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Strategie zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken 

Die Welt wird wärmer – und wir alle können etwas dagegen tun. Deshalb haben sich die meisten Staaten dieser Welt zu einem Übereinkommen entschlossen, das den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius drücken soll: Das Pariser Klimaabkommen1) soll dafür sorgen, dass auch kommende Generationen auf einem gesunden Planeten leben können. 

Um dieses Ziel von 2 Grad zu erreichen, hat die Europäische Kommission einen umfassenden Aktionsplan zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum2)  und den European Green Deal3)  veröffentlicht. 

Ein wichtiger Teil dieses Aktionsplanes: Die Informationen für Teilnehmer am Finanzmarkt, also Finanzmarktkunden, soll einfacher und verständlicher werden. In der Fachsprache wird das "Informationsasymmetrie" genannt. Diese Informationsasymmetrien sollen durch verpflichtende vorvertragliche Informationen und laufenden Offenlegungen durch Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater gegenüber Endanlegern beseitigt werden. 

Die Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (kurz: Disclosure-VO) verpflichtet Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater auch dazu schriftliche Strategien zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken zu veröffentlichen. 

Nach dieser "Disclosure-VO" versteht man unter einem Nachhaltigkeitsrisiko ein Ereignis oder eine Bedingung (Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung), die tatsächlich oder potentiell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert einer Investition haben könnten.4)  

Nachdem der Klimawandel immer schneller voranschreitet, rücken speziell Klimarisiken immer stärker in den Fokus. Das sind jene Risiken, die durch den Klimawandel entstehen oder die infolge des Klimawandels verstärkt werden.5) 

Man kann zwischen physischen Risiken und Transitionsrisiken unterscheiden. Physische Risiken ergeben sich direkt aus den Folgen von Klimaveränderungen. Transitionsrisiken sind jene Risiken, die durch den Übergang zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaft und Gesellschaft entstehen und so zu einer Abwertung von Vermögenswerten führen können. Beispiele für Nachhaltigkeitsrisiken sind: Vermehrtes Auftreten von Naturkatastrophen, Verlust der Biodiversität, Rückgang der Schneedecke, extreme Trockenheit, usw. Nachhaltigkeitsrisiken können sich bei einer Veranlagung in den bekannten Risikokategorien wie etwa dem Bonitätsrisiko, dem Risiko des Totalverlustes und dem Kursrisiko manifestieren. 
Aber nicht nur Nachhaltigkeitsrisiken selbst spielen eine Rolle. Auch Nachhaltigkeitsfaktoren sind bei der Veranlagungs- bzw. Investitionsentscheidung zu berücksichtigen. In der Disclosure-VO werden Nachhaltigkeitsfaktoren definiert als Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Darunter fällt zum Beispiel der Klimaschutz, der Schutz der Biodiversität, die Einhaltung anerkannter arbeitsrechtlicher Standards, eine angemessene Entlohnung, Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption etc.

Allgemeiner Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken auf Unternehmensebene

In dem folgenden Abschnitt möchten wir einen Überblick über den allgemeinen Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken auf Unternehmensebene sowie unsere Methoden und Abläufe geben. 

Aktives Management
Als Bank fallen wir aufgrund unserer angebotenen Dienstleistungen (Portfoliomanagement, Anlage- und Versicherungsberatung) sowohl unter den Begriff des Finanzmarktteilnehmers als auch unter den Begriff des Finanzberaters im Sinne der Disclosure-VO. Für beide legt die Disclosure-VO gewisse Offenlegungspflichten fest. 

Anlageberatung
Es werden sowohl nachhaltige Finanzprodukte als auch Produkte, deren zugrunde liegende Investitionen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten berücksichtigen, angeboten. 
Sofern vom jeweiligen Produkthersteller ein entsprechendes Angebot vorhanden ist, werden im Zuge des Beratungsgespräches dem Kunden die Informationen zu den Nachhaltigkeitsrisiken des Produktherstellers zur Verfügung gestellt und näher erklärt.
Die Kundin bzw. der Kunde wird über die zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite der angebotenen Finanzprodukte informiert.

