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Auf und Ab bzw. Ab und Auf - Wie wird 2020?

Die zweite Hälfte des Jahres 2019 zeigte ein starkes Auf und Ab bzw. besser ein Ab und Auf an den Finanzmärkten. Endete der Sommer mit großem Pessimismus und gingen an den Weltaktienmärkten die Gewinne des ersten Halbjahres großteils wieder verloren, so scheint das Ende des Jahres wieder mit Optimismus zu glänzen und die Verluste des Sommers konnten wettgemacht werden. Die globalen Aktienmärkte erreichten, getrieben vom US-Aktienmarkt, historische Höchststände und selbst der Euro-Stoxx erzielte die höchste Bewertung seit der Finanzmarktkrise, gezogen vor allem von den deutschen Aktien, die sich ebenfalls in Richtung ihrer Höchststände von Anfang 2018 bewegen. Ähnlich das Bild an den Anleihemärkten, die Mitte August ihre Tiefststände – gemessen an der Rendite langfristiger Staatsanleihen – zumindest im Euroraum hatten, als kaum noch Anleihen mit positiven Renditen zu finden waren. Die deutsche 10-jährige Anleihe hatte Anfang September mit einer Rendite von -0,7 Prozent im wahrsten Sinne des Wortes ihr historisches Tief erreicht. Aber wie bei den Aktien ist dieser enorme Pessimismus auch auf den Anleihemärkten von mehr Optimismus abgelöst worden, der schlussendlich die Rendite um fast 40 Basispunkte steigen ließ, allerdings bleibt sie weiterhin deutlich negativ mit -0,3 Prozent. Damit erlebten wir an den Finanzmärkten 2019 das Gegenteil von 2018, das sehr optimistisch begann, um dann sehr pessimistisch zu enden.

War der Pessimismus von Ende 2018 gerechtfertigt? Und ist es der Optimismus jetzt? Nun, die Antwort auf die erste Frage können wir jedenfalls geben: Ja. 2019 brachte wirtschaftlich eine deutliche Abkühlung, vor allem in Europa und hier speziell in Deutschland. Das Wachstum der Eurozone halbierte sich von 1,4 Prozent Ende 2018 auf 0,8 Prozent im dritten Quartal 2019, der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum sank von noch über 53 Punkten im Oktober 2018 auf zuletzt nur mehr knapp über 50 Punkte, vor allem der Stimmungseinbruch bei der Industrie war enorm - von 52 Punkten im Oktober 2018 auf heute 45,9 Punkte. Ein Wert, der deutlich im Schrumpfungsbereich von unter 50 Punkten liegt. Gleichzeitig haben sich die Konfliktfelder Handelsstreit zwischen den USA und China sowie Brexit 2019 verstärkt.

Wie sieht es nun mit der Antwort auf die zweite Frage aus? Haben die Finanzmärkte mit ihrem Optimismus für 2020 Recht? Natürlich ist dies schwieriger zu beantworten, geht es ja um die Zukunft. Was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft sehen wir jedenfalls derzeit noch keine Anzeichen einer deutlichen Verbesserung. Allerdings sehen wir auch keine weitere Verschlechterung. Zudem hat die Politik reagiert, zumindest die Geldpolitik, was immerhin in den USA und China Unterstützung bringen sollte. Was sich allerdings vorläufig verbessert hat, sind die Verunsicherungen durch die Politik, jedenfalls scheint es beim Handelskonflikt zwischen China und den USA positive Entwicklungen zu geben. Und auch beim Thema Brexit ist das Risiko eines harten Brexits vorerst gebannt. Aber wir sind bei beiden Themen vorläufig weit von einer Entwarnung entfernt.

Wir bleiben daher weiterhin vorsichtig und erwarten zumindest für den Euroraum 2020 ein ähnliches Wachstum wie 2019. Jedenfalls prognostizieren wir keine Rezession, gleichzeitig allerdings auch keine deutliche Beschleunigung. Mit diesen Aussichten ist der Optimismus der Finanzmärkte zum Teil gerechtfertigt, es bleibt aber viel Potenzial für Volatilität und Enttäuschung. Eines ist allerdings erneut klar geworden: wie wichtig die Politik für die Stimmung und anschließend für die wirtschaftliche Entwicklung der Weltwirtschaft ist und bleibt. Sie entscheidet daher ganz wesentlich über die globale Konjunktur 2020.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 11. November 2019.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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