Klimawandel ist die wichtigste globale Bedrohung, mit der sich die Menschheit konfrontiert sieht. Eine Welt mit einer um drei oder vier Grad erhöhten globalen Durchschnittstemperatur wäre eine ganz andere als die, die wir kennen: ökologisch, aber eben auch sozial und ökonomisch.

Die Klimaerwärmung ist daher längst kein Thema mehr nur für „Ökos“, sondern eine weltweite Gerechtigkeitsfrage – und mittlerweile auch ein knallhartes wirtschaftliches Geschäftsfeld.

Nicht nur die Kohle- und Erdölindustrie sind vom Thema massiv betroffen: Dasselbe gilt für Autohersteller, aber auch für andere Industrien und den Einzelhandel. Und natürlich für Banken, die sich heute fragen lassen müssen, wie sie es mit „fossilen“ Investments halten und welchen Beitrag sie zum Umstieg auf eine erneuerbare Energiebasis leisten. Die UniCredit zum Beispiel ist in diesem Bereich massiv engagiert und gehört zu den größten Finanzierern erneuerbarer Energien.

Doch trotz aller Bewegungen in diesem Bereich und trotz eines wachsenden öffentlichen Bewusstseins für das Thema: Von einer Erreichung des Ziels, die Klimaerwärmung nachhaltig zu begrenzen, ist die Welt noch weit entfernt. Um konkrete Schritte zu dieser Begrenzung ging es beim Bonner Klimagipfel. Angesichts der globalen Bedrohung der Klimaerwärmung war „Bonn“ also ein Ereignis von enormer Tragweite. Vertreterinnen und Vertreter von Staaten, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaftsverbänden kamen dort zur „COP 23“ zusammen. „COP“ – das steht für conference of the parties der UN-Klimarahmenkonvention.

Eines wurde dort deutlich: US-Präsident Trump ist mit seinem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen klimapolitisch vollkommen isoliert. Hans Joachim Schellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung meint, der „Geist von Paris und Bonn“ sei „aus der Flasche und wird sich nicht mehr einfangen und zurückstopfen lassen.“ Das ist für das Klima eine gute Nachricht, ebenso wie die Tatsache, dass in Bonn Regeln für die Messung und Dokumentation von Treibhausgasemissionen erörtert wurden. Freilich muss es dazu auf den nächsten Gipfel 2018 im polnischen Kattowitz konkrete Beschlüsse geben.

Elfriede More war in Bonn für das österreichische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit dabei. Sie leitet dort die die Abteilung für Internationale Umweltangelegenheiten. Frau More hat an allen internationalen Klimakonferenzen der letzten Jahre teilgenommen, kennt also gescheiterte Konferenzen wie die in Kopenhagen 2009 ebenso wie spektakuläre Durchbrüche, wie sie 2015 in Paris gefeiert wurden.

More betont, wie wichtig die Ergebnisse der Bonner Tagung für den weiteren Verlauf klimapolitischer Aktivitäten sind: „Wirksamer Klimaschutz funktioniert nur, wenn alle Staaten mitmachen, daher ist internationale Klimapolitik unumgänglich. Das Ergebnis der COP23 ist eine solide Basis für die weiteren Arbeiten bis zur nächsten Klimakonferenz im Dezember 2018, bei der alle technischen Details zur Umsetzung des Pariser Übereinkommens beschlossen werden müssen. Österreich wird als Vorsitz der Europäischen Union dabei eine verantwortungsvolle Rolle innehaben.“

Das ist in der Tat dringend zu hoffen. Klimawandel ist keine abstrakte Gefahr, sondern eine konkrete Bedrohung für die Lebensqualität in Städten, für eine produktive Landwirtschaft und die wirtschaftliche Zukunft – auch die von Österreich. Wenn Bonn eine Grundlage für konkrete Beschlüsse im nächsten Jahr bietet, war die Tagung ein Erfolg. Wenn nicht, drohen der Welt katastrophale ökologische, soziale und wirtschaftliche Folgen. Insofern ist es in der Klimapolitik wie im Fußball: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Gesellschaftliche Herausforderungen im Fokus

Nachhaltigkeit geht alle an. Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Wohlstand – diese und andere Themen sind von zentraler Bedeutung für eine lebenswerte Zukunft. Die UN hat mit der „Agenda 2030“ eine weltweit anerkannte Leitlinie für globale Nachhaltigkeit geschaffen, zu der sich auch die Bank Austria bekennt. Denn gerade wenn es um Wirtschaft geht, sind Nachhaltigkeit und Verantwortung wichtige Handlungskriterien.
In dieser Kolumne schreibt Fred Luks, Nachhaltigkeitsexperte und Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit an der Wiener Wirtschaftsuniversität, über Themen, Trends und Herausforderungen in Sachen Zukunftsgestaltung.
Fred Luks