Versicherungsberatung
Im Rahmen der Versicherungsberatung besteht eine exklusive Kooperation mit ERGO Versicherung AG und es werden Versicherungsanlageprodukte (IBIP) vertrieben. 
Wir beziehen Nachhaltigkeitsrisiken bei der Versicherungsberatung im Sinne der Disclosure-Verordnung in folgender Weise ein: 

Die Identifizierung der Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt bei Finanzprodukten durch den Produkthersteller (Finanzmarktteilnehmer). In der Versicherungsberatung wird auf die Informationen des Produktherstellers zurückgegriffen. Im Zuge des Beratungsgespräches werden der Kundin bzw. dem Kunden die Informationen zu den Nachhaltigkeitsrisiken des Produktherstellers zur Verfügung gestellt und näher erklärt. Die Kundin bzw. der Kunde wird über die zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite der angebotenen Finanzprodukte informiert. 
Weitere Informationen zur Nachhaltigkeit finden Sie auf ERGO-Versicherung.at/Verantwortung
Informationen zu wählbaren Fonds (Factsheets) finden Sie auf ERGO-Versicherung.at/p/Veranlagung/Fonds

Portfolioverwaltung
Wir beziehen Nachhaltigkeitsrisiken bei Investitionsentscheidungen im Rahmen der Portfolioverwaltung wie folgt ein, wenn dies mit dem Kunden vertraglich vereinbart ist (gilt für VM Exklusiv):
Bei der Identifikation der Nachhaltigkeitsrisiken kommt es auf die Art des Finanzinstrumentes, welches in das Portfolio aufgenommen werden soll, an. 
Betreffend anderer Finanzinstrumente (wie beispielsweise Aktien und Anleihen), die in das Portfolio aufgenommen werden sollen, werden diverse Nachhaltigkeitsdaten wie etwa die nicht-finanzielle Berichterstattung der Investitionsunternehmen herangezogen, um Einschätzungen zu den Nachhaltigkeitsrisiken dieser Finanzinstrumente zu erhalten. Auch auf den Wirtschaftssektor der Investitionsunternehmen (Emittenten) wird Bedacht genommen. Zusätzlich werden vor der Aufnahme von Finanzinstrumenten (Aktien, externen Research-Partnern) herangezogen, um Einschätzungen zur Nachhaltigkeitsperformance der Emittenten und deren Betroffenheit gegenüber Nachhaltigkeitsrisiken zu erhalten. Bei Heranziehung externer Ratinganbieter erhält die Bank Austria detaillierte Indikatoren, Feststellungen und Gewichtungen des Anbieters Unternehmensanleihen etc.) in ein Portfolio weitere Nachhaltigkeitsdaten (wie etwa ESG-Ratings von externen Research-Partnern) herangezogen, um Einschätzungen zur Nachhaltigkeitsperformance der Emittenten und deren Betroffenheit gegenüber Nachhaltigkeitsrisiken zu erhalten. Bei Heranziehung externer Ratinganbieter erhält die Bank Austria detaillierte Indikatoren, Feststellungen und Gewichtungen des Anbieters Die externen ESG-Ratings werden laufend aktualisiert, um auf wesentliche Entwicklungen reagieren zu können.
Die Beachtung von Nachhaltigkeitsrisiken ist Teil der Portfolioverwaltung und wird bei der Auswahl der möglichen Finanzinstrumente und Finanzprodukte frühzeitig einbezogen. Grundsätzlich wird bei der Portfolioverwaltung darauf geachtet, die Nachhaltigkeitsrisiken möglichst gering zu halten. Unsere Portfolioverwalter achten darauf, dass eine Risikostreuung auf Portfolioebene erfolgt,
Zur aktiven Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken kommen folgende Methoden zum Einsatz: 

