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Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Am Rentenmarkt führte ein Stimmungsaufschwung, resultierend aus Anzeichen, die USA und China könnten kurz vor der Unterzeichnung eines Teilabkommens stehen, sowie besser als erwartete Konjunkturdaten zu sichtbar steigenden Renditen von Anleihen der Kernländer, womit diese ihren zum Teil im September gestarteten Aufwärtstrend weiter fortsetzten. Damit ging auch der Anteil an Staatsanleihen, die eine negative Rendite aufweisen, um mehr als 25 % auf rund 12,5 Bio. USD zurück, nachdem dieser im August noch einen Rekordstand von 17 Bio. USD erreichte. 

Wie erwartet brachte Mario Draghis letzte Ratssitzung als EZB-Präsident im Hinblick auf die Geldpolitik keine bedeutsamen Neuerungen. Die konjunkturelle Einschätzung fiel unverändert zum Vormonat aus. Das heißt, die EZB geht zwar lediglich von einem moderaten, aber weiterhin positiven Wachstum in der Währungsunion aus. Mit Anfang November fiel zudem der Startschuss für das neuerlich aufgelegte Anleihenkaufprogramm im Ausmaß von monatlich 20 Mrd. Euro. Da Draghis Nachfolgerin, Christine Lagarde, den geldpolitischen Kurs ihres Vorgängers zumindest anfangs fortsetzten dürfte, erwarten Marktteilnehmer auf kurze Sicht keine weiteren Zinssenkungen. 

Auf der anderen Seite des Atlantiks senkte die US-Notenbank Fed das Zielband für ihren Leitzinssatz zum dritten Mal in diesem Jahr um 25 Basispunkte auf 1,5-1,75 %. Nach dem Zinsschritt signalisierte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell erst einmal eine Zinspause, es sei denn, der US-Konjunkturausblick würde sich wesentlich ändern. Gleichzeitig hielt Powell fest, dass einer künftigen Zinserhöhung zunächst ein bedeutender und nachhaltiger Anstieg der US-Inflationsrate vorausgehen müsste. 

Aktien

In den USA hat vor allem die Kombination aus nachlassenden Handelsspannungen, einer besser als befürchtet laufenden Berichtssaison, positiven Konjunkturdaten sowie einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank den Risikoappetit der Anleger befeuert und lokalen Aktien frische Impulse verliehen. Darüber hinaus sorgten umfangreiche Aktienrückkaufprogramme für Unterstützung.  

In der Eurozone zeigte sich die Konjunkturentwicklung im dritten Quartal mit 0,2 % gegenüber dem Vorquartal und 1,1 % im Jahresvergleich besser als von Ökonomen prognostiziert, was angesichts der industriellen Abkühlung in Deutschland auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit hindeuten könnte. Für Unterstützung sorgte zudem, dass es mit Frankreich, das nach Deutschland die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone darstellt, wirtschaftlich zuletzt bergauf ging. Darüber hinaus profitierte der europäische Automobilsektor von Aussagen des US-Wirtschaftsministers Wilbur Ross, nachdem dieser meinte, die amerikanische Regierung könnte unter Umständen doch noch auf Zölle auf Autoimporte aus Europa verzichten. 

Japanische Aktien zeigten sich von der allgemeinen Stimmungsaufhellung beflügelt und kletterten, gemessen am TOPIX, auf das höchste Niveau seit Oktober 2018.  Nachdem Chinas Aktienmarkt 2018 angesichts des an Intensität zulegenden Handelsdisputes deutliche Kursverluste hinnehmen musste, ist dieser nun auf bestem Weg, eine Top-Platzierung unter den performancestärksten Aktienmärkten des heurigen Jahres zu erreichen. So blickt der CSI 300 im bisherigen Jahresverlauf auf einen Kurszuwachs von rund 30 % zurück. Vor allem in den Hintergrund tretende Sorgen vor negativen Implikationen, die der Handelskonflikt auf die chinesische Wirtschaft haben könnte, beflügelten bei lokalen sowie ausländischen Investoren die Zuversicht und damit die Aktienkurse. 

