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Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

In den letzten zwei Juliwochen gingen die mit Spannung erwarteten Sitzungen der US-Notenbank Fed sowie der Europäischen Zentralbank über die Bühne. Bereits im Vorfeld der Sitzungen befeuerten beide Notenbanken die Erwartung geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen. In Kombination mit der US-Administration, die neue Handelszölle ankündigte, erreichten Renditen von Anleihen der Kernländer neue Mehrjahres- bzw. Tiefststände . 

Angesichts der Tatsache, dass die Inflation in der Eurozone nach wie vor deutlich unterhalb des von der EZB gesetzten Zielwertes von knapp 2 % verharrt, und weil die Zuversicht der Notenbank, dass es sich bei der aktuellen Dateneintrübung lediglich um eine Konjunkturdelle handelt, zunehmend zu schwinden scheint, stieß die EZB die Tür für künftige geldpolitische Stimuli weit auf. So untermauerte diese die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung des Einlagesatzes (also des Zinssatzes, zu welchem Geschäftsbanken Geld bei der EZB anlegen können) im Rahmen ihrer nächsten Ratssitzung am 12. September deutlich. 

Alldem ist die US-amerikanische Notenbank bereits einen Schritt voraus. Die Fed senkte, wie allgemein erwartet worden war, das Zielband für den Leitzins um 25 Basispunkte und leitete damit eine geldpolitische Kehrtwende ein, denn dies war die erste Zinssenkung seit 2008. Die Fed kündigte auch an, sie werde ihren Bilanzabbau bereits per 1. August 2019 und damit zwei Monate früher als bisher geplant beenden. Die Notenbank begründete die Zinssenkung mit den Auswirkungen der globalen Entwicklungen auf die Konjunkturaussichten (langsameres globales Wachstum und Handelsunsicherheiten) sowie einem gedämpften Inflationsdruck. Auf mittlere Sicht gehen wir von einer sukzessiven Eintrübung der amerikanischen Konjunkturindikatoren aus, weshalb wir an unserer Erwartung weiterer vier Leitzinssenkungen bis Mitte nächsten Jahres festhalten.

Aktien

Marktteilnehmer hatten in den vergangenen Wochen eine breite Themenpalette zu verarbeiten: vom Handelskonflikt und der sich in diesem Zusammenhang eintrübenden Weltwirtschaft über die Verlangsamung des Ertragswachstums bei Unternehmen und den Brexit-Fortgang bis hin zu geopolitischen Unsicherheiten. Im Hinblick darauf zeigten sich Anleger zurückhaltend, worauf die globalen Aktienmärkte ihre zwischenzeitlich erzielten Kursgewinne zum Teil wieder preisgeben mussten. 

In den USA bremsten sich die wirtschaftlichen Aktivitäten im zweiten Quartal deutlich ein. So verzeichnete die US-Konjunktur ein Wachstum von annualisierten 2,1 %, nachdem im Vorquartal noch 3,1 % erzielt worden waren. Dabei stellte vor allem der Handelskonflikt einen wesentlichen Belastungsfaktor dar. Auch auf Unternehmensseite rechnen Analysten für das zweite Vierteljahr mit einer schwindenden Profitabilität. Gemäß dem Datenanbieter FactSet könnte das Gewinnwachstum einen Rückgang von 2,8 % aufweisen – nach minus 0,3 % im ersten Vierteljahr. Zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Gewinnwachstum würden demnach eine Gewinnrezession bedeuten. 

Zyklisch und strukturell, also hinsichtlich des Verschuldungsgrades, scheint Europa besser aufgestellt zu sein als die USA. Nichtsdestotrotz zeigt auch auf unserem Kontinent das Wachstumsmomentum nach unten. Laut dem Datenanbieter Refinitiv wird für Unternehmen des STOXX Europe 600 für das zweite Quartal nun ein Gewinnwachstum in Höhe von 0,6 % erwartet, während zuvor noch von einem Rückgang ausgegangen wurde. Im ersten Quartal mussten die Unternehmen noch ein negatives Gewinnwachstum verbuchen. 

