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Wenn die Corona-Pandemie bis Mitte des Jahres deutlich eingedämmt werden kann, wird Österreichs Wirtschaft heuer wieder wachsen.

Das Jahr 2020 kann man abhaken – zum Glück. Nun kann es nur mehr besser werden. Dennoch ist Vorsicht angesagt. Nach dem starken Rückgang der heimischen Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent wird mit der im Frühjahr einsetzenden Erholung für die österreichische Wirtschaft 2021 ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent – und 2022 von sogar 5,2 Prozent – erwartet (siehe Grafik „Österreichische Konjunkturprognose“).
Doch der Ausblick für die nächsten zwei Jahre hängt von einer wichtigen Voraussetzung ab: Ab Mitte des Jahres muss ein deutlicher Rückgang der Covid-19- Pandemie in Österreich eintreten.

Die Aussichten auf eine gute Wirkung der Impfstoffe und weiter verbesserte Therapiemöglichkeiten sind ermutigend. Aus unserer Volkswirtschaftlichen Abteilung heißt es:

»Wir erwarten, dass Österreichs Wirtschaft Mitte 2022 wieder das Niveau von 2019 erreichen kann.«

Das größte Risiko für die Prognose ist eine Enttäuschung bei der medizinischen Entwicklung speziell rund um eine Impfung. Tritt die ein, würde sich eine Erholung der Wirtschaft auf das Niveau von 2019 dann weit in die Zukunft verschieben und langfristig negative Auswirkungen wären die Folge. Doch unsere Ökonomen machen auch Hoffnung: „Ein überraschend schnellerer Fortschritt der medizinischen Entwicklung könnte dazu führen, dass Österreich bereits sogar nächsten Sommer wieder das wirtschaftliche Niveau von 2019 erreicht. Die heimische Wirtschaft könnte dann sogar Ende 2022 bereits auf den alten Wachstumspfad zurückkommen.“

Heuer wird Österreich mit seiner Wirtschaftsleistung im EU-Schnitt liegen. Aber spätestens 2022 könnte unsere Wirtschaft wieder deutlich stärker wachsen als jene von Deutschland und auch allen Eurostaaten im Durchschnitt. Und noch eines zeigen die Zahlen unserer volkswirtschaftlichen Abteilung: Die Auswirkungen der Finanzkrise im Jahr 2009 waren im Euro-Raum tatsächlich geringer als jene der Corona-Pandemie. Aber der Aufschwung wird nun rascher von statten gehen. (Siehe Grafik „Wachstum im Vergleich“)

Österreichische Konjtunkturprognose

Grafik Wachstum im Vergleich

Große Branchenunterschiede

Doch die positiven Vorzeichen gelten nicht für alle Branchen gleichermaßen. Denn die einzelnen Wirtschaftsbereiche waren von der Pandemie und den darauffolgenden Maßnahmen zu ihrer Eindämmung unterschiedlich stark betroffen. Und so hängt die weitere Entwicklung davon ab, wie sehr die einzelnen Bereiche darunter gelitten haben oder noch darunter leiden (siehe Grafik „Geschätzte Entwicklung der Branchen 2021 im Vergleich zu 2020“). Der Lebensmittelhandel sowie der Versand- und Internethandel werden deutliche Umsatzzuwächse im längerfristigen Vergleich erzielen. Nur moderate Einbußen wird es neben den sogenannten systemerhaltenden Bereichen, wie die öffentliche Verwaltung, und den Gesundheitsdiensten längerfristig bei einigen wenigen Dienstleistungssparten geben. Paketzusteller und Anbieter von Informations- und Kommunikationsdiensten, die Pharmaindustrie, die Möbel- und Sportartikelhersteller und die Lebensmittelerzeuger haben die Krise mit einem blauen Auge durchtaucht und befinden sich schon wieder leicht im Wachstumsmodus. Auch die Bauwirtschaft zeigt sich relativ krisenfest. Sie konnte das Krisenjahr 2020 dank guter Auftragslage mit einem geringen Wertschöpfungsminus von zwei Prozent abschließen. Das Erholungstempo wird heuer und in den kommenden Jahren aber mehr denn je von öffentlichen Bauinvestitionen abhängen. Am stärksten hat es alle vom Tourismus abhängigen Branchen getroffen, diese mussten die höchsten Umsatzeinbrüche hinnehmen. Hotels und Gaststätten, Reisebüros, Kultur- und Konzertveranstalter, aber auch der Lebensmittelgroßhandel wurden am stärksten getroffen. Und sehen auch noch einer schwierigen ersten Jahreshälfte 2021 entgegen.

