Ein steiniger Weg zur Normalisierung

  • Macro: Wir senken unsere globale BIP-Wachstumsprognose für 2022 auf 4,2%, da die Lieferengpässe und die höhere Inflation länger anhalten werden als erwartet. Die USA werden ihren vor der Pandemie verzeichneten BIP-Trend wahrscheinlich bis 4Q22 wieder erreichen, während die Eurozone dies ein Jahr später schaffen könnte. Die Geldpolitik wird sich allmählich normalisieren. Wir erwarten, dass die Fed die Zinsen im kommenden Jahr zweimal und 2023 dreimal anheben wird. Die Anleihekäufe der EZB werden wahrscheinlich bis 2023 in langsamerem Tempo fortgesetzt, ohne dass die Leitzinsen geändert werden.
  • FI: Die UST-Renditen werden wahrscheinlich nach oben driften, begleitet von einem lang anhaltenden Bear-Flattening-Trend. Die Bund-Renditen dürften niedrig bleiben, wobei die Renditekurve im Zuge des allmählichen Rückgangs der EZBWertpapierkäufe eine leichte Bear-Steepening-Tendenz aufweisen sollte. Unter dem Einfluss divergierender Kräfte wird sich der 10J BTP-Bund-Spread wahrscheinlich um 125 Basispunkte herum bewegen.
  • FX: Zinsdifferenzen bleiben voraussichtlich der Haupteinflussfaktor auf der Währungsseite. Unter den G10-Währungen bevorzugen wir den USD, das GBP, die NOK und die Rohstoffwährungen gegenüber dem EUR, dem JPY, dem CHF und der SEK. Neue COVID-19-Entwicklungen könnten die Volatilität erhöhen, verhindern aber wohl kaum, dass EUR-USD auf 1,10 und darunter fällt.
  • Equities: Europäische Aktien haben das Potenzial, in 2022 um etwa 10% zuzulegen, vor allem dank eines soliden Gewinnwachstums. Dagegen könnte die Volatilität in den nächsten Monaten erhöht bleiben, da Unsicherheiten im Zusammenhang mit COVID-19, hohe Teuerungsraten und die geldpolitische Reaktion der Zentralbanken wahrscheinlich anhalten werden.
  • Credit: Wir gehen davon aus, dass sich die Spreads europäischer Unternehmensanleihen bis Ende 2022 einengen werden. Steigende Inflation, höhere Renditen, Verwerfungen in der Lieferkette und die weitere Entwicklung der Pandemie sind die größten Herausforderungen, deren Auswirkungen auf die Performance jedoch durch unterstützende technische Faktoren begrenzt werden dürften.

Quelle: UniCredit Research – The UniCredit Macro & Markets 2022-23 Outlook, Dezember 2021, Kurzzusammenfassung

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