Experten-Statement zur aktuellen Börsensituation und ein Rückblick auf die letzten Wochen.

 

Marktentwicklung und Anlagestrategie

Basierend auf der fundierten Marktmeinung der Bank Austria entwickelt unser Team von Investmentspezialistinnen und -spezialisten die aktuelle Anlagestrategie. Diese ist Grundlage des Vermögensmanagements sowie der individuellen Anlageberatung. 

Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
„Für Aktien aus den Schwellenländern sprechen die interessante Bewertung und steigende Impfraten, die Konjunkturprobleme Chinas geben indes Anlass zur Sorge.“
Aktien

Aktien aus Europa und den Schwellenländern übergewichtet.
Die Kombination aus anhaltender fiskal- und geldpolitischer Stimulierung und der Erholung der Weltwirtschaft stützt Aktien – trotz der anhaltenden Corona-Unsicherheit (vierte Welle, Omikron) und nachlassendem ökonomischem Rückenwind.

Europäische Aktien und jene aus den Schwellenländern werden in der Anlagestrategie weiterhin übergewichtet. Die Geld- und Fiskalpolitik bleibt in Europa weiterhin expansiv. Die höhere Gewichtung von Value- und zyklischen Sektoren gegenüber dem US-Aktienmarkt und interessante Dividendenrenditen, die deutlich über den Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen liegen (bei allerdings unterschiedlichem Risikogehalt), unterstützen genauso wie günstigere Bewertungen. Kurzfristig kommt Gegenwind von den wieder steigenden Infektionsraten. Für Aktien aus den Schwellenländern sprechen die interessante Bewertung und steigende Impfraten, die Konjunkturprobleme Chinas geben indes Anlass zur Sorge. Eine ausgeprägte Länder-und Sektorselektion wird als sinnvoll erachtet.

Aktien aus den USA und Japan neutral gewichtet.
Aktien aus den USA und Japan werden neutral gewichtet. Bei US-Aktien hilft dem Markt die solide US-Wirtschaft vor dem Hintergrund der sehr expansiven Fiskalpolitik von Präsident Biden. Die hohe Bewertung gegenüber z. B. europäischen Aktien belastet. Japanische Aktien werden durch die fortgesetzte, wenn auch sich abschwächende globale Erholung und die hohe Gewichtung wertorientierter/zyklischer Sektoren unterstützt. Bei Letzteren geben wir allerdings Europa den Vorrang.

Anleihen

Anleihen untergewichtet.
Anleihen sind anfällig geworden. Der Inflationsdruck (wenn auch nur temporär) und die Erwartung steigender Staatsanleiherenditen belasten. Dieses Umfeld unterstützt unsere strukturelle Untergewichtung von Anleihen. 

Euro-Staatsanleihen der Peripherieländer bevorzugt.
Wir bleiben angesichts des hohen Zinsänderungsrisikos bei Euro-Staatsanleihen der Kernländer untergewichtet. Wir bevorzugen Staatsanleihen der Peripherieländer wie italienische BTPs, die von der EZB und dem EU-Wiederaufbaufonds unterstützt werden. Wir präferieren gleichzeitig ein geringeres Zinsänderungsrisiko und setzen auch weiterhin auf inflationsgebundene Anleihen. Dies könnte sich als hilfreich erweisen, um mit dem Basisszenario eines vorübergehenden Anstiegs der Inflation umzugehen.

Euro-Unternehmensanleihen mit guter Bonität sehen wir positiv.
Euro-Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Investment-Grade) sind weiterhin interessanter als Staatsanleihen und werden aus diesem Grund übergewichtet. Unterstützung kommt auch weiterhin von den Käufen der EZB, der geringer gewordene Spread (Renditedifferenz) macht sie indes anfälliger für steigende Zinsen.

Schwellenländer-Anleihen übergewichtet.
Schwellenländeranleihen bleiben übergewichtet, da sich auf der Suche nach Renditen hier weiterhin Kaufgelegenheiten eröffnen. Eine straffende Fed, höhere langfristige US-Renditen und steigende Inflationsraten in den Schwellenländern haben uns aber defensiver und selektiver werden lassen. Bei Anleihen, die in Lokalwährung notieren, muss zudem das erhebliche Fremdwährungsrisiko einkalkuliert werden.

Für ein individuelles Beratungsgespräch zu allen wichtigen Themen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater gemeinsam mit unserem Spezialisten-Team sehr gerne zur Verfügung.
 

Datum: 20. Dezember 2021

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