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Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Anleihen der Kernländer verzeichneten im dritten Quartal neuerlich Renditerückgänge, nachdem sich das konjunkturelle Risikobild infolge des bestehenden Handelskonflikts weiter eintrübte. Angesichts der höheren Nachfrage nach den als sichere Häfen geltenden Anleihen der Kernländer markierten diese Mehrjahres- bzw. historische Tiefststände. 

Hoffnungen auf Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit läuteten auf den Rentenmärkten sodann aber eine Kehrtwende ein, die durch die Verkündung geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen durch die EZB zusätzlichen Schub verliehen bekam, da sich im Nachgang der Ratssitzung die Meinung durchzusetzen schien, die EZB würde auf der Zinsseite auf absehbare Zeit nicht mehr aktiv werden. 

Wie weitläufig erwartet, senkte auch die US-Notenbank das Zielband für ihren Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 1,75–2,00 %. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell begründete diese Entscheidung mit anhaltenden Risiken für den Wachstumsausblick. Gleichzeitig betonte Powell, die Fed würde sich nicht auf einem anhaltenden Lockerungspfad befinden. Wir erwarten in den kommenden Quartalen eine zunehmende Abflachung des Wachstumspfades der amerikanischen Volkswirtschaft, woraus wir die Notwendigkeit weiterer Zinssenkungen ableiten.
In Summe währte der Renditeanstieg bei Anleihen der Kernländer jedoch nur kurz. Das Hochkochen geopolitischer Unsicherheiten im Nahen Osten sowie enttäuschende Konjunkturdaten, vor allem die auf beiden Seiten des Atlantiks hinter den Erwartungen gebliebenen Einkaufsmanagerindizes, übten gegen Quartalsende neuerlich Druck auf die entsprechenden Renditeniveaus aus, was im Umkehrschluss Kurszuwächse bedeutete. 

Aktien

Mit (geo)politischen sowie konjunkturellen Unsicherheiten hielt das dritte Quartal für die internationalen Aktienmärkte einige Herausforderungen bereit, wobei der schwelende Handelskonflikt sowie daraus resultierende Konjunktursorgen die Themenführerschaft innehatten. Aktien bewegten sich im Rhythmus diesbezüglicher Schlagzeilen, entsprechend volatil gestaltete sich deren Kursentwicklung. Damit tendierten globale Aktien, gemessen am MSCI AC World, im dritten Quartal mit –0,53 % lediglich seitwärts, wohingegen diese sich mit über 14 % seit Jahresbeginn weiterhin deutlich im Plus befinden.

In den USA verzeichneten laut dem Datenanbieter FactSet bonitätsstarke Unternehmen, sogenannte Blue Chips, im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von 0,3 %. Nachdem diese bereits im ersten Quartal eine Kontraktion von 0,2 % auswiesen, befinden sich diese Unternehmen definitionsgemäß in einer Gewinnrezession. Dieser Umstand trat in der Vergangenheit bereits öfters ein, ohne dass dies größeres Aufsehen erregt hätte. Mit den schrumpfenden Gewinnen im heurigen Jahr ging jedoch ein sich eintrübendes US-Konjunkturbild einher. Dennoch befinden sich US-Aktien unweit ihrer Rekordstände.

Ungeachtet des Abwärtstrends der Konjunkturindikatoren in Europa bewegen sich die absoluten Gewinnniveaus europäischer Unternehmen weitgehend seitwärts. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Konjunkturindikatoren ein überzeichnetes Bild der wirtschaftlichen Abkühlung geben. In Summe konnten europäische Aktien gemessen am STOXX Europe 600 im abgelaufenen Quartal um 2,15 % zulegen und ließen damit ihre Pendants aus Übersee hinter sich, die gemessen am S&P 500 einen Zuwachs von 1,19 % erzielten.

US-Titel mussten sich auch gegenüber japanischen Aktien (gemessen am TOPIX) geschlagen geben, die im dritten Quartal einen Anstieg von 2,36 % verzeichneten. Dies stellt die erste Outperformance gegenüber US-Aktien seit dem Jahresschlussquartal 2017 dar. Als Unterstützungsfaktoren dienten hierfür zum einen die zuletzt gezeigte Schwächetendenz des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar, der im September um 1,7 % nachgab. Zum anderen zogen japanische Einzelhandelsumsätze stärker als erwarten an, was jedoch Vorzieheffekten im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung im Oktober geschuldet sein könnte.

Nachdem Aktien der Schwellenländer im dritten Quartal Abschläge in Höhe von 5,11 % hinnehmen mussten, könnten sie nunmehr wieder Auftrieb erhalten. In vielen Ländern ist die Geldpolitik nämlich weiterhin sehr expansiv, niedrige Inflationsraten erlauben Zinssenkungen, was wiederum das Klima für Aktien unterstützt.

Währungen und Rohstoffe

Der Preis der Rohölsorte Brent musste im dritten Quartal einen Abschlag in Höhe von 8,67 % hinnehmen und verzeichnete damit das schwächste Vierteljahr seit Herbst 2018. Vor allem der schwelende Handelskonflikt und daraus resultierende negative Implikationen für das globale Konjunkturwachstum üben Druck auf den Ölpreis aus, trübt sich damit doch auch die zu erwartende Nachfrage nach Erdöl ein. Infolge des Drohnenangriffs auf wichtige Ölförderanlagen in Saudi-Arabien, wodurch rund 5 % der globalen Tagesproduktion ausfielen, verzeichnete Brent einen zwischenzeitlichen Preisanstieg von 20 %. Doch angesichts der Tatsache, dass Saudi-Arabien den Großteil seiner Produktionskapazitäten schneller als erwartet wiederherstellen konnte, baute sich die Risikoprämie rasch wieder ab. Sollte es in absehbarer Zeit zu keinem Hochkochen der geopolitischen Spannungen in der Region kommen, dürften Wirtschaftswachstumserwartungen wieder den wichtigsten Einflussfaktor darstellen, wodurch der Ölpreis weiterem Abwärtsdruck ausgesetzt sein dürfte. 

Der Goldpreis zog im dritten Quartal um 4,32 % an und verzeichnet damit 12 Monate in Folge einen Anstieg, was die längste Gewinnserie der vergangenen acht Jahre darstellt. Als Unterstützungsfaktoren hierfür dienten geopolitische Unsicherheiten sowie die sich im Zuge der anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China zunehmend eintrübenden globalen Konjunkturaussichten. Auch die infolgedessen von wichtigen Notenbanken durchgeführten Lockerungen der geldpolitischen Zügel verliehen dem Edelmetall Auftrieb. 

Angesichts eines an Stärke gewinnenden US-Dollar sowie der zwischenzeitlich aufflackernden Hoffnung, als eine Einigung im Handelskonflikt näher zu rücken schien, musste der Goldpreis im Verlauf des Monats September mit –3,45 % jedoch etwas Terrain preisgeben.  Da die Unsicherheitsfaktoren weiter bestehen bleiben dürften, könnte der Goldpreis zumindest auf kurze Sicht weitere Unterstützung erfahren. 

Datum: 8.10.2019

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