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Experten-Statement zu unserer neutralen Gewichtung bei Aktien, einem unattraktiven Chancen-Risiko-Verhältnis bei Anleihen und sich bietenden Potenzialen

 

Marktentwicklung und Anlagestrategie

Basierend auf der fundierten Marktmeinung der Bank Austria entwickelt unser Team von Investmentspezialistinnen und -spezialisten die aktuelle Anlagestrategie. Diese ist Grundlage des Vermögensmanagements sowie der individuellen Anlageberatung. Lesen Sie hier einen Rückblick auf das Jahr 2019 und eine Beschreibung unserer jeweiligen aktuellen Anlagestrategie in den einzelnen Anlageklassen.

Gerhard Vogl, Investment Management & Strategy
Gerhard Vogl, Investment Management & Strategy
Der MSCI-Weltaktienindex (MSCI All Country World in USD) ist im abgelaufenen Jahr um 24,05% gestiegen. Für europäische Aktien war 2019 das erfolgreichste Jahr seit dem Tief nach der Finanzkrise.
Aktien
Aktienindize 2015-2020

Hervorragendes Aktienjahr 2019 trotz Handelsdisput.

Die Aktienmärkte haben 2019 hervorragende Ergebnisse erzielt. Ausschlaggebend für das Kursfeuerwerk war die expansive Geldpolitik wichtiger Notenbanken, die damit dem sich eintrübenden Konjunkturbild entgegenzuwirken versuchten. Einen der größten Unsicherheitsfaktoren für die globale Konjunktur und gleichzeitig für den Aktienmarkt stellte der Handelsdisput zwischen den USA und China dar. 

Dessen ungeachtet blicken die Weltbörsen auf eine spektakuläre Jahresentwicklung zurück. So ist der MSCI-Weltaktienindex (MSCI All Country World in USD) im abgelaufenen Jahr um 24,05 % gestiegen. An der Wall Street verzeichnete der S&P 500 Composite (in USD) mit 28,88 % den höchsten Jahresgewinn seit 2013. Hierzu lieferte der Technologiesektor einen entscheidenden Beitrag. Für europäische Aktien war 2019 das erfolgreichste Jahr seit dem Tief nach der Finanzkrise. Der STOXX Europe 600 (in EUR) legte um 23,16 % zu. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch an den asiatischen Börsen. Trotz der durch den Handelsdisput ausgelösten Verunsicherung schloss der Shanghai Composite das Jahr 2019 äußerst erfreulich ab. In Japan stieg der NIKKEI 225 (in JPY) um 18,20 % an. Die Schwellenbörsen, gemessen am MSCI Emerging Markets (in USD) Index, kletterten um 15,42 % in die Höhe.

Wir investieren weiterhin mit neutraler Gewichtung.
Zwar scheinen auch zum Jahresauftakt die Risiken einer weiteren Zuspitzung mit Blick auf die bestehenden handels- und geopolitischen Unsicherheitsfaktoren vorerst in den Hintergrund gerückt zu sein. Zudem sollten geldpolitische Maßnahmen wichtiger Notenbanken Unterstützung bieten. Da die jüngsten Kursgewinne jedoch nahezu ausschließlich stimmungsgetrieben und weniger durch eine entsprechende Verbesserung von Fundamentaldaten abgesichert erscheinen, halten wir vorerst an unserem neutralen Anlage­votum bei Aktien fest. 

Wir fokussieren uns auf Europa, Japan und die Schwellenländer.
Was die unterschiedlichen Aktienregionen betrifft, so favorisieren wir Europa, Japan und die Schwellenländer. In der Eurozone wirkt die Geldpolitik der EZB stimulierend. Einen zusätzlichen Unterstützungsfaktor könnte bei europäischen Aktien die Dividendenrendite liefern. Für japanische Aktien spricht neben Aktienrückkäufen sowie der äußerst expansiven Geldpolitik der Bank of Japan auch die relativ günstigere Bewertung. Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, die von einer mittelfristigen Schwächetendenz des US-Dollar profitieren sollten. Zudem bietet die Währungsseite Chancen - Selektivität ist aber gefragt. US-Aktien scheinen gegenüber anderen Anlageregionen am wenigsten attraktiv. Zudem befinden sich die USA bereits in der Spätphase des Konjunkturzyklus. Infolgedessen gewichten wir diese Region unter.
 

Anleihen
Anleihenrenditen 2015-2020

Unerwartet gute Erträge gab es auch bei Anleihen.
Anfang 2019 erwarteten die meisten Analysten weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed und eine Normalisierung des Einlagenzinssatzes durch die EZB auf 0 %. Das Jahr 2019 endete jedoch mit Notenbanken im Akkommodierungsmodus, im Zuge dessen sowohl die Fed als auch die EZB die Zinsen senkten und die EZB die Anleihenkäufe wieder aufnahm. Der Grund hierfür liegt in der Verlangsamung des Welthandels und des globalen Wachstums, in gedämpften Inflationsraten und Inflationserwartungen sowie im Anstieg (geo)politischer Unsicherheiten.

Infolgedessen war 2019 auch ein Jahr, in dem Anleihen beeindruckende Erträge erzielten, da die Renditen auf breiter Front deutlich zurückgingen, auch wenn diese in der zweiten Jahreshälfte angesichts eines sich etwas aufhellenden Risikobildes wieder etwas zulegen konnten. Entsprechend erzielten US-Staatsanleihen (JPMorgan Global Bond Index United States All Maturities Total Return in USD) eine Gesamtrendite von 7,14 % (alle Laufzeiten und inkl. anteiliger Zinsen), während ihre Pendants aus Deutschland (JPMorgan Global Bond Index Germany All Maturities Total Return in EUR) einen Performancezuwachs von 3,20 % verbuchen konnten.
 

Wir erwarten steigende Renditen, wenn auch in begrenztem Ausmaß.
Die Tendenz zur Verbesserung des globalen Risikobildes sollte sich, vor allem mithilfe anhaltender Fortschritte beim Handelskonflikt, weiter fortsetzen, woraufhin Renditen von Anleihen der Kernländer Auftrieb erhalten sollten. Konjunkturelle Unsicherheiten dürften angesichts der bereits fortgeschrittenen Phase im Konjunkturzyklus sowie noch fehlender Inflationserwartungen den Anstieg vorerst jedoch begrenzen.

Wir gewichten Anleihen unter.
Wir gewichten Renten in Summe unter. EUR-Staatsanleihen bieten aufgrund des aktuell tiefen Renditeumfeldes zumeist ein unattraktives Chancen-Risiko-Verhältnis. Unternehmensanleihen sollten trotz konjunktureller Eintrübungen von der lockeren Geldpolitik der EZB sowie der Suche nach Rendite profitieren können. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen angesichts der vorsichtiger agierenden Fed bei einem sich vorerst fortsetzenden US-Wirtschaftswachstum Opportunitäten. Schwellenländeranleihen weisen (bei höherem Risiko) attraktive Renditeniveaus und langfristig Potenzial auf und bleiben übergewichtet.
 

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses.

Für ein individuelles Beratungsgespräch zu allen wichtigen Themen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater gemeinsam mit unserem Spezialisten-Team sehr gerne zur Verfügung.
 

Datum: 15. Jänner 2020

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