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Viel Pessimismus aber Angst vor Rezession im Euroraum ist übertrieben

Das Jahr 2019 stellt sich bisher aus ökonomischer Sicht folgendermaßen dar: Es begann mit großer Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung, vor allem in den USA, aber auch im Euroraum. Dementsprechend mussten viele Aktienmärkte starke Verluste zu Jahresende 2018 hinnehmen. Der Pessimismus zeigte sich auch an den Anleihemärkten, wo die Kurse stiegen, da die Zinserwartungen deutlich zurückgingen. Dieser Pessimismus führte schlussendlich zu einer Veränderung der Kommunikation der US Notenbank, mögliche weitere Zinserhöhungen wurden ausgeschlossen und schlussendlich Zinssenkungen in Aussicht gestellt. 

Dieser Strategiewechsel der US Notenbank genügte den Aktienmärkten und die Verluste von Ende 2018 wurden wieder aufgeholt, auch positivere Wirtschaftszahlen als erwartet halfen und in den USA erreichte die Börse neue Rekordhöhen. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die Anleihekurse weiter, da ja die Zinserwartungen nach unten gingen. Damit erlebte der Finanzmarkt in den USA das beste erste Halbjahr seit zwanzig Jahren mit einem Plus bei Anleihen von rund sechs Prozent und beim S&P Aktienindex von 17 Prozent. Gleiches galt für den Euroraum, wo der Kurs einer zehnjährigen deutschen Staatsanleihe über zehn Prozent zulegte, gleichzeitig der Euro Stoxx Aktienindex über 15 Prozent. 

Die Kehrseite dieser Entwicklung sind natürlich die erneut fallenden Zinsen bzw. Zinserwartungen. So gehen wir davon aus, dass die Europäische Zentralbank im Herbst nochmals die Zinsen leicht senken wird, gleichzeitig bieten derzeit im Euroraum nur mehr knapp 40 Prozent der Staatsanleihen eine positive Rendite, bei deutschen Staatsanleihen sind es nicht einmal mehr zehn Prozent, bei österreichischen Staatsanleihen sind es nur mehr knapp über zwanzig Prozent und man muss derzeit dem österreichischen Staat schon über zehn Jahre Geld leihen um noch eine positive Rendite zu erhalten, Deutschland über fünfzehn Jahre. Selbst für eine 100 jährige Anleihe der Republik Österreich bekommt man derzeit lediglich knapp über 1,2 Prozent Zinsen.

Dieser extreme Pessimismus erscheint jedoch übertrieben. Vor allem die Binnenkonjunktur im Euroraum stabilisiert das Wachstum im positiven Bereich. Und wenn es wieder positive Stimmungsindikatoren geben wird, dann wird sich auch dieser extreme Zinspessimismus korrigieren. Allerdings sind deutliche Zinserhöhungen auf absehbare Zeit extrem unwahrscheinlich. Der Anleihemarkt zeigt jedoch wie fragil die Stimmung ist und die Politik ist daher gut beraten, nicht zusätzlich Verunsicherung zu erzeugen und stabilisierende Signale zu senden. Raum dafür ist da, an der Bonität der meisten Staaten im Euroraum wird ja bei diesen niedrigen Zinsen offensichtlich nicht gezweifelt.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 12. Juli 2019.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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