  • Mindestkriterien: 
    Unsere Portfolioverwalter achten darauf, dass nur Finanzinstrumente von Unternehmen mit einem intern festgelegten Mindestkriterien in ein Portfolio aufgenommen werden. Auf diese Weise werden Unternehmen mit schlechter Nachhaltigkeitsperformance bzw. hohen Nachhaltigkeitsrisiken vom Anlageuniversum ausgeschlossen. 
  • Finanzinstrumenten mit guter Nachhaltigkeitsperformance:
    Unsere Portfolioverwalter achten darauf, dass Finanzinstrumenten mit guter Nachhaltigkeitsperformance in jedes Portfolio aufgenommen werden. Auf diese Weise erfolgt eine aktive Integration von Unternehmen mit niedrigen Nachhaltigkeitsrisiken. 
  • Divestment:
    Bei schon bestehenden Portfolios erfolgt auf längere Sicht eine strategische Anpassung an die Strategie zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken (Ausstieg aus besonders risikobehafteten Finanzinstrumenten, Integration von Finanzinstrumenten mit niedrigen Nachhaltigkeitsrisiken). 

Der Kunde wird über die zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite seines verwalteten Portfolios informiert. 

Maßnahmen zur Umsetzung und Steuerung 
Das Wissen um Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren ist essentiell. Daher wurde eine Schulung zu diesem Themenkomplex zusammengestellt und in das reguläre Schulungsprogramm für unsere Mitarbeiter (Kundenbetreuer und Asset Manager) aufgenommen.
Es ist geplant, dass alle Kundenbetreuer bis Ende des Jahres 2021 die erste Schulung zu Nachhaltigkeitsrisiken absolviert haben. 
Die hier beschriebene Strategie wird im Jahr 2021 sukzessive implementiert und jährlich überprüft. 
Die Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren und die damit einhergehenden Vorgaben für die Finanzindustrie werden laufend beobachtet. Aufgrund von Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie der Verbesserung der Datenlage und den zur Verfügung stehenden Methoden kann es zu Anpassungen bei dieser Strategie kommen.

Stand 26.02.2021

Bericht zu den wichtigsten negativen Nachhaltigkeitsauswirkungen (PAI Statement)

Zusammenfassung
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt die Bank Austria bei den Investitionsentscheidungen die wichtigsten Faktoren, die sich nachteilig auf die Nachhaltigkeit auswirken.

Unter den nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen sind diejenigen Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen zu verstehen, die negative Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren haben. Nachhaltigkeitsfaktoren umfassen dabei unter anderem Umwelt- und Sozialbelange, die Achtung von Menschenrechten, eine nachhaltige Unternehmensführung und die Bekämpfung von Korruption.

Beschreibung der wichtigsten nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen 
Um die wichtigsten nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen messbar zu machen, werden künftig Indikatoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und ordnungsgemäßer Staats- und Unternehmensführung genutzt. 

Die zu Grunde liegenden Indikatoren sind zum Beispiel der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens, der Verbrauch von nicht erneuerbaren Energieformen und die Auswirkungen der Unternehmensaktivitäten auf die Biodiversität. Auf sozialer Ebene werden beispielsweise Verstöße gegen die Regeln des UN Global Compact erhoben sowie Kennzahlen betrachtet, welche die Gleichbehandlung der Geschlechter bei Entlohnung und Aufstiegschancen bewerten. Bei staatlichen Emittenten werden die Treibhausgas-Intensität und die Verstöße gegen internationale Normen und Übereinkommen als Messgrößen herangezogen.

Beschreibung der Maßnahmen zur Identifizierung und Priorisierung der wichtigsten nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen
Zur Identifikation, Messung und Bewertung von wesentlichen nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen nutzt die Bank Austria unter anderem Informationen von dem Datenzulieferer ISS ESG. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung von ESG-Faktoren fließen neben den von der Bank Austria festgelegten Ausschlusskriterien – z.B. Alkohol, Kohleförderung, Glücksspiel, Atomenergie, Pornografie, umstrittener Waffenproduktion oder schwere Verstöße gegen die Prinzipien des UN Global Compact – auch weitere Faktoren in die Beurteilung ein: Zum Beispiel der Ausstoß von Treibhausgasen, der effiziente Umgang mit Energie und Ressourcen, die Aufbereitung und Entsorgung von gefährlichen Stoffen, die gerechte Entlohnung der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter unabhängig vom Geschlecht sowie der Einfluss des Unternehmens auf die Biodiversität. Dadurch werden diejenigen Unternehmen identifiziert und bevorzugt für eine Investition in Betracht gezogen, welche bei allen relevanten ESG-Kriterien besonders gut abschneiden.

