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Wir wollen nicht das Klima retten, wir wollen die Menschen retten

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Greta Thunberg? Wie lange wird es Fridays for Future-Demos geben? Und: Wird es gelingen, die Politik zum Handeln zu bewegen?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Nachhaltigkeitstalks am 18. November 2019.

Für Jörg Matthes, Vorstand des Instituts für Publizistik an der Uni Wien, ist es ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, die Gretas Erfolg ausmachen: unter anderem ihre Sprache, ihr Aussehen und die Kompromisslosigkeit ihrer Aussagen:

Jörg Matthes, Vorstand des Instituts für Publizistik an der Uni Wien
"Sie ist eine kindliche Person, die sehr erwachsen spricht. Das wird als authentisch wahrgenommen. Wenn ein Wissenschafter dasselbe sagt, ein erwachsener Mensch, wirkt das ganz anders."

Laut Matthes lässt sich das Phänomen Greta unter anderem durch die weltweite massenmediale Berichterstattung erklären. Man müsse verstehen, wie Journalisten ticken.

Drei Faktoren sind dabei entscheidend :

  • Die Personalisierung: Greta ist ein Mensch mit einer Biografie, einer Geschichte: ein kleines Mädchen, das allein für das Klima kämpft. 
  • Die Emotionalisierung: Greta spricht sehr authentisch und weckt damit Emotionen wie Angst und Ärger. Matthes dazu: "Emotionen sind ansteckend, sie kommen aus dem Herzen."
  • Der Konflikt: Die Art der Kommunikation ist konfliktorientiert, auch das schafft Aufmerksamkeit.

Veronika Winter, eine der Organisatorinnen von Fridays for Future Wien, verwies darauf, dass es nicht nur Greta Turnberg zu verdanken sei, dass das Thema Klimaschutz derzeit so präsent ist: "Es lag in der Luft. Wissenschafter warnen seit 30 Jahren."

Politik werde kurzfristig gemacht, dadurch werde die Klimakrise nicht gelöst. Zudem sei das Thema Umwelt und Klima lange Zeit auf die Konsumentinnen und Konsumenten abgeschoben worden. 

Veronika Winter, eine der Organisatorinnen von Fridays for Future Wien
"Das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist notwendig. Es braucht eine kollektive Ausrichtung auf Langfristigkeit."

"Hausherr" Vorstandsdirektor Jürgen Kullnigg, CRO der Bank Austria, hinterfragte, was Unternehmen wie die Bank Austria von Fridays for Future und Geta Thurnberg  beim Thema Nachhaltigkeitskommunikation lernen könnten.
Jörg Matthes: "Man muss zeigen, dass man konkret etwas tut, und dass man bald, am besten sofort etwas tut. Das Handeln muss erlebbar, erspürbar sein. Und es muss wehtun - Unternehmen müssen also echte Opfer bringen." 

Bei der anschließenden Publikumsdiskussion kam unter anderem der Einwand, dass im Rahmen der Klimadebatte viel von Verzicht gesprochen wird. Das verstöre viele, sie fühlten sich angegriffen.
Veronika Winter dazu: "Wir verzichten auch derzeit auf viel, zum Beispiel auf eine gesunde Luft und eine gesunde Umwelt. Wir wollen nicht das Klima retten, wir wollen nicht die Umwelt retten - wir wollen die Menschen retten."
"Emotionalität und Konflikt waren gut für die weltweite Aufmerksamkeit", so Matthes. Jetzt sei es wichtig, in den Medien eine wissenschaftsbasierte Kommunikation aufrecht zu erhalten und eine neue Geschichte zu erzählen.

Provokante Frage aus dem Publikum am Schluss: Hat Fridays for Future ein Ablaufdatum? Antwort von Matthes: "Ich glaube, dass Fridays for Future nicht mehr weggehen wird. Das ist wirklich ein Gamechanger:" 
    
 

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