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Grundstück prüfen. Richtig entscheiden.

Das perfekte Grundstück überzeugt durch mehr als nur seine Lage: Flächenwidmung, Bebauungsplan, Baugrund sowie Erschließungs- und Nebenkosten spielen eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erfolg Ihres Bauprojekts.

Grundstückskauf – Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nicht jedes Grundstück ist automatisch bebaubar.
  • Widmung, Bauklasse und Bebauungsplan prüfen.
  • Bauklasse bestimmt Höhe und Größe des Hauses.
  • Bauvorschriften können die Planung zusätzlich einschränken.
  • Bodenbeschaffenheit und Hanglage beeinflussen die Baukosten.
  • Aufschließung (Strom, Wasser, Kanal, Zufahrt) kontrollieren.
  • Versteckte Kosten vor dem Kauf berücksichtigen.
  • Grundstück immer nach Bebaubarkeit und Gesamtkosten bewerten.

Die MyHome Community unterstützt Sie dabei, diese Zusammenhänge frühzeitig zu verstehen.

Mit den folgenden Fragen und Antworten erhalten Sie eine klare Orientierung, worauf es wirklich ankommt – damit Sie Ihr Grundstück von Anfang an richtig einschätzen und eine sichere Entscheidung treffen können.

Wichtige Fragen

Bebaubarkeit & Bauvorschriften:

Ist jedes Grundstück automatisch bebaubar?

Nein. Ein Grundstück ist nur dann tatsächlich bebaubar, wenn es im Flächenwidmungsplan als Bauland ausgewiesen ist und zusätzlich keine Einschränkungen bestehen, die Ihr Bauvorhaben verhindern.
Entscheidend ist dabei nicht nur, ob gebaut werden darf, sondern wie gebaut werden darf. Genau das regeln Bauklasse und Bebauungsbestimmungen.
Das bedeutet: Auch wenn ein Grundstück als Bauland gilt, kann es sein, dass Ihr gewünschtes Haus dort in dieser Form nicht umgesetzt werden kann.
Entscheidend ist daher immer die Kombination aus Widmung, Bauklasse und Bebauungsplan.

Was genau bedeutet die Bauklasse – und warum ist sie so entscheidend?

Die Bauklasse legt fest, wie hoch ein Gebäude auf einem Grundstück sein darf. Sie ist damit einer der wichtigsten Faktoren für Ihre Planung.

In vielen Regionen Österreichs bedeutet das zum Beispiel:

Bauklasse I erlaubt Gebäude bis ca. 9 Meter
Bauklasse II bis ca. 12 Meter
Bauklasse III bis ca. 16 Meter

Diese Höhen sind keine abstrakten Zahlen, sondern bestimmen direkt, wie viele Stockwerke möglich sind.

Das heißt: Wenn Sie ein zweigeschossiges Einfamilienhaus planen, muss die Bauklasse das auch tatsächlich zulassen.

Viele Käufer gehen davon aus, dass „ein Haus schon möglich sein wird“ – genau hier entstehen später Probleme.

Wie prüfe ich konkret, ob meine Wunschplanung zur Bauklasse passt?

Um das richtig zu prüfen, reicht es nicht, nur auf die Bauklasse zu schauen. Sie müssen Ihre konkrete Planung damit vergleichen.
Das bedeutet:
Sie sollten wissen, wie groß Ihr Haus werden soll, wie viele Stockwerke geplant sind und welche Bauweise vorgesehen ist.
Dann kann geprüft werden, ob diese Punkte mit den Vorgaben übereinstimmen.
Wenn Sie feststellen, dass Sie mehrere Kompromisse eingehen müssten, ist das ein klares Zeichen, dass das Grundstück nicht optimal zu Ihrer Planung passt.

Welche Bauvorschriften beeinflussen mein Bauvorhaben noch zusätzlich?