Um den nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen entgegenzuwirken, werden Nachhaltigkeitsrisiken bei der Portfoliozusammensetzung für die einzelnen Anlagestrategien und Finanzinstrumente berücksichtigt. Zudem verfolgt die Bank Austria den Ansatz einer möglichst breiten Diversifizierung der Anlagen, um Chancen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen zu nutzen und die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken zu reduzieren, da sich diese unterschiedlich stark auf einzelne Branchen, Regionen, Währungen und Assetklassen auswirken.

Mitwirkungspolitik
Die Bank Austria erbringt Portfolioverwaltungsdienstleistungen für Anlegerinnen/Anleger. Durch den beim jeweiligen individuellen Portfolio der Kundin/des Kunden im Rahmen der individuellen Vermögensverwaltung umgesetzten Investmentprozess – d.h. wie bzw. nach welchen Kriterien Aktien für das jeweilige Wertpapierdepot erworben, gehalten und veräußert werden – erfolgt eine laufende Kontrolle dieser Aktien und der davon betroffenen Gesellschaften. Die Analyse der Gesellschaften, in welche die Bank Austria im Rahmen der Vermögensverwaltung investiert, bezieht sich auf deren Strategie, deren finanzielle und nicht-finanzielle Ergebnisse, deren Kapitalstruktur, deren soziale und ökologische Auswirkungen, deren Bewertung und deren Corporate Governance.

Folgende Gründe sind dafür ausschlaggebend, dass die Bank Austria im Rahmen ihrer individuellen Vermögensverwaltung eine Vertretung der Anlegerinteressen bei Hauptversammlungen als nicht sinnvoll erachtet und daher von einer Ausübung der Stimmrechte und einer Ausübung anderer mit Aktien verbundenen Rechte generell Abstand nimmt: 

  • Im Sinne eines Kosten-Nutzenverhältnisses (Verhältnismäßigkeitsgrundsatz) übt die Bank Austria die Stimmrechte in den jeweiligen Hauptversammlungen nicht aus, da der Stimmrechtsanteil sämtlicher Aktien in denjenigen Portfolios, die im Rahmen der individuellen Vermögensverwaltung von der Bank Austria verwaltet werden – also konsolidiert über alle Mandate – auf Grund von Diversifikationsgrundsätzen keinen maßgeblichen Anteil an den Stimmrechten aller Aktionärinnen/Aktionäre der jeweiligen Gesellschaften erreichen und daher unbedeutend sind.
  • Die Verträge über die individuelle Vermögensverwaltung der Bank Austria sehen keine ausdrückliche Ermächtigung vor, die mit dem Aktienbestand der Portfolios verbundenen Stimmrechte auszuüben. Die erforderlichen Prozesse, um die Vertretung und Ausübung der Stimmrechte bei der Hauptversammlung zu ermöglichen, wobei jede Kundin/jeder Kunde einzeln eine entsprechende Vollmacht ausfertigen müsste, haben auch zu der Entscheidung der Bank Austria beigetragen, sich generell gegen eine Vertretung und Ausübung der Stimmrechte und anderen mit Aktien verbundenen Rechten auszusprechen.
  • Jede Kundin/jeder Kunde kann als Aktionärin/Aktionär Stimmrechte und andere mit Aktien verbundene Rechte nach freiem Ermessen ausüben, da die im Rahmen der individuellen Vermögensverwaltung gehaltenen Aktien auf Kundendepots verwahrt werden.

Werden Aktien im Rahmen der individuellen Vermögensverwaltung für das Portfolio im Namen der Kundin/des Kunden als Aktionärin/Aktionär erworben, so wird die Bank Austria die mit diesen Aktien verbundenen Stimmrechte generell nicht ausüben.

