So funktioniert der Betrug

Rund 50 Millionen Schaden entstanden dem obererösterreichischen Luftfahrtzulieferer FACC durch eine gefinkelte Betrugsmethode. Bei diesem Betrug, im Fachjargon "CEO-Betrug" genannt, geben sich die Täter als Direktoren internationaler Firmen aus und verleiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Geldüberweisungen.

E-Mailadresse Bundeskriminalamt:CEO-FRAUD@bmi.gv.at
Der Täter kontaktiert per Telefon oder E-Mail Personen, die für die Finanzen eines Unternehmens verantwortlich sind. Er gibt sich als Direktor, Geschäftsführer oder Vorstand (CEO) des Unternehmens aus. Dies geschieht unter Verwendung echter Namen von tatsächlich vorhandenen Personen. Der Betrüger hat das Unternehmen und den Vorstand genau ausspioniert, um möglichst glaubwürdig zu sein. Der Täter weist dann die Mitarbieter an, Überweisungen in Millionenhöhe zu tätigen. Es werden realistische Sachverhalte vorgegeben, z.B. die Übernahme eines anderen Unternehmens und die Wichtigkeit und Dringlichkeit betont.

Zumeist weist der Täter ausdrücklich darauf hin, dass die ausgetauschten Informationen und auch die Zahlungsanweisung streng geheim sind. Der Täter verwendet dabei oft eine gefälschte aber sehr ähnliche E-Mail-Adresse. Bei telefonischem Kontakt wird die Stimme nachgemacht. Und um letzte Zweifel zu beseitigen, wird oft noch eine E-Mail eines angeblichen Vertrauensanwaltes gesendet.

Die Überweisung wird zumeist als Eilüberweisung ausgeführt und erfolgt auf ein ausländisches Bankkonto, vorwiegend nach China. Nach der Überweisung beheben die Täter so schnell als möglich das Geld.

So schützen Sie sich:
• Lassen Sie sich nicht durch die glaubhafte Darstellung in die Irre locken, hinterfragen Sie die Glaubwürdigkeit und überprüfen Sie die Plausibilität der Angaben bzw. den Zweck des Begehrens.
• Seien Sie misstrauisch, wenn die Kommunikation über Ihren privaten E-Mail-Account geführt werden soll.
• Halten Sie gerade bei Zahlungsanweisungen das Vier-Augen-Prinzip ein. 

Unterstützen Sie die Ermittlungen:
Entscheidend für erfolgreiche Ermittlungsergebnisse beim CEO-Betrug ist das Mitwirken der betroffenen Unternehmen, indem derartige Angriffe – auch wenn es nur beim Versuch geblieben ist – entsprechend kommuniziert werden.

Um Unternehmen eine rasche und vor allem unbürokratische Kontaktaufnahme zu ermöglichen, wurde im Bundeskriminalamt die E-Mailadresse CEO-FRAUD@bmi.gv.at eingerichtet. Die an das Bundeskriminalamt übermittelten Informationen werden selbstverständlich absolut vertraulich behandelt.