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Ausblick im Sommer 2021 - wie weiter im Aufschwung?

Die Weltwirtschaft wächst etwas schneller als von vielen erwartet, wobei die rasche Erholung des privaten Konsums in vielen Industrieländern dafür verantwortlich ist, während das Erholungstempo in vielen Schwellenländern etwas geringer ausfällt, besonders in jenen Ländern, die 2020 relativ geringe Ausbrüche von Corona hatten, derzeit jedoch Ausbrüche verzeichnen und die bei den Impfquoten zurückliegen. Der Fortschritt beim Erreichen einer hohen Impfquote und gleichzeitig das Auftreten neuer Varianten bestimmen auch im weiteren Jahresverlauf die wirtschaftliche Entwicklung und bilden das größte Risiko für die Erholung.

Bedingt durch Unterbrechungen aufgrund von Corona-Ausbrüchen bei wichtigen Rohstoff- und Konsumgüterproduzenten kommt es öfters zu Lieferschwierigkeiten, die gemeinsam mit der teilweise recht robusten Konsumnachfrage in den Industrieländern bei einigen Produkten und Dienstleistungen zu stärkeren Preisanstiegen geführt hat. Diese werden sich zum Teil auch in höheren Inflationsraten für Konsumenten widerspiegeln. Wir erwarten jedoch, dass diese Anstiege vorübergehend sind und dass die meisten Zentralbanken – allen voran die EZB und die US-Notenbank Fed – dies auch so sehen und keinen Straffungszyklus in absehbarer Zeit beginnen.

Vor allem die US-Wirtschaft ist sehr stark aus der Rezession gekommen, erreicht derzeit bereits wieder das wirtschaftliche Niveau von 2019 und könnte heuer fast 7 Prozent wachsen. Auch wird es ihr gelingen, ihren alten Wachstumspfad bereits Ende 2021 wieder zu erreichen und dank eines zu erwartenden starken Konjunkturprogramms 2022 sogar zu übertreffen. Oben beschriebene Verknappungen und die starke Konsumnachfrage in einigen Teilen der Wirtschaft hat in den USA zu einem starken Anstieg der Inflation geführt, die Inflationsrate könnte heuer fast 4 Prozent betragen. Für Ende nächsten Jahres sehen wir jedoch einen Rückgang auf um die 2 Prozent. Auch wenn die Fed den starken Anstieg der Inflation für vorübergehend ansieht, dürfte sie aufgrund des starken Aufschwungs im Herbst den Beginn des Ausstiegs aus dem Anleihekaufprogramm für 2022 ankündigen, erste Zinserhöhungen für die USA erwarten wir dann 2023.

Das Wachstum im Euroraum war 2021 bisher ebenfalls stark, mit erwarteten 4 ½ Prozent bleibt es jedoch hinter den USA zurück und angesichts des im Vergleich zu den USA fast doppelt so starken Einbruchs 2020 dürfte das Niveau von 2019 erst zu Beginn 2022 erreicht werden, rund ein Jahr später als in den USA. Auch im Euroraum ist der teilweise kräftige Anstieg von Rohstoff- und Vormaterialen spürbar, die Inflation wird daher 2021 rund 2 Prozent betragen, in Österreich sogar fast 2 ½ mit Spitzen bis zu 3 Prozent in einzelnen Monaten. Doch auch für den Euroraum und Österreich erwarten wir 2022 einen Rückgang der Inflation. Auch wenn die Erholung im Euroraum deutlich hinter jener der USA zurückhängt und auch die fiskalpolitische Unterstützung ab 2022 wesentlich geringer ausfallen dürfte, wird die EZB ebenfalls im Herbst das Auslaufen ihres Notkaufprogramms für März 2022 ankündigen. Ob das Notkaufprogramm durch ein verstärktes „normales“ Kaufprogramm ersetzt wird bzw. wie schnell der Ausstieg aus dem gesamten Kaufprogrammen erfolgt, ist heute unsicherer denn je. Die Diskussion um einen raschen Ausstieg wird durch das derzeitige Tempo der Erholung und den vorübergehenden Anstieg der Inflationsrate befeuert.

Entsprechend diesen Aussichten erwarten wir einen weiteren Anstieg der langfristigen Zinsen in den USA in den nächsten Monaten, im Euroraum sehen wir jedoch das Potenzial für einen Anstieg eher überschaubar. Die starke Konjunktur bietet trotz eines leichten Anstiegs der langfristigen Zinsen vorläufig eine gute Basis für die Kapitalmärkte, auch wenn die Volatilität zunehmen dürfte.

 

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 7. Juli 2021.

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