Doch insgesamt rechnen unsere Ökonomen für den Bereich Gastronomie und Beherbergung im heurigen Jahr mit einem starken Rebound. Sollte die Corona-Pandemie im weiteren Jahresverlauf erfolgreich zurückgedrängt werden können, dürfte es hier den stärksten Aufholeffekt im Vergleich zu den anderen Sektoren geben. Auch der Möbel-,Sport- und Spielwarenhandel wird kräftig zulegen, obwohl diese Bereiche des Handels schon 2020 durch die Pandemie nur wenig getroffen worden sind. Auch der Kfz-Verkauf wird heuer wieder merklich anspringen. Förderungen für den Umstieg auf Elektromobilität dürften die Entwicklung unterstützen. Insgesamt könnte der Handel heuer drei Viertel des Einbruchs aus dem vergangenen Jahr wieder aufholen.

Grafik Geschätzte Entwicklung der Branchen 2021

Solide Industrie

Österreichs Industriebetriebe werden die Corona- Krise besser wegstecken als die Finanzkrise im Jahr 2009. Und drei Viertel des Rückgangs im Vorjahr könnten heuer in der Industrieproduktion wieder aufgeholt werden. Die Arbeitsabläufe konnten an die Social-Distancing-Anforderungen gegen die Ansteckungsgefahr in den Betrieben gut angepasst werden. Die Produktion lief in einem großen Ausmaß auch während des zweiten Lockdowns im vergangenen Jahr weiter. Dennoch bleibt das Industriewachstum heuer noch gedämpft, da die Investitions- und Exportentwicklung unter der weiter anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit leiden. Nicht zuletzt engen die Gewinnausfälle 2020 den Investitionsspielraum ein, und die noch immer unterausgelasteten Kapazitäten bremsen den Investitionsbedarf. Doch die Erhebungen zum UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex haben noch Ende 2020 gezeigt, dass das Verhältnis zwischen Neuaufträgen und den Beständen in den Absatzlagern für eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs in der heimischen Industrie spricht. Denn mit den vorhandenen Lagerbeständen können die weiter einlangenden Aufträge nicht ohne eine weitere Produktionssteigerung erfüllt werden. Darüber hinaus sind die Betriebe trotz des zweiten Lockdowns im vergangenen Jahr hinsichtlich der mittelfristigen Aussichten etwas optimistischer geworden. Die Produktionserwartungen steigen wieder leicht.

Schwieriger Arbeitsmarkt

Der österreichische Arbeitsmarkt wird heuer weiter unter den Folgen der Pandemiebekämpfung leiden. Der zweite Lockdown Ende des vergangenen Jahres hat den leichten Verbesserungstrend bei der Beschäftigung unterbrochen. Erst ab der zweiten Jahreshälfte 2021 kann daher wieder mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote in Österreich gerechnet werden. Nach dem Anstieg auf durchschnittlich zehn Prozent im Jahr 2020 wird die Arbeitslosenquote 2021 auf 9,6 Prozent sinken und erst 2022 etwas stärker abnehmen, mit 8,7 Prozent jedoch weiter klar über dem Vorkrisenniveau liegen.

Geringer Preisauftrieb

Trotz der Erholung der Wirtschaft wird der Inflationsdruck vorerst überschaubar bleiben, zumal 2021 der niedrige Ölpreis die Teuerung in Österreich entlasten dürfte. Nach 1,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2020 erwarten unsere Ökonomen auch für 2021 eine Inflationsrate von 1,5 Prozent, die sich 2022 auf durchschnittlich 1,9 Prozent erhöhen dürfte. Damit wird die Teuerung das zehnte Jahr in Folge über dem Vergleichswert im Euroraum liegen. Von 2013 als Startpunkt gesehen wird sich bis 2022 insgesamt ein Inflationsaufschlag von fast sieben Prozentpunkten gegenüber dem europäischen Durchschnitt aufbauen. Doch die EZB wird, wie die Notenbanken der USA oder China, ihre expansive Geldpolitik fortsetzen. Vom Beginn der Pandemie weg haben sich die summierten Bilanzsummen der sechs größten Notenbanken der Welt von 19,3 Billionen in nur einem Jahr auf 25 Billionen Euro sprunghaft aufgebläht (siehe Grafik "Bilanzsumme der sechs größten Notenbanken der Welt"). Zinserhöhungen sind in den kommenden Jahren nicht zu erwarten, da weiterhin mit keinem Inflationsdruck zu rechnen ist und die Wirtschaft Unterstützung benötigt. Das Rückfahren der stark expansiven Geldpolitik wird die Notenbanken aber auch vor große Herausforderungen stellen, um einen Ausgleich zwischen günstigen Finanzierungsbedingungen und Inflationserwartung zu finden.

Grafik Bilanzsummen der sechs größten Notenbanken der Welt

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