Internationale Standards
ISS ESG – Die Bank Austria arbeitet mit ISS ESG zusammen, um die mannigfaltigen Aspekte der Nachhaltigkeit in den Investmentprozess zu integrieren. ISS ESG verfügt über international anerkanntes Fachwissen in allen Bereichen, die für nachhaltige Investments relevant sind. Das sind Themen wie Klimawandel, die Auswirkungen auf die Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte, Arbeitsstandards, Korruption, kontroverse Waffen und vieles mehr. Im Rahmen der strengen Qualitätskriterien der Bank Austria können Unternehmen so hinsichtlich Ausschlusskriterien und Best-in-Class Ansatz gefiltert werden. Dadurch bündeln wir die Kompetenz von zwei Spezialisten – und bieten dem nachhaltigen Investor damit einen Mehrwert.

UN-Global Compact – Die UniCredit ist aktives Mitglied des UN Global Compact, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die 10 universellen Prinzipien des UN Global Compact betreffen die Bereiche Arbeitsnormen, Menschenrechte, Umweltschutz und Korruptions-bekämpfung. Für all diese Bereiche entwickelt die UniCredit laufend Maßnahmen.

klimaaktiv Pakt – Der klimaaktiv Pakt ist das vom Klimaschutzministerium initiierte freiwillige Bündnis für den Klimaschutz. Die Bank Austria gehört zu diesen Klimaschutz-Vorreitern unter Österreichs Großbetrieben, entwickelt ein Klimaschutzkonzept und setzt dieses im Rahmen des Paktes bis 2030 um. Sie leistet auf diesem Weg einen Beitrag zur Erreichung der österreichischen Klimaziele.

ÖGUT – Die Bank Austria ist seit vielen Jahren Mitglied der ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik)-Arbeitsgruppe „Betriebsökologisches und Soziales Benchmarking“ für Finanzdienstleistungsunternehmen. Der regelmäßige Austausch auf Expertenebene trägt zur ständigen Verbesserung der Umwelt- und Nachhaltigkeitsperformance in den einzelnen Unternehmen bei.

respACT – Die Bank Austria ist langjähriges Mitglied von respACT, der führenden österreichischen Unternehmensplattform für verantwortungsvolles Wirtschaften. Der stetige Austausch mit nachhaltig engagierten Unternehmen aus allen Wirtschaftssparten trägt wesentlich zur Entwicklung eigener Initiativen bei.

GRI Sustainability Reporting Standards – Die UniCredit hält sich bei der Erstellung des Integrated Reports an die „GRI Sustainability Reporting Standards“ sowie an die „Financial Services Sector Disclosures“, beides herausgegeben von der GRI – Global Reporting Initiative.

Stand: 29.06.2021

Nachhaltigkeit in der Beratung

Offenlegung zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren und zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken gem. Verordnung (EU) 2019/2088

Die folgenden Nachhaltigkeitsfaktoren (d.h. ökologische Kriterien, soziale Kriterien und Kriterien einer verantwortungsvollen Unternehmensführung) gelten in der UniCredit Bank Austria AG für die Auswahl von Nachhaltigen Finanzprodukten in der Anlageberatung, insbesondere für

  • Investmentfonds
  • strukturierte Produkte (z.B. Garantieanleihen, Anleihen mit Mindestrückzahlung), Anleihen mit bedingtem Kapitalschutz

Der Produktauswahlprozess im Detail
Die Beurteilung von Unternehmen und Staaten nach Nachhaltigkeitsfaktoren (ESG-Faktoren) basiert auf Daten aus Research-Datenbanken einer unabhängig handelnden Ratinggesellschaft. Auf der ersten Stufe wird ein sogenanntes "Negativscreening" (Auswahl nach Ausschlusskriterien) durchgeführt. Das heißt zum einen, dass Unternehmen aus kontrovers betrachteten Geschäftsfeldern als Emittenten nach den Nachhaltigkeitsfaktoren ausgeschlossen werden. Eine mehr als marginale Involvierung in Geschäftsfelder wie Alkohol, Pornografie, Tabak, Glücksspiel, Atomenergie, umstrittene Waffen und Kohleförderung führt zum Ausschluss vom Auswahlprozess. 

