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Zwischen Hoffen und Bangen

In Österreich konnte in den Monaten Mai und Juni schrittweise das Ausmaß staatlicher Restriktionen zur Eindämmung des Coronavirus reduziert werden, ohne dass sich parallel dazu die Zahl der Neuinfektionen wesentlich veränderte. Erst Anfang Juli erhöhte sich diese Zahl in Österreich wieder leicht. Jedenfalls stieg in Österreich parallel zur Rücknahme der restriktivsten Maßnahmen im Verlauf der Monate Mai und Juni auch wieder das Aktivitätsniveau der Menschen – sowohl, was ihren Arbeitsplatz betrifft, als auch hinsichtlich ihrer Freizeit- und Einkaufsaktivitäten. Vergleicht man das Aktivitätsniveau mit jenem der Zeit vor dem Ausbruch der Pandemie, so lag es Anfang Juli „nur“ mehr rund 10 % unter dem Normalwert, während es Ende März bzw. Anfang April noch um 80 % darunter lag.

Diese spürbare „Normalisierung“ hat sich natürlich auch in den wirtschaftlichen Daten bemerkbar gemacht. Betrug das Einzelhandelsvolumen im April in Österreich real 15 % weniger als im April 2019, so lag es im Mai um 5 % über jenem von Mai 2019. Eine ähnliche Entwicklung konnte etwa in Deutschland oder auch in den USA festgestellt werden. Allerdings fielen die Zuwächse sehr unterschiedlich aus, besonders stark waren sie in den Bereichen Möbel, Baumärkte und Lebensmittel. Unter dem Niveau des Vorjahres blieb der Umsatz in der Modebranche.

Hinsichtlich der Entwicklung im Gastronomiebereich liegen noch keine Daten vor, allerdings zeigen Tischreservierungszahlen aus Deutschland, dass inzwischen fast alle Restaurants wieder geöffnet haben, und die Zahl der Reservierungen lag Ende Juni nur mehr 5 % unter dem Niveau vom Vorjahr. Allerdings dürften die Zahlen im Tourismusbereich deutlich anders aussehen: Zwar wird die Anzahl der Übernachtungen im Juni und Juli nicht mehr um 80 % niedriger liegen als im Vorjahr, wie dies noch im Mai der Fall war, die Zahl der Abflüge vom Flughafen Schwechat lag jedoch Anfang Juli noch immer deutlich unter 200 und damit um mehr als 50 % unter dem Wert von Juli 2019.

Ebenso fällt die Erholungsdynamik der Industrie deutlich weniger spektakulär aus als beim Handel. Das Niveau der industriellen Aktivitäten in Deutschland etwa blieb auch im Mai um mehr als 20 % unter jenem vom Vorjahr. Ähnlich dürfte die Entwicklung in Österreich gewesen sein.

Die schwache Industrieerholung und vor allem die Entwicklung im Fremdenverkehr dürften eine wesentliche Rolle dabei spielen, dass die Zahl der Arbeitslosen auch Anfang Juli in Österreich noch immer um ca. 150.000 über dem Vergleichswert des Vorjahres lag – die Zahl der zu Kurzarbeit angemeldeten Arbeitnehmer betrug etwa 400.000.

Dies deutet darauf hin, dass die Erholung im zweiten Halbjahr deutlich zäher verlaufen wird als in den letzten Monaten, denn die Eindämmung des Virus erweist sich nicht nur in Österreich als schwierig – noch viel schwieriger ist die Situation in vielen anderen Ländern der Welt, insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent. Damit bestätigt sich unsere bereits Anfang April veröffentlichte Erwartung einer zwar zu Beginn sehr raschen, aber in weiterer Folge sich immer zäher gestaltenden Erholung, die sicherlich Ende 2020 noch nicht abgeschlossen sein wird – und dafür braucht es gar keinen zweiten „Shutdown“, den wir im Übrigen aus heutiger Sicht lediglich lokal, nicht aber national, erwarten.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 9. Juli 2020.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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