Expert:innen-Statement zur aktuellen Börsensituation und ein Rückblick auf die letzten Wochen.

 

Marktentwicklung und Anlagestrategie

Basierend auf der fundierten Marktmeinung der Bank Austria entwickelt unser Team von Investmentspezialist:innen  die aktuelle Anlagestrategie. Diese ist Grundlage des Vermögensmanagements sowie der individuellen Anlageberatung. 

Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy

„2023 dürfte es wieder vermehrt zu Anlagen in Staatsanleihen kommen, da die Renditen dieser Assetklasse wieder wettbewerbsfähig werden. In den ersten sechs bis neun Monaten des kommenden Jahres dürften sich die größten Anlagechancen bei Staatsanleihen ergeben, und zwar sowohl in den USA als auch in Europa.“

Aktien

Aktien bleiben neutral gewichtet.
Kurzfristig sind Aktien zwar nicht mehr teuer, erscheinen aber noch nicht günstig genug, um die steigenden Konjunkturrisiken zu kompensieren. Längerfristig könnten Signale eines Schwenks der Fed hin zu geringeren geldpolitischen Straffungsmaßnahmen, Fortschritte bei der Bewältigung der Energiekrise und (derzeit nicht absehbare) Waffenstillstands- bzw. Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine die Basis für eine Erholung auf den Aktienmärkten bilden, insbesondere mit Blick auf Wachstums- und zyklische Werte. Aktien bleiben in der Anlagestrategie weiterhin neutral gewichtet. Geringeres globales Wachstum und potenziell negative Gewinnrevisionen wirken belastend. Mittel- bis langfristig könnten sich aufgrund der günstigeren Bewertung durchaus nachhaltige Kaufgelegenheiten bei Aktien ergeben. Da sich in den vier großen Regionen die Chancen und Risiken derzeit einigermaßen die Waage halten, werden diese in der Anlagestrategie neutral gewichtet.

Längerfristig können europäische Aktien von höheren Investitionen profitieren.
Europäische Aktien sind dem steigenden Risiko einer sich abschwächenden wirtschaftlichen Entwicklung bei gleichzeitig höheren Inflationsraten sowie einer restriktiveren Geldpolitik durch die EZB ausgesetzt. Längerfristig dürfte die Eurozone aber von höheren Investitionen in der Energie- und Verteidigungsindustrie profitieren.

Nordamerikanische Aktien: defensive Sektoren bevorzugt.
Bei nordamerikanischen Aktien stützen ein insgesamt starker Arbeitsmarkt und resiliente Unternehmensgewinne. Die aggressivere Gangart der US-Notenbank in Bezug auf geldpolitische Straffungsmaßnahmen belastet. Wir bevorzugen in dieser Anlageregion defensive Sektoren, die in der Regel besser abschneiden, wenn sich das globale Wachstum verlangsamt.

Schwellenländeraktien als neutral eingestuft.
Schwellenländeraktien stufen wir aufgrund eines geringeren globalen Wachstums und sinkender Liquidität infolge der restriktiven US-Geldpolitik und des stärkeren US-Dollars als neutral ein.

Japanische Aktien durch schwächere wirtschaftliche Entwicklung belastet.
Japanische Aktien werden durch die schwächere wirtschaftliche Entwicklung belastet. Der Export wird durch einen schwächeren Yen gestützt.
 

Anleihen

Schrittweise Reduzierung der Untergewichtung von Anleihen.
Festverzinsliche Wertpapiere bleiben anfällig für hohe Inflation und steigende Zinssätze. EWU-Staatsanleihen sind empfänglich für eine Straffung durch die EZB, aber wir reduzieren die Untergewichtung und erhöhen schrittweise die Duration des Staatsanleihenportfolios. 2023 dürfte es wieder vermehrt zu Anlagen in Staatsanleihen kommen, da die Renditen dieser Assetklasse wieder wettbewerbsfähig werden. In den ersten sechs bis neun Monaten des kommenden Jahres dürften sich die größten Anlagechancen bei Staatsanleihen ergeben, und zwar sowohl in den USA als auch in Europa. Dies liegt daran, dass die US-Notenbank ihren Zinserhöhungszyklus, an dessen Ende die Leitzinsen in einem Band von 4,75 % bis 5 % liegen könnten, dann weitgehend abgeschlossen haben sollte. Aufgrund der eingangs genannten Risiken nehmen wir derzeit von einer Erhöhung auf eine neutrale Positionierung noch Abstand.

Euro-Unternehmensanleihen mit guter Bonität bleiben übergewichtet.
Die Kreditspannen (Spreads) von Unternehmensanleihen haben sich zwar deutlich ausgeweitet, aber das Szenario einer (mittlerweile wahrscheinlicher gewordenen) Rezession scheint noch nicht vollständig eingepreist. Wir positionieren uns bei Unternehmensanleihen zunehmend selektiver und bevorzugen qualitativ hochwertige, hochliquide Anleihen mit kürzerer Laufzeit, die einem potenziellen Rezessionsszenario standhalten können. Euro-Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Investment Grade) bleiben auf Basis dieser Einschätzung übergewichtet, unsere selektive und defensive Ausrichtung wird jedoch verstärkt.

Positive Haltung zu Schwellenländeranleihen bleibt.
Die Suche nach Rendite unterstützt unsere positive Haltung zu Schwellenländeranleihen. Eine straffere Vorgehensweise der Fed lässt eine defensive und selektive Haltung aber weiterhin sinnvoll erscheinen.

Geldmarktanlagen derzeit übergewichtet.
Wir sind nach wie vor in Cash übergewichtet, denn Geldmarktanlagen erscheinen als Absicherung gegen die gestiegene Unsicherheit (Risikostreuung) und zum „Parken“ von Liquidität grundsätzlich sinnvoll.

Für ein individuelles Beratungsgespräch zu allen wichtigen Themen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater gemeinsam mit unserem Spezialisten-Team sehr gerne zur Verfügung.
 

Datum: 7. November 2022.

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