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Experten-Statement zur aktuellen Börsensituation und ein Rückblick auf die letzten Wochen.

 

Marktentwicklung und Anlagestrategie

Basierend auf der fundierten Marktmeinung der Bank Austria entwickelt unser Team von Investmentspezialistinnen und -spezialisten die aktuelle Anlagestrategie. Diese ist Grundlage des Vermögensmanagements sowie der individuellen Anlageberatung. 

Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
„Aktien scheinen nicht nur durch das Niedrigzinsszenario unterstützt zu sein, sondern profitieren auch von den starken finanzpolitischen Engagements der Regierungen, insbesondere in den USA.“
Aktien

Konjunkturerholung sowie Finanz- und Geldpolitik sprechen für Aktien.
Ein erwartetes stärkeres Wirtschaftswachstum unterstützt unsere Präferenz für Aktien. Aktien scheinen nicht nur durch das Niedrigzinsszenario unterstützt zu sein, sondern profitieren auch von den starken finanzpolitischen Engagements der Regierungen, insbesondere in den USA. Dort wird nach der Verabschiedung des Rettungsplans bereits über ein zusätzliches Programm in Höhe von 2,3 Billionen US-Dollar verhandelt. Der Fokus liegt auf Infrastrukturinvestitionen, sauberer Energie und Bildung. Auch wenn die Ausgaben sich auf mehrere Jahre verteilen und sie teilweise durch eine Erhöhung der Unternehmenssteuern finanziert werden, sollten sie ihre Wachstumswirkungen entfalten können. Und in Europa geht nach dem „Next Generation EU“-Programm zumindest die Diskussion in Richtung einer gemeinsamen EU-Fiskalpolitik.

Die Kombination aus diesen massiven finanzpolitischen Maßnahmen, der weiterhin lockeren Geldpolitik und einer kräftigen weltweiten Konjunkturerholung (alimentiert durch die anlaufende Massenimpfung) stützt Aktien – trotz der anhaltenden großen Unsicherheit über den weiteren Verlauf von Corona, besonders in Europa (dritte Welle/hochinfektiöse Mutationen).

Europäische Aktien sehen wir übergewichtet.
Europäische Aktien werden in der Anlagestrategie weiterhin übergewichtete, auch wenn diese Anlageklasse kurzfristig durch die dritte Corona-Welle belastet wird. Die Geld- und Fiskalpolitik (u. a. EU-Wiederaufbaufonds) bleibt jedoch stark expansiv. Interessant sind sie auch wegen der Dividendenrenditen, die deutlich über den Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen liegen.

Schwellenländer-Aktien haben Potenzial.
Schwellenländer-Aktien bieten ebenfalls gutes Ertragspotenzial und werden übergewichtet. Die wirtschaftliche Erholung (in China ist das Vor-Corona-BIP-Niveau längst schon wieder überschritten) schreitet voran, Corona ist zumindest in den asiatischen Schwellenländern unter Kontrolle. Das begünstigt den Aufholprozess gegenüber der entwickelten Welt. Wir bevorzugen daher Asien als Region. Es gilt jedoch, die Länder und Sektoren sorgfältig zu selektieren.

Nordamerikanische Aktien bieten geringeres Potenzial.
Ein geringeres Kurspotenzial sehen wir bei nordamerikanischen Aktien. Die verbesserten Wachstumsaussichten aufgrund der gestiegenen Chancen für eine weitgehende Umsetzung der expansiven Finanzpolitik Bidens stützen den Markt ebenso wie die Impferfolge. Die hohe Bewertung gegenüber zum Beispiel europäischen Aktien dürfte jedoch die Ertragschancen begrenzen.

Anleihen

Wir präferieren kurze Laufzeiten und inflationsgebundene Anleihen. 
Globale Anleihen werden durch die expansiven geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken gestützt. Allerdings sind die Bewertungen, insbesondere von Staatsanleihen der entwickelten Länder, uninteressant. Bei europäischen Staatsanleihen, die untergewichtet werden, präferieren wir daher gleichzeitig eine kurze Duration und eine Positionierung in inflationsgebundenen Anleihen. Dies könnte sich als hilfreich erweisen, um mit dem Basisszenario eines vorübergehenden und moderaten Anstiegs der Inflation umzugehen.

Topgeratete Euro-Unternehmensanleihen sind durch die Käufe der EZB immer noch gut unterstützt und werden in der Anlagestrategie weiterhin übergewichtet. Der mittlerweile zusammengeschmolzene Renditeaufschlag macht diese Anlageklasse jedoch anfälliger für steigende Zinsen. 

Bei Schwellenländeranleihen sind wir zuversichtlich.
Darüber hinaus bleiben wir zuversichtlich im Hinblick auf Engagements in Schwellenländeranleihen, durch die überdurchschnittliche Anleiherenditen erzielt werden können. Die höheren Ertragschancen sollten die Währungsrisiken von Schwellenländer-Anleihen kompensieren können. Das ermöglicht die Umsetzung von sogenannten „Carry-Trades“ (Zinsdifferenzgeschäften) und eröffnet Kaufgelegenheiten auf der Suche nach Rendite. Höhere langfristige US-Renditen und ein stärkerer US-Dollar könnten jedoch die Entwicklung von Schwellenländeranleihen belasten. 

Hochzinsanleihen weiterhin nicht berücksichtigt.
Unter den risikobehafteten Anlageklassen bevorzugen wir derzeit Aktien, da die mangelnde Marktliquidität bei Hochzinsanleihen („high yield“) weiterhin ein Problem darstellt. Aus diesem Grund werden Hochzinsanleihen derzeit nicht in der Anlagestrategie berücksichtigt.

Für ein individuelles Beratungsgespräch zu allen wichtigen Themen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater gemeinsam mit unserem Spezialisten-Team sehr gerne zur Verfügung.
 

Datum: 12. April 2021

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