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Maßnahmen greifen, aber wirtschaftliche Folgen werden sichtbar

Weiterhin hält die Coronakrise die Welt in Atem, sowohl gesundheitlich, menschlich, aber auch wirtschaftlich. Selbst wenn die Medizin noch keine deutlichen Fortschritte bei der besseren Bekämpfung, geschweige denn zur Vermeidung von Covid-19 präsentieren konnte, zeigen die teilweise sehr restriktiven Gegenmaßnahmen ihre Wirkung und in vielen Teilen der Welt - zunächst natürlich in Asien, nun auch in Europa - geht die Zahl von Neuerkrankungen deutlich zurück. Obwohl nicht alle Länder in ihrer Entwicklung so weit sind wie Österreich, haben die meisten Länder Europas den Höhepunkt der Neuinfektionen hinter sich gelassen.

Allerdings machen sich nun zunehmend die negativen Folgen dieser Maßnahmen bemerkbar, in erster Linie natürlich in jenem Bereich, der zum totalen Stillstand gezwungen war. Obwohl nur wenige Wochen, manchmal nur wenige Tage, im ersten Quartal von diesem Maßnahmen betroffen waren, rutschten de facto beinahe alle Länder in Europa bereits im ersten Quartal in eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen 1 und 5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Teilweise war dies natürlich das Ergebnis der Schließungen - so ging der Einzelhandelsumsatz in Österreich im März bereits um 10 Prozent zurück - aber auch die Folge der rückläufigen Exportnachfrage aus Asien, allen voran China. Die Industrieproduktion konnte sich in Europa schon in den ersten zwei Monaten nicht mehr weiter von der Schwäche des Vorjahres erholen und schrumpfte bereits im März um mehr als 13 Prozent im Vorjahresvergleich.

Besonders heftig waren die Folgen für den Arbeitsmarkt, sowohl in Europa als auch in den USA. In Österreich stieg die Zahl der Arbeitslosen von knapp 300.000 noch Mitte März auf inzwischen über 500.000 und zusammen mit den ca. 1,3 Millionen Personen, die zur Kurzarbeit angemeldet wurden, sind in Österreich über 1,8 Millionen Personen am Arbeitsmarkt von der Coronakrise betroffen. Dies ist mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen. In den USA stieg die Zahl der Arbeitslosen auf über 22 Millionen, dreimal so viele wie in der Finanzkrise.

Allerdings haben die meisten Länder in Europa begonnen, ihre Maßnahmen zu reduzieren. Können wir demnächst mit einer starken Gegenbewegung rechnen? Leider nein. Wenn man sich die Stimmungsindikatoren etwa in China ansieht, so ist die Stimmung beispielsweise im Dienstleistungssektor scheinbar wieder besser, aber mit Werten von knapp unter 50 beim Einkaufsmanagerindex, nach einem Fall auf unter 30, bedeutet dies auch im März und im April einen erneuten leichten Rückgang gegenüber den tiefen Werten im Februar. Weiterhin sind somit die Aussichten mit sehr viel Unsicherheit behaftet, unsere Anfang April gemachten Prognosen vom Einbruch der Weltwirtschaft um rund 6 Prozent und der österreichischen Wirtschaft von rund 9 Prozent bleiben aber weiter aufrecht. Es kommt die Erholung, aber sie ist eben langsamer als manche noch vor einem Monat erhofft haben. Aber auch unser Optimismus, dass die Erholung kommt, besteht nach wie vor.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 19. Mai 2020.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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