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Interview mit Jörg Krobath

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises Steiermark 2026“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?

Gewinner des Bank Austria Sozialpreises Steiermark 2026 – das klingt großartig und ist für uns eine unheimliche Auszeichnung! Unsere erste Reaktion war eine Kombination aus immenser Freude und Dankbarkeit. Wenn man täglich an einem sozialen Projekt arbeitet, geht es einem in erster Linie darum, etwas für Menschen und die Gesellschaft zu bewegen und konkrete Verbesserungen zu schaffen. Dass diese Arbeit dann von so vielen Menschen wahrgenommen und mit ihrer Stimme unterstützt wird, ist etwas ganz Besonderes.

Der Preis ist für uns daher nicