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Wer in Immobilien investiert, kommt um einen Kredit meist nicht herum. Der erste Schritt zu den eigenen vier Wänden ist der Weg zur Bank.   

Dabei stellt sich gleich zu Beginn meist die Frage: Wie viel Geld muss man mitbringen, um einen Kredit zu bekommen? Prinzipiell ist das individuell und am besten direkt mit der Bankberaterin bzw. dem Bankberater vor Ort zu besprechen. Dennoch gibt es ein paar Grundregeln, wie der Spezialist für Bau- und Wohnfinanzierung der Bank Austria, Christian Grüneis, verrät. 

Kreditrate: Maximal 40 Prozent des Familieneinkommens

Eine Frage, die bei vielen Kreditnehmern an erster Stelle steht: Ab welchem Einkommen kann man um einen Kredit anfragen und gibt es auch die Möglichkeit einer gänzlichen Fremdfinanzierung? „Das hängt immer vom Objekt und der jeweiligen Situation des Antragstellers ab. Doch es gibt eine goldene Regel: die Kreditrate mit 4 Prozent soll nicht mehr als 40 Prozent des Familieneinkommens ausmachen. Finanzierungen sollten das 100-Fache des Einkommens nicht übersteigen.“

Rechenbeispiel

Eine vierköpfige Familie verfügt über ein gemeinsames Einkommen von 3.500 Euro pro Monat. Sie nehmen für eine Immobilie einen Kredit von 250.000 Euro auf, bei einem Zinssatz von 4 Prozent und einer Laufzeit von 25 Jahren. Die monatliche Rückzahlungsrate beträgt folglich 1.327,66 Euro und macht 37,9 Prozent des monatlichen, verfügbaren Einkommens aus. Das liegt knapp an der Grenze zu den empfohlenen 40 Prozent. Würde die Familie einen Kredit von 350.000 Euro aufnehmen, läge die Rückzahlungsrate bereits bei 1.858,72 Euro und würde die Grenze deutlich überschreiten. Doch es ist Vorsicht geboten: wie viel man im Monat für die Kreditrate ausgeben kann, hängt stark von den restlichen Ausgaben wie Betriebskosten, Auto, Versicherungen usw. ab. Deshalb ist es vor jedem Kredit empfehlenswert eine detaillierte Haushaltsrechnung aufzustellen, um zu überprüfen wie viel man sich tatsächlich leisten kann.

Wer Sorge hat, dass die Eigenmittel möglicherweise nicht reichen, sollte laut Grüneis auf jeden Fall das Gespräch mit seiner Beraterin bzw. seinem Berater suchen. Zu dem Gespräch am besten Kopien der Sparbücher, Schreiben von Versicherungen über Rückkaufswerte oder Grundbuchsdaten mitnehmen. So lässt sich der Kreditantrag schneller abwickeln.

Eigenmittel muss übrigens nicht automatisch Bargeld bedeuten: „Das können auch Sparbücher, Rückkaufswerte von Versicherungen, lastenfreie Liegschaften wie Wohnungen, Baugrundstücke oder Häuser sein“, so Grüneis. Aber auch die selbst erbrachte Leistung kann hier hinzugezählt werden.

Selbst bauen: Eigenleistungen einbringen

Wer bei seinem Eigenheim selbst anpackt, kann diese Leistungen ebenfalls geltend machen. Diese sogenannten Eigenleistungen werden in der Kostenaufstellung berücksichtigt. Eine gesonderte Bestätigung der Kenntnisse ist nicht zwingend erforderlich. Grüneis: „Prinzipiell gibt es keine Prüfung der Bank, sondern die Kundin bzw. der Kunde erläutert im Gespräch, welche Eigenleistungen sie bzw. er selbst erbringen kann. Oft ist auch die Ausbildung der Kundin bzw. des Kunden ein Hinweis dafür.“ Diese Ausbildung umfasst beispielsweise folgende Berufe: Installateur, Fliesenleger, Bauarbeiter, Dachdecker, Tischler, Elektriker etc. sowie Familienangehörige, die ebenfalls in solchen Berufen tätig sind.       

Insgesamt beeinflussen Eigenmittel und Eigenleistungen stets die Zinsrate. Grüneis verrät, wie Sie schnell und einfach Ihre Eigenmittelquote berechnen können:
„Ich würde hier vor allem die Barmittel berücksichtigen, die kurzfristig zur Verfügung stehen und diese mit den Projektkosten gegenrechnen.“

Gewährleistung

Doch wo zahlt es sich schließlich aus, selbst anzupacken und wo sollte man doch die Profis von der Baufirma ranlassen? Auch hierfür hat Grüneis einen Ratschlag: „Bei einer Eigenleistung ist oft eine Gewährleistung ausgeschlossen bzw. kann bei technischen Geräten die Installation ausnahmslos durch befugte Unternehmen vorgeschrieben sein. Bei Mängeln, die durch Eigenleistung entstanden sind, gibt es auch keine Gewährleistung. Natürlich besteht bei beauftragten Unternehmen die Möglichkeit des Konkurses, wodurch auch hier die Gewährleistung verfallen würde.“

Generell sollte man stets den Zeitaufwand den Kosten gegenüber stellen, denn oft sind die Mehrkosten geringfügig höher, der Zeitaufwand verkürzt sich durch die Arbeit von Profis aber enorm.   

Je nach Geschicklichkeit und Erfahrung übernehmen Häuslbauer oft folgende Aufgaben:

◾das Tapezieren
◾den Dachausbau
◾das Verlegen der Fußbodenbelege
◾das Einsetzen ihrer Türen und
◾das Anlegen ihres Gartens

Sollten Sie nicht selbst Spezialist sein, sollten Sie bei
◾Rohbau-Arbeiten
◾Elektro-, Heizungs-, und Sanitärinstallationen und
◾der Wärmedämmung
die Profis ans Werk lassen. Denn ein sebstgemachter „Pfusch“ kommt Ihnen im Nachhinein womöglich teurer, als hätten Profis gleich von Anfang an diese Arbeit übernommen.