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Die wirtschaftspolitische Unterstützung wird weniger

Selbst wenn die wirtschaftlichen Aussichten alles andere als stabil sind, nicht zuletzt auch aufgrund des Pandemiegeschehens: Der Aufschwung aus der COVID-19 Krise hat eingesetzt und die wirtschaftspolitische Unterstützung, die diesen raschen Aufschwung ermöglichte, wird weniger werden. Vor allem die Zentralbanken - sowohl in den USA als auch im Euroraum - intensivieren ihre Ausstiegsüberlegungen. Zwar sehen die meisten Zentralbanken den derzeitigen Inflationsanstieg als vorübergehend an, doch der inzwischen eingesetzte Anstieg der mittelfristigen Inflationserwartungen an den Finanzmärkten setzt sie unter Druck. Und obwohl das wirtschaftliche Produktionsniveau nur in einzelnen Regionen, etwa den USA, wieder das Niveau von Ende 2019 erreicht hat – nicht so im Euroraum –, nützen viele Zentralbanken das starke Wachstum und den Anstieg der Inflationserwartung, um zumindest Tempo aus ihren Maßnahmen zu nehmen. Nicht zuletzt auch, da sie selbst angesichts der inzwischen erreichten Niveaus und der negativen Begleiterscheinungen „nervös“ werden.

Jedoch auch die Erkenntnis, dass der Ausstieg graduell sein sollte, um so wenig Verwerfungen wie möglich an den Märkten zu erzeugen, erhöht den Druck, rechtzeitig ein Ausstiegsszenario aufzuzeigen. Zudem erwarten alle, auch wir, dass trotz verschiedener Problemfelder – Lieferschwierigkeiten, Transportpreisanstieg, erneute Pandemieausbrüche – das Wirtschaftswachstum auch 2022 hoch bleiben sollte. Dazu trägt weiterhin der Nachholeffekt, aber auch die angehäuften Ersparnisse der Haushalte bei.

Konkret gehen wir davon aus, dass die US-Notenbank bereits dieses Jahr ihre Nettokäufe von Wertpapieren reduzieren wird, was bis Mitte nächsten Jahres dauern sollte. Mit Zinsanstiegen von der Fed rechnen wir dann für Anfang 2023. Von der EZB erwarten wir, dass sie wie angekündigt das Notfallskaufprogramm (PEPP) im März nächsten Jahres auslaufen lässt, aber für einen sanften Übergang ihr normales Kaufprogramm erhöhen und flexibilisieren wird – wie genau ist derzeit noch nicht absehbar. Zinserhöhungen sehen wir von Seiten der EZB die nächsten zwei Jahre noch nicht.

Es ist klar, dass der Rückgang der wirtschaftspolitischen Unterstützung – wobei auch die fiskalische Unterstützung weniger werden wird – vor allem von Seiten der Geldpolitik bei gleichzeitig volatiler konjunktureller Lage aufgrund des Pandemiegeschehens die Unsicherheiten an den Finanzmärkten erhöhen wird. Trotzdem dürfte die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen von erneut auftretenden Covid-19-Ausbrüchen immer geringer werden, auch für 2022 ein konstruktives Umfeld für Finanzmärkte bieten, wenn auch möglicherweise nicht mehr ganz so unterstützend wie 2021.

 

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 6. Oktober 2021.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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