Neben der Bauklasse gibt es mehrere Vorschriften, die oft unterschätzt werden, aber eine große Auswirkung haben.
Dazu gehören insbesondere Abstandsregelungen, die festlegen, wie weit Ihr Gebäude von den Grundstücksgrenzen entfernt sein muss. Auch die Bebauungsdichte ist entscheidend, da sie vorgibt, wie viel Fläche überhaupt verbaut werden darf.
Das bedeutet in der Praxis: Ein großes Grundstück wirkt oft großzügiger, als es tatsächlich bebaubar ist.
Erst durch diese Vorschriften zeigt sich, wie viel Platz real nutzbar ist.

Grundstücksbeschaffenheit & Baukosten:

Wie stark beeinflusst die Beschaffenheit des Grundstücks die Baukosten wirklich?

Die Beschaffenheit ist einer der größten Einflussfaktoren auf die tatsächlichen Baukosten.
Ein Grundstück mit schwierigen Bodenverhältnissen kann dazu führen, dass zusätzliche Maßnahmen notwendig werden, etwa tiefere Fundamente oder spezielle Abdichtungen. Auch Hanglagen führen in vielen Fällen zu einem höheren baulichen Aufwand.
Das hat zur Folge, dass ein zunächst günstiges Grundstück am Ende deutlich teurer werden kann als ein scheinbar teureres, aber besser geeignetes Grundstück.
Die Baukosten hängen also nicht nur vom Haus ab, sondern ganz wesentlich vom Baugrund.

Wie erkenne ich bereits bei der Besichtigung, ob die Beschaffenheit problematisch ist?

Auch ohne Fachwissen lassen sich erste Hinweise erkennen.
Auffällige Neigungen, unebene Flächen oder feuchte Stellen können darauf hinweisen, dass der Bau aufwendiger wird. Ebenso kann eine schwierige Zufahrt später zusätzliche Kosten verursachen.
Wenn mehrere dieser Faktoren zusammentreffen, sollte das Grundstück besonders sorgfältig geprüft werden, da hier ein deutlich höheres Risiko für Zusatzkosten besteht.

Welche Grundstücke verursachen in der Praxis die meisten Probleme?

Probleme treten häufig bei Grundstücken auf, die auf den ersten Blick attraktiv sind, aber versteckte Herausforderungen mit sich bringen.
Dazu zählen insbesondere Hanggrundstücke, Grundstücke mit schlechter Erreichbarkeit oder solche ohne vollständige Aufschließung. Auch Grundstücke mit unklaren Bauvorgaben führen oft zu Schwierigkeiten.
Das Problem ist meist nicht das Grundstück selbst, sondern die fehlende Transparenz im Vorfeld.

Aufschließung & versteckte Kosten:

Welche Rolle spielt die Aufschließung für meine Entscheidung?

Die Aufschließung ist ein zentraler Punkt, da sie bestimmt, ob alle notwendigen Anschlüsse bereits vorhanden sind.
Dazu gehören Strom, Wasser, Kanal und Zufahrt.
Fehlen diese Anschlüsse oder sind sie noch nicht vollständig bezahlt, entstehen zusätzliche Kosten, die oft nicht sofort ersichtlich sind.
Das kann die Wirtschaftlichkeit eines Grundstücks massiv beeinflussen.

Wie kann ich versteckte Kosten realistisch einschätzen?

Versteckte Kosten entstehen meist dort, wo Informationen fehlen oder zu optimistisch angenommen werden.
Dazu zählen insbesondere Kosten für Erdarbeiten, Aufschließung und bauliche Anpassungen aufgrund der Grundstücksbeschaffenheit.
Eine realistische Einschätzung gelingt nur, wenn Sie alle Faktoren gemeinsam betrachten: Kaufpreis, Bauvorschriften und tatsächliche Bauumsetzung.
Ein Grundstück ist erst dann günstig, wenn alle diese Punkte zusammenpassen.

Kaufentscheidung:

Was ist der wichtigste Tipp für eine sichere Entscheidung?

Der wichtigste Punkt ist, dass Sie das Grundstück wirklich verstehen – nicht nur optisch beurteilen.
Das bedeutet, dass Sie genau wissen, was gebaut werden darf, welche Einschränkungen bestehen und welche Kosten realistisch zu erwarten sind.
Erst wenn Sie diese Fragen eindeutig beantworten können, ist eine Entscheidung sinnvoll und nachhaltig.

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