Die Wall Street zeigte sich im Oktober optimistisch. So verzeichneten der Dow Jones sowie der S&P 500 Zugewinne in Höhe von 0,48 % bzw. 2,04 %, während der technologielastige NASDAQ sogar um 3,66 % zulegen konnte. Europäische Börsen standen diesem Ergebnis um nichts nach. Während der STOXX Europe 600 ein Plus von 0,92 % verbuchte, sprang der DAX um 3,53 % nach oben. Investoren japanischer Aktien hatten im Oktober am meisten Grund zur Freude. Der NIKKEI avancierte um 5,38 %, während der TOPIX um 4,99 % anzog. Schwellenländer, gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in Lokalwährung), erzielten mit plus 4,09 % ebenfalls deutliche Kurszuwächse.

Währungen und Rohstoffe

In den vergangenen Wochen erhielt die Hoffnung, die USA und China könnten im Hinblick auf den Handelsdisput eine Einigung erzielen, wenn vorerst auch auf ein Teilabkommen beschränkt, neue Nahrung. Infolgedessen nahmen am Ölmarkt Sorgen vor einer nachlassenden Nachfrage nach Erdöl etwas ab, was dem Preis der Rohölsorte Brent Auftrieb verlieh. Damit beläuft sich der Preisanstieg seit Jahresbeginn auf rund 12 %. Seit dem diesjährigen Höchststand im April summiert sich der Preisabschlag bei Brent, angesichts der im Zuge des Handelskonflikt hervorgerufenen Unsicherheiten, jedoch nach wie vor auf rund 19 %.
Im Dezember findet in Wien das nächste Treffen der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) und ihrer Partner statt. Dann dürfte eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob diese ihre bestehenden Förderkürzungen weiter erhöhen, um dem Ölpreis Unterstützung zu verleihen. Denn zum einen hegen Marktteilnehmer weiterhin vielfach die Befürchtung, die Ölpreisentwicklung zwischen den Jahren 2014 und 2016 könnte sich wiederholen. Damals hatte eine Kombination aus steigendem Angebot und fallender Nachfrage einen Preisverfall zur Folge. Zum anderen sollen im Dezember Teile der im saudi-arabischen Staatsbesitz befindlichen Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco an die Börse gebracht werden. Kurzfristig dürfte die Rohölsorte Brent aber weiterhin den vom Handelskonflikt hervorgerufenen Stimmungsschwankungen ausgesetzt sein, womit die Preisentwicklung entsprechend schwankungsanfällig bleiben sollte. 

Das globale Risikobild hellte sich in den vergangenen Wochen etwas auf, nachdem es zwischen den USA und China Anzeichen einer Annäherung in Teilen der offenen Handelsfragen zu geben schien. Darüber hinaus nahm zumindest vorerst das Drohpotenzial eines ungeordneten Brexits etwas ab. Auch besser als erwartete Konjunkturdaten schlugen in diese Kerbe. Ungeachtet dieses Umfeldes, welches risikobehafteten Wertpapieren Auftrieb verlieh, konnte der Goldpreis im Monat Oktober um 3,35 % zulegen. 

Unterstützung scheint das Edelmetall dabei großteils vom US-Dollar erhalten zu haben, der handelsgewichtet im abgelaufenen Monat um 1,89 % nachgab. Zudem dienten die lockere Geldpolitik wichtiger Notenbanken sowie die Zinssenkungen der US-Notenbank als Unterstützungsfaktor, auch wenn Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank, signalisierte, mit weiteren Zinssenkungen erstmal abwarten zu wollen. 

Der japanische Yen setzte seine Schwächetendenz gegenüber dem US-Dollar weiter fort, nachdem dieser im August, angesichts der im Sommer an den Finanzmärkten entfalteten Risikoaversion, seinen diesjährigen Höchststand markiert hatte. 

Datum: 11.11.2019

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