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Experten-Statement zur aktuellen Börsensituation und ein Rückblick auf die letzten Wochen.

 

Marktentwicklung und Anlagestrategie

Basierend auf der fundierten Marktmeinung der Bank Austria entwickelt unser Team von Investmentspezialistinnen und -spezialisten die aktuelle Anlagestrategie. Diese ist Grundlage des Vermögensmanagements sowie der individuellen Anlageberatung. 

Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
Oliver Prinz, Leiter Investment Management & Strategy
„Aktien waren angesichts der sehr positiven Gewinnsaison den Sommer über gut unterstützt.“
Aktien

Aktien gut gestützt.
Die Kombination aus massiven fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen und einer sich verstärkenden globalen Erholung stützt Aktien – trotz der immer noch anhaltenden Unsicherheit aufgrund der Pandemie. Ungeachtet der Sorgen über die Ausbreitung der Delta-Mutante und des zwischenzeitlich unsicheren Timings des Fed-„Taperings“ (Reduktion der monatlichen Ankäufe von Vermögenswerten durch die Zentralbank) waren Aktien angesichts der sehr positiven Gewinnsaison den Sommer über gut unterstützt. Zudem hat sich die Fed zuletzt klar gegen ein vorgezogenes „Tapering“ positioniert. 

Unternehmen in den USA und Europa zeigen Gewinnwachstum.
Die Ergebnisse US-amerikanischer und europäischer Unternehmen für das abgelaufene Quartal zeigten aufgrund der anziehenden Weltwirtschaft und der günstigen Vergleichsbasis ein kräftiges Gewinnwachstum. Zweiter Treiber bei Aktien war das (Online-)Treffen der Zentralbanker in Jackson Hole (26.–28. August). Dabei hat der Fed-Vorsitzende Jerome Powell seine Strategie vorgestellt, die man als „dovish tapering“ bezeichnen könnte: Die Fed ist demnach bereit, ihre Ankäufe von Vermögenswerten, die sich derzeit auf 120 Mrd. US-Dollar pro Monat belaufen, bald zu reduzieren. Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass sich der Inflationsanstieg – da primär Corona-getrieben – als vorübergehend erweisen sollte, die Fed daher schrittweise und pragmatisch vorgehen wolle und „Tapering“ nicht den Beginn des Zinserhöhungszyklus präjudiziere.

Europäische Aktien weiterhin übergewichtet.
Europäische Aktien werden in der Anlagestrategie unter anderem aufgrund der expansiven Geld- und Fiskalpolitik übergewichtet. Eine höhere Gewichtung von Value und zyklischen Sektoren gegenüber dem US-Aktienmarkt und attraktive Dividendenrenditen, die deutlich über den Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen liegen, unterstützen genauso wie günstigere Bewertungen. 

US-Region neutral gewichtet.
Die starke US-Wirtschaft vor dem Hintergrund der sehr expansiven Fiskalpolitik von Präsident Biden hilft dem Aktienmarkt. Dennoch wird diese Anlageregion derzeit neutral gewichtet, da die hohe Bewertung gegenüber z.B. europäischen Aktien belastet.

Schwellenländer weiterhin übergewichtet.
Aktien der Schwellenländer werden weiterhin übergewichtet. Wir bevorzugen China und generell asiatische Länder, in denen die Wachstumsrate jenseits kurzfristiger Ausschläge höher ist. Niedrige Impfraten geben jedoch Anlass zur Sorge.

Anleihen

Inflationsdruck belastet.
Die Anlageklasse Anleihen wird weiterhin untergewichtet, da der Inflationsdruck (wenn auch nur temporär) und die Erwartung steigender Staatsanleiherenditen belasten. Wir sind angesichts der hohen Benchmark-Duration bei Euro-Staatsanleihen der Kernländer untergewichtet. Wir bevorzugen Staatsanleihen der Peripherieländer wie italienische BTPs, die von der EZB und dem EU-Wiederaufbaufonds unterstützt werden. Wir präferieren gleichzeitig eine kurze Duration und erhöhen selektiv die Positionierung in inflationsgebundenen Anleihen. Dies könnte sich als hilfreich erweisen, um mit dem Basisszenario eines vorübergehenden Anstiegs der Inflation umzugehen.

Euro-Unternehmensanleihen mit guter Bonität übergewichtet.
Unterstützung für Euro-Unternehmensanleihen mit guter Bonität kommt auch weiterhin von den Käufen der EZB, weshalb diese in der Anlagestrategie unverändert übergewichtet werden. Der geringer gewordene Spread (Renditedifferenz) macht sie indes anfälliger für steigende Zinsen.

Anleihen in Schwellenländern übergewichtet.
Auf der Suche nach Renditen eröffnen sich Kaufgelegenheiten bei Anleihen der Schwellenländer, wobei die höhere Ertragschance das Fremdwährungsrisiko überkompensieren sollte. Aus diesem Grund wird dieses Anlagesegment weiterhin übergewichtet. 

Probleme mit der Marktliquidität bei Hochzinsanleihen.
Hochzinsanleihen („High Yield Bonds“) werden derzeit nicht in der Anlagestrategie berücksichtigt. Unter den risikobehafteten Anlageklassen bevorzugen wir derzeit Aktien, da die mangelnde Marktliquidität bei Hochzinsanleihen weiterhin ein Problem darstellt. 

Für ein individuelles Beratungsgespräch zu allen wichtigen Themen rund um Ihr Vermögen steht Ihnen Ihre Beraterin bzw. Ihr Berater gemeinsam mit unserem Spezialisten-Team sehr gerne zur Verfügung.
 

Datum: 14. September 2021

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