Zum anderen werden Unternehmen mit schweren Verstößen gegen die Prinzipien des UN Global Compact ausgeschlossen. Darunter fallen Verstöße gegen Arbeitsstandards und Menschenrechte, Umweltverschmutzung, Missachtung des Rechts auf Kollektivverhandlungen, Diskriminierung und Korruption.

Emittenten von Staatsanleihen müssen zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsfaktoren die Grundrechte hinsichtlich Demokratie und Menschenrechte achten und die Korruption effektiv bekämpfen. Außerdem müssen sie klare Anstrengungen für den Klimaschutz unternehmen und das Kyoto-Protokoll und das Pariser Abkommen unterzeichnet haben. Die Anwendung der Todesstrafe ist ein Ausschlussgrund, und das Militärbudget darf nicht mehr als 2 % des BIP ausmachen. Schließlich dürfen sie ihren primären Energiebedarf nicht zu mehr als 10 % durch Atomstrom decken oder müssen zumindest Szenarien für den langfristigen Atomausstieg oder ein Moratorium für neue Atomkraftanlagen in Kraft gesetzt haben.

Im Anschluss werden die im Auswahlprozess verbliebenen Emittenten einem "Positivscreening" hinsichtlich ihrer Sozial- und Umweltstandards unterzogen. Mit diesem zweiten Auswahlschritt werden jene Unternehmen aus dem verbliebenen Investmentuniversum ausgeschlossen, die im Vergleich mit anderen Unternehmen derselben Branche in Bezug auf die Nachhaltigkeitsfaktoren schlechter abschneiden (= Best in Class-Ansatz). 

Kriterien für Aktien und Unternehmensanleihen:

  • Ausschlusskriterien:
    Unternehmen, die einen wesentlichen Anteil ihrer Umsätze in den folgenden Branchen erzielen, sind generell aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Ersatzweise kann auch der Anteil an den Erträgen als Kriterium herangezogen werden.
    • Produktion und Förderung von Kohle (>25 % der Umsätze)
    • Produktion von umstrittenen Waffen (z. B. Landminen, chemische Waffen, >0 % der Umsätze)
    • Produktion von Atomenergie (>10 % der Umsätze)
  • Transparenzkriterien:
    Nachhaltige Investmentprodukte, die in Unternehmen investieren, die einen wesentlichen Anteil ihrer Umsätze in den folgenden Branchen erzielen, werden gekennzeichnet:
    • Produktion von Tabak (>10 % der Umsätze)
    • Produktion von Alkohol (>10 % der Umsätze)
    • Produktion von Pornographie (>10 % der Umsätze)
    • Glückspiel (>10 % der Umsätze)
  • Best in class-Ansatz in Bezug auf Nachhaltigkeitsfaktoren:
    Bei Unternehmen aller anderen Branchen werden nur diejenigen Unternehmen für das nachhaltige Anlageuniversum berücksichtigt, die in Bezug auf ökologische Kriterien, soziale Kriterien und Kriterien einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung (Nachhaltigkeitsfaktoren) mindestens zu den besten 75% der jeweiligen Branche gehören.
  • Einhaltung des UN Global Compact
    Unternehmen mit schweren Verstößen gegen die Prinzipien des UN Global Compact werden aus dem nachhaltigen Anlageuniversum ausgeschlossen (z. B. Missachtung der Menschenrechte, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, etc.)

Kriterien für Staatsanleihen

Anleihen von folgenden Staaten sind aus dem nachhaltigen Anlageuniversum ausgeschlossen:

  • Staaten, die Grundrechte bezüglich Demokratie und Menschrechte massiv und dauerhaft verletzen
  • Staaten mit einem hohen Anteil an Korruption (Corruption Perception Index6) von Transparency International kleiner 50)
  • Staaten, in denen die Todesstrafe angewendet wird
  • Staaten mit besonders hohen Militärbudgets (mehr als 2% vom BIP)
  • Staaten, die das Kyoto Protokoll und das Paris Abkommen nicht unterzeichnet haben
  • Staaten, mit zu geringen Anstrengungen für den Klimaschutz (Climate Change Performance Index7)) von German Watch e.V. kleiner als 40)
  • Staaten mit einem primären Atomstromanteil von über 10% mit keinem Szenario für einen Atomenergieausstieg und keinem Moratorium für Atomkraftanlagen

Durch den oben beschriebenen Ansatz, wie Nachhaltigkeitsrisiken8) berücksichtigt werden, schränkt sich das investierbare Universum ein. Dadurch können sich sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Rendite der Finanzprodukte im Vergleich zur Benchmark ergeben. 

Kriterien für Green Bonds

Green Bonds sind Anleihen, die den Richtlinien der Green Bond Principles9) entsprechen, zählen aufgrund des Finanzierungszweckes der Anleihen ebenfalls zu den Nachhaltigkeitsprodukten im Beratungsuniversum der UniCredit Bank Austria AG. Green Bonds sind Anleihen, die darauf abzielen, Projekte mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt und/oder das Klima zu finanzieren. Hierbei steht der Finanzierungszweck der Anleihen im Vordergrund und nicht der Emittent. In diesem Sinne können auch Emittenten in Green Bonds Fonds enthalten sein, die nicht die Ausschlusskriterien der Nachhaltigen Investment-Produkte aufweisen. Die Green Bond Principles fördern die Integrität im Green Bond Markt durch Richtlinien zu Transparenz, Offenlegung und Berichterstattung und ermöglichen dem Anleger Investitionen in klimafreundliche Projekte.

Stand 26.02.2021

Vergütungspolitik

Die UniCredit Group und die UniCredit Bank Austria AG bekennen sich ausdrücklich zur Nachhaltigkeit und haben Nachhaltigkeitsrisiken in ihre Vergütungspolitik integriert.

Nachhaltigkeit in Strategie & Management
Der Long Term Incentive (LTI)-Plan 2020-2023 zielt darauf ab, das Top- und Senior-Management durch aktienbasierte Vergütung auf eine langfristige Wertschöpfung für Aktionäre auszurichten und nachhaltige Leistungen zu belohnen. Der LTI-Plan, der mit dem Strategieplan "Team 23" abgestimmt ist, berücksichtigt Nachhaltigkeit mit einer Gewichtung von 10 % in der gesamten Scorecard. Dadurch werden die Geschäftsziele noch stärker mit nachhaltigem Handeln verknüpft. Die berücksichtigten KPIs – Environmental Social Governance (ESG)-Rating, Kundenzufriedenheit und People Engagement - sorgen für ein Gleichgewicht zwischen der Wahrnehmung der UniCredit durch Mitarbeiter und Kunden sowie der Sichtweise einer ESG-Ratingagentur. Daher ist die variable Vergütung des Top- und Senior-Managements der UniCredit direkt mit den Nachhaltigkeitsrisiken verknüpft.

Nachhaltiges Performance-Management
Das Group Incentive System wird durch das jährliche Performance-Management ergänzt, das die Übereinstimmung und Konsistenz der Performance-Ziele mit der Geschäftsstrategie sicherstellt. Die Performance-Indikatoren basieren auf einer Mehrjahres- und Multi-Stakeholder-Vision, die das Unternehmen langfristig auf eine nachhaltige Wertschöpfung ausrichtet. Dies erfolgt mit Blick auf die Auswirkungen, welche die verschiedenen Aktivitäten auf die Stakeholder haben. 

Der jährliche Zielsetzungsprozess (sog. Goal Setting) wird durch ein strukturiertes Framework, das KPI Bluebook, unterstützt. Das KPI Bluebook ist ein Regelwerk mit vom Konzern anerkannten KPIs, das zwingend für die Zuweisung von Zielen an die Group Material Risk Takers verwendet wird. Dies stellt eine konsistente Zielsetzung unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen und Konzernstandards sicher. Die Ziele der Mitarbeiter sind mit unseren "Five Fundamentals" verknüpft und werden auch unter dem Aspekt von Risiko und Nachhaltigkeit bewertet. Etwa 50 % der Ziele für Group Material Risk Takers sind mit Nachhaltigkeit und dem langfristigen Interesse des Konzerns und seiner Stakeholder verknüpft. Die Leistung wird anhand einer risikoadjustierten Profitabilität bewertet. Zudem sind risikogewichtete Systeme und Mechanismen vorgesehen.

