungen eng miteinander verknüpft: Sie folgen einer einheitlichen Strategie, in der Handelsdruck, politische Einschüchterung und territoriale Kontrolle als sich wechselseitig verstärkende Säulen des amerikanischen Führungsanspruchs fungieren.

Die US‑Militäroperation in Venezuela und die territorialen Ansprüche auf Grönland waren in ihrer Art und Weise – mit der Entführung eines ausländischen Präsidenten und verdeckten Drohungen gegenüber einem NATO‑Verbündeten – unberechenbar, jedoch nicht völlig überraschend. In der im Dezember veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) 2025 präsentierte die US‑Regierung die sogenannten „Trump‑Korollare“ zur Monroe‑Doktrin – ein Konzept, das der Präsident inzwischen selbst als „Donroe‑Doktrin“ bezeichnet. Diese Strategie stellt die wirtschaftliche und militärische Reorientierung in den Vordergrund, um den amerikanischen Dominanzanspruch in der weit gefassten westlichen Hemisphäre durchzusetzen. Ziel dieser Doktrin ist es, den Einfluss Chinas und Russlands in dieser rohstoffreichen Region zurückzudrängen und gleichzeitig die amerikanische Führungsrolle durch militärischen Druck, wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen und selektive Allianzen zu stärken. Die NSS formuliert den ökonomischen Stellenwert der Region für das Weiße Haus ungewöhnlich deutlich: „Wir wollen eine Hemisphäre, die frei bleibt von feindlichen Eingriffen oder dem Erwerb strategischer Vermögenswerte durch ausländische Akteure – und die kritische Lieferketten unterstützt.“ Im Kern geht es darum, amerikanischen Unternehmen exklusiven Zugang zu zentralen Rohstoffen zu sichern – eine Logik, die die neo‑merkantilistische Ausrichtung erklärt.

Darüber hinaus trägt die neue Monroe‑Doktrin zur weiteren Fragmentierung der internationalen Ordnung in konkurrierende Machtblöcke bei. Der erneute Fokus der USA auf die westliche Hemisphäre dürfte China dazu veranlassen, seine Aufmerksamkeit stärker auf den eigenen strategischen Hinterhof, den indo‑pazifischen Raum, zu lenken. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Taiwan unmittelbar bedroht wäre – nicht zuletzt wegen der erheblichen wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung der dortigen Halbleiterindustrie für die USA. Gleichzeitig wird die Rivalität zwischen den USA und China inzwischen in so vielen Dimensionen ausgetragen, dass Washington Peking im indo‑pazifischen Raum wohl kaum größere Spielräume einräumen wird.

Was bedeuten diese Verschiebungen für die Märkte? Der Trend zur Abkehr vom US-Dollar dürfte weiter voranschreiten. An den Börsen könnten jene US‑Unternehmen profitieren, die in Sektoren tätig sind, die im neo‑merkantilistischen Programm des Weißen Hauses Priorität genießen. Die US‑Zinskurve könnte sich wieder versteilen. Und Gold dürfte als zentrale Absicherung in Zeiten geopolitischer Unsicherheit weiterhin gefragt sein.

 

The Compass Checkpoint (PDF)

Quelle: Group Investment Strategy - The Compass, Jänner 2026

Glossar

Glossar:
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Stand: 28.01.2026

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