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Wie wird die Erholung vom Tief, und wer soll das bezahlen?

In den allermeisten Ländern Europas, insbesondere natürlich in Österreich, hat sich dank der restriktiven Maßnahmen die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro Tag auf weniger als 100 Fälle pro 10 Millionen Einwohner reduziert, und so konnten einige als besonders unangenehm empfundene Einschränkungen wieder abgeschafft werden. Natürlich gilt dies nicht für alle Länder: Schweden etwa verzeichnet weiterhin täglich mehr als zehnmal so viele neue Fälle. Und in Amerika ist die Situation ohnehin eine völlig andere: In den USA etwa fährt zwar die Wirtschaft schneller wieder hoch als erwartet, aber die Pandemie verharrt dort weiter auf relativ hohem Niveau. Insgesamt macht dies alles natürlich den Ausblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung nach dem historischen Einbruch im zweiten Quartal nicht gerade leichter.

Trotzdem sollte sich grundsätzlich die Weltwirtschaft im zweiten Halbjahr deutlich erholen, wozu zum einen die Lockerungen der restriktiven Maßnahmen beitragen werden und zum anderen natürlich auch die massiven wirtschaftspolitischen Initiativen. Aber die Erwartung, dass die Weltwirtschaft schon Ende 2020 wieder das Niveau von Ende 2019 erreicht haben wird, ist übertrieben. Dafür wird zumindest nochmals ein Jahr benötigt werden. Die Chance, dass es gelingen wird, das Tief zu überwinden, ist jedoch in den letzten Wochen gestiegen, und zwar nicht nur aufgrund der positiven Entwicklung der Pandemie in weiten Teilen Europas, sondern auch aufgrund der starken wirtschaftspolitischen Maßnahmen.

Viele Länder haben zum einen die Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Haushalte und Unternehmen deutlich erhöht und damit die Gefahr von langfristigen Schäden reduziert, zum anderen wird zunehmend das Hauptaugenmerk auf Initiativen gelegt, die Anreize für eine starke Erholung schaffen. Vielfach wird dies auch verbunden mit strukturellen Schwerpunkten im Bereich „grüner Energie“, Digitalisierung, Investitionsanreize, aber auch Entlastung des Faktors Arbeit – eine Win-win-Situation sozusagen.

Natürlich wird all dies zu massiven staatlichen Defiziten und in der Folge zu einem Anstieg der staatlichen Verschuldung führen, aber genau dafür ist der Staat da. Spätestens seit den 1930er-Jahren wissen wir, dass wirtschaftspolitische Impulse des Staates gerade dann notwendig sind, wenn der private Sektor selbst zögert, solche zu setzen. Und genau da sind wir derzeit. Dass niemand besser in der Lage ist, in unsicheren Zeiten Schulden zu machen, als der Staat, wissen wir auch. Und in einer Welt mit sehr niedriger Inflation und einer enormen Lücke zwischen Produktionskapazität und Nachfrage – als bester Indikator kann hier die Arbeitslosenquote fungieren – können die Zentralbanken diese enormen Finanzierungen mitübernehmen – immer innerhalb ihres Auftrages, die Inflation auf einem gewissen Niveau zu halten und die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Die Gefahr, dabei überzuschießen und infolgedessen später höhere Inflationsraten zu haben, wäre vor allem im Verhältnis zur Gefahr einer dauerhaft unterausgelasteten Wirtschaft mit hoher Arbeitslosigkeit und schwachem Wachstum das geringere Übel. Nichts hilft im Übrigen besser, Verschuldung dauerhaft tragbar zu machen, als ein starkes Wachstum.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 19. Juni 2020.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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