Über Österreich Aktuell
Die Publikation „Österreich Aktuell“ beinhaltet aktuelle Prognosen für die österreichische Wirtschaft und für die wichtigsten Indikatoren die letztverfügbaren Daten, zum Teil auch in Grafiken. Die wichtigsten Indikatoren werden auch laufend kommentiert und ihre Auswirkung auf die Prognose der österreichischen Konjunktur analysiert.
Nahostkonflikt schwächt Konjunktur und erhöht Inflation

- Leichter BIP-Anstieg zu Jahresbeginn 2026 Das BIP legte gemäß Wifo-Schätzung im ersten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Allerdings zeigen die Stimmungsindikatoren mit dem Beginn des Iran-Kriegs und den in der Folge stark gestiegenen Energiepreisen seit März spürbar nach unten. Wir gehen davon aus, dass sich die zaghafte Erholung der heimischen Wirtschaft fortsetzen wird, aber dass die geopolitischen Unsicherheiten die Konsumentwicklung sowie die Investitionsbereitschaft begrenzen werden. Wir erwarten für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent und für 2027 eine leichte Verbesserung auf 1,2 Prozent.
- Arbeitslosenquote auf 7,6 Prozent im April gestiegen
Infolge der Verlangsamung der Konjunkturerholung durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs wird sich die erwartete Verbesserung am Arbeitsmarkt um einige Monate nach hinten verschieben.
Nach dem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,4 Prozent im Jahr 2025 gehen wir für 2026 mittlerweile von einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent aus. Erst 2027 sollte sich unterstützt durch demografische Effekte ein stabiler Abwärtstrend durchsetzen und einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf zumindest 7,4 Prozent ermöglichen. - Doppelbudget für 2027/28 geplant
Die Regierungsparteien haben sich auf die Eckpunkte eines Doppelbudget für 2027/28 geeinigt, das bereits am 10. Juli im Parlament beschlossen werden soll. Bis 2028 soll das Defizit auf 3 Prozent des BIP gedrückt werden. Das Budget sieht einen Finanzierungsbedarf von 5,1 Mrd. Euro vor. 2,5 Mrd. Euro sind für die Budgetkonsolidierung vorgesehen. 2,6 Mrd. sollen in Offensivmaßnahmen fließen, wie die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt. Die Mittelkalkulation ist nach unserer Einschätzung zumindest sehr knapp bemessen, um das angestrebte Ziel zu erreichen, Spielraum im Falle einer schwächeren Konjunktur ist nicht gegeben. - Iran-Konflikt hat die Inflation wieder steigen lassen
Durch den Anstieg der Energiepreise aufgrund des Nahost-Konflikts stieg die Inflation auf über 3 Prozent im März und April. Die Inflation wird sich in den kommenden Monaten weiterhin zumindest auf diesem Niveau bewegen. Für 2026 gehen wir von einer durchschnittlichen Teuerung von 3,0 Prozent aus und erwarten für 2027 einen Rückgang auf 2,6 Prozent. - Leitzinsanhebung im Juni immer wahrscheinlicher
Wir erwarten Zinsanhebungen der EZB im Juni und im September um insgesamt 50 Basispunkte. Die Risiken sind jedoch asymmetrisch verteilt, die Wahrscheinlichkeit von stärkeren Maßnahmen der EZB ist angesichts der Entwicklung der geopolitischen Lage deutlich höher zu bewerten.
Stand: Mai 2026.
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