Für das Finishing seines neuen Albums hat die Musikerlegende Boris Bukowski auf die Kraft der „Crowd“ zurückgegriffen. Mit Erfolg: 124 Prozent des ursprünglichen Ziels wurden erreicht. Ein Teil davon kommt vom Bank Austria Kunstpreis.

Er ist studierter Jurist, Schauspieler, Produzent – aber vor allem ist Boris Bukowski eines: ein preisgekröntes und mehrfach ausgezeichnetes Urgestein der Austropop-Szene, das mit seinen Liedern bereits seit Jahrzehnten begeistert. Nun hat der Autor des Buches „Unter bunten Hunden“, einer Autobiografie in Anekdoten, nach einigen Jahren musikalischer Schaffenspause die Welt der Noten, Melodien und Rhythmen wieder für sich entdeckt. Sein neues Album hat Bukowski über die Crowdfunding-Plattform „wemakeit“ finanzieren lassen. Sein Ziel von 7.500 Euro ist dabei weit übertroffen worden. 9.309 Euro durch 76 Unterstützer kamen zusammen. 2.500 Euro kommen über den Bank Austria Kunstpreis.

„Die Crowdfunding-Kampagne attraktiv zu gestalten, die Dankeschöns zu planen und mit Fotos sowie Videos zu präsentieren war eine langwierige Arbeit. Wir haben unser Ziel locker erreicht, aber das Beitragsverhalten war bis zur Erreichung des Ziels sehr vorsichtig und abwartend. Und ohne den Beitrag der Bank Austria wäre der tatsächliche Output im Verhältnis zum Aufwand beträchtlich geringer“, sagt Bukowski, der sich für seine neue Platte eine illustre Musikerrunde organisiert hat. Depeche-Mode-Drummer Christian Eigner ist ebenso an Board wie die Bläser von Parov Stelar, die Musiker seiner Band „Bunte Hunde“ sowie „I-Wolf“ Wolfgang Schlögl von den Sofa Surfers.

Musikalisches Leben vor dem Tod.

Zentrales Thema des neuen Albums: Gibt’s ein Leben vor dem Tod? Was es damit auf sich hat, erklärt Bukowski so: „Mich wundert, dass so viele Menschen wissen wollen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, und so wenige, ob es ein Leben vor dem Tod gibt. Zu viele leben in der Vergangenheit und hoffen auf eine irreale Zukunft, anstatt die Gegenwart mit Leben zu erfüllen. Ich weiß, ich hab nur dieses eine Leben, und ich tue alles, damit es ein erfülltes, spannendes, interessantes, lustiges, geiles und liebevolles Leben wird. Und das soll auch in meinen Liedern rüberkommen.“

Sich selbst sieht der in Fürstenfeld geborene Musiker als „zeitlos Zeitgenössischen“, der „mit seinem Musikgeschmack nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart lebt“. Als besonderes Dankeschön für die Großspender hat Bukowski vier private Wohnzimmerkonzerte angeboten, die ihn nach Wien, Graz, Klagenfurt und Radstadt führen werden. „Ich spiele im Duo mit meinem Band-Gitarristen ohne Tonanlage vor nicht mehr als zehn Leuten samt Gastgeber. Wir spielen ein relaxtes Best-of-Programm einschließlich der wichtigsten Titel des neuen Albums. Und wir freuen uns auf das direkteste Feedback, das man haben kann.“

Die Entscheidung, auf eine Crowdfunding-Kampagne zurückzugreifen sieht Bukowski auch als Symbol im Kampf für mehr Gerechtigkeit in der Musikszene Österreichs. In aller Welt werden von der Musikindustrie immer noch Milliarden erwirtschaftet, nur in Österreich fehle noch das Bekenntnis zur heimischen Musik. Doch nur, wenn diese gespielt werde, könne der Bekanntheitsgrad steigen und damit die Erfolgschancen der Musiker, so Bukowski.