Angesichts der engen wirtschaftlichen Verknüpfungen zwischen Japan und China stand die Möglichkeit im Raum, dass im Zuge des Handelskonflikts zwischen den USA und China auch Japans Wirtschaft verstärkt unter Druck geraten könnte. Insofern sorgten starke Bilanzzahlen vor allem japanischer Finanzdienstleister dafür, dass diesbezügliche Befürchtungen zumindest etwas in den Hintergrund rückten. Zudem profitierten exportlastige Unternehmen wie Auto- und Elektronikhersteller von einem zwischenzeitlich etwas schwächeren Yen.

Aktien der Schwellenländer mussten zuletzt etwas Terrain preisgeben. Marktteilnehmer zeigten sich nach der Offenmarktsitzung der US-Notenbank Fed vielfach enttäuscht, hatte man doch vom Vorsitzenden Jerome Powell erwartet, dass dieser den Startschuss für einen längeren Zinssenkungszyklus geben würde. Darüber hinaus sorgte die Ankündigung der USA, die Zölle gegenüber China neuerlich anzuheben, für Verstimmung. 

An der Wall Street verzeichneten der Dow Jones sowie der S&P 500 Zugewinne in Höhe von 0,99 % bzw. 1,31 %, während der technologielastige NASDAQ um 2,11 % zulegen konnte. In Europa fiel die Entwicklung an den Börsen gemischt aus: Während der STOXX Europe 600 den Monat mit 0,23 % leicht positiv beschließen konnte, musste der DAX Abschläge in Höhe von 1,69 % hinnehmen. Schwellenländer – gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in US-Dollar) – verzeichneten mit minus 1,69 % ebenfalls Kursverluste. Japanische Aktien verbuchten hingegen Kursanstiege: Der NIKKEI kletterte um 1,15 % nach oben, während der TOPIX um 0,90 % anzog.

Währungen und Rohstoffe

Ungeachtet der Entscheidung der OPEC, ihre Förderkürzung bis ins erste Quartal 2020 zu verlängern, und trotz US-Öllagerbeständen, die über fünf aufeinanderfolgende Wochen einen Rückgang verzeichneten, sowie ungeachtet zunehmender geopolitischer Unsicherheiten im Nahen Osten notierte der Ölpreis weitestgehend unter 65 US-Dollar je Fass. Denn der nach wie vor schwelende Handelskonflikt führt zu einer Eintrübung des Konjunkturausblicks. Daraus leiten Marktteilnehmer wiederum eine schwächere Ölnachfrage ab, welche den Ölpreis unter Druck setzt. Die Sorgen vor einem neuerlichen Angebotsüberhang überlagern dabei die Zwischenfälle in der für die Ölversorgung wichtigen Straße von Hormus, passieren diese Meerenge doch täglich rund 20 % der globalen Erdölproduktion. Sollte dieser Konfliktherd stärker in den Fokus rücken, könnte dies den Ölpreis jedoch in die Höhe treiben.

In den vergangenen Wochen hat der Goldpreis seinen Höhenflug fortgesetzt und dabei den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. Vor allem Signale für Zinssenkungen durch wichtige Notenbanken waren hierfür ausschlaggebend, denn dadurch verringern sich die sogenannten Opportunitätskosten, also z. B. Zinserträge, die man erhalten hätte, hätte man anstatt in Gold in Anleihen investiert. Angesichts des zunehmenden Volumens negativ rentierender Anleihen wurde dieser Effekt zusätzlich verstärkt. Darüber hinaus verliehen Konjunktursorgen sowie geopolitische Unsicherheiten dem Edelmetall Auftrieb. Sollte sich die US-Konjunktur weiter abkühlen und die US-Notenbank Fed in den kommenden Quartalen ihrer Zinssenkung von Ende Juli weitere Zinsschritte folgen lassen, dürfte auch der US-Dollar sukzessive schwächer tendieren. Diese Kombination könnte dem Goldpreis im weiteren Jahresverlauf als Unterstützungsfaktor dienen.

Datum: 6.8.2019

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