"Sustainable Pay for Sustainable Performance"
Die Vergütungs- und Risikostrategie der UniCredit Group zielt auf langfristige, nachhaltige Ergebnisse ab. Der Ansatz der Gruppe verfolgt das Ziel, Mitarbeiter*innen langfristig zu binden und zu motivieren. Es werden Anreize geschaffen, die darauf abzielen, Beiträge zum langfristigen Wachstum, zur Rentabilität und zum finanziellen Erfolg der UniCredit Gruppe zu leisten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Reputation und Nachhaltigkeit, die langfristig zum Erfolg der Gruppe beitragen. 

Anreizsysteme dürfen in keiner Weise zu einer Risikoübernahme führen, die über die strategische Risikobereitschaft der Gruppe hinausgeht; insbesondere stehen sie mit dem Risk Appetite Framework der UniCredit in Einklang. Im Falle eines Compliance-Verstoßes können Malus- und Claw-Back-Mechanismen aktiviert werden, was zu einer Reduzierung oder Streichung der gesamten oder eines Teils der variablen Vergütung führen kann.

Basierend auf der Group Remuneration Policy verpflichtet sich die UniCredit zu einer gleichen und fairen Behandlung bei der Vergütung. Dies erfolgt unabhängig von Geschlecht oder anderen Diversitätsmerkmalen. Grundlage für die Vergütung ist die übernommene Rolle, der Umfang der Verantwortung, die Performance und der Beitrag zum Geschäftsergebnis der Gruppe.

Stand 26.02.2021

Fußnoten und Rechtliche Informationen
   
1) https://unfccc.int/process-and-meetings/the-paris-agreement/the-paris-agreement 
2) https://ec.europa.eu/info/publications/sustainable-finance-renewed-strategy_en#action-plan 
3) https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_en
4) Vgl. Art 2 Z 22 nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungs-VO
5) Vgl. FMA-Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken (01/2020)
6) Der Corruption Perception Index (Korruptionswahrnehmungsindex) wird jährlich von der Nichtregierungsorganisation Transparency International mit Sitz in Berlin veröffentlicht. Der Index listet Länder nach dem Grad der in Politik und Verwaltung wahrgenommenen Korruption auf. Dabei werden 13 Einzelindizes von 12 unabhängigen Institutionen zusammengefasst. Der Index beruht auf Daten aus der Befragung von Expertinnen und Experten, Umfragen sowie weiteren Untersuchungen. Die Skala des Index reicht von 0 bis 100, wobei ein höherer Wert für eine niedrigere Korruption spricht. Nur etwa ein Drittel der bewerteten Länder weisen einen Wert von 50 oder höher auf (Stand 2020).
Weitere Informationen finden Sie unter https://www.transparency.de/cpi
7) Der Climate Change Performance Index (Klimaschutz-Index) wird jährlich von dem gemeinnützigen Verein Germanwatch e.V. mit Sitz in Bonn veröffentlicht. Der Index bewertet die Anstrengungen von Ländern hinsichtlich des Klimaschutzes. Dabei werden 14 Indikatoren in folgenden vier Kategorien betrachtet: Treibhausgasemissionen, erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik. Die Skala des Index reicht von 0 bis 100. Die besten Länder erreichen Indexwerte über 60. Ein Indexwert unter 40 bedeutet eine sehr schwache Klima-Performance.
Weitere Informationen finden sie unter https://germanwatch.org/de/ksi
8) "Nachhaltigkeitsrisiko" im Sinne der Verordnung (EU) 2019/2088 ist ein Ereignis oder eine Bedingung in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, dessen beziehungsweise deren Eintreten tatsächlich oder potenziell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert der Investition haben könnte;  
9) Die Green Bond Principles sind eine Leitlinie für die Emission von Green Bonds, die von der International Capital Markets Association erstellt wurde.