Über Österreich Aktuell
Die Publikation „Österreich Aktuell“ beinhaltet aktuelle Prognosen für die österreichische Wirtschaft und für die wichtigsten Indikatoren die letztverfügbaren Daten, zum Teil auch in Grafiken. Die wichtigsten Indikatoren werden auch laufend kommentiert und ihre Auswirkung auf die Prognose der österreichischen Konjunktur analysiert.
Konjunkturdelle über den Sommer und höhere Inflation

- Leichte Konjunkturdelle durch Nahostkonflikt
Wir gehen für das zweite Quartal von einer Stagnation aus, belastet von den Folgen der geopolitischen Unsicherheiten auf Konsum- und Investitionsentwicklung. Die zaghafte Erholung der heimischen Wirtschaft sollte sich mit der Beruhigung des Nahostkonflikts jedoch fortsetzen. Wir erwarten für 2026 weiterhin ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent und für 2027 eine leichte Verbesserung auf 1,2 Prozent. - Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent gestiegen
Die Arbeitslosenquote stieg im April auf 7,6 Prozent saisonbereinigt und verharrte dort im Mai. Infolge der Verlangsamung der Konjunkturerholung durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs wird sich die erwartete Verbesserung am Arbeitsmarkt um einige Monate nach hinten verschieben. Nach dem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,4 Prozent im Jahr 2025 gehen wir für 2026 mittlerweile von einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent aus. Erst 2027 sollte sich unterstützt durch demografische Effekte ein stabiler Abwärtstrend durchsetzen und einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf zumindest 7,4 Prozent ermöglichen. - Doppelbudget für 2027/28 geplant
Das Defizit im Gesamtstaat sank 2025 auf 21,5 Mrd. Euro bzw. 4,2 Prozent des BIP und blieb damit unter dem ursprünglich geplanten Wert von 4,5 Prozent des BIP. Die Regierungsparteien haben sich auf die Eckpunkte eines Doppelbudget für 2027/28 geeinigt, das für 2027 ein Defizit von 3,5 Prozent des BIP und 2028 von 3 Prozent des BIP vorsieht. Die Mittelkalkulation ist nach unserer Einschätzung zumindest sehr knapp bemessen, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Spielraum im Falle einer schwächeren Konjunktur ist nicht gegeben, daher haben wir unsere Prognose für das Budgetdefizit auf 3,8 Prozent für 2027 erhöht, nach einem Defizit von 4 Prozent 2026. - Nach Treibstoffpreisen ziehen nun die Dienstleistungspreise an
Durch den Anstieg der Energiepreise stieg die Inflation ab März deutlich an und erreichte im Mai belastet durch erste Folgeeffekte auf Dienstleistungspreise voraussichtlich sogar 3,7 Prozent. Die Inflation wird sich in den kommenden Monaten weiterhin zumindest auf diesem Niveau bewegen. Wir haben daher unsere Inflationsprognose für 2026 von 3,0 auf 3,4 Prozent erhöht und erwarten für 2027 weiterhin einen Rückgang auf 2,6 Prozent. - Leitzinsen im Juni um 25 Basispunkte angehoben
Nach der erwarteten Zinsanhebungen der EZB im Juni um 25 Basispunkte wird die EZB nach unserer Einschätzung mit weiteren Schritten vorerst abwarten. Wir gehen davon aus, dass die EZB jedoch im September eine weitere Zinsanhebung um 25 Basispunkte vornehmen wird.
Stand: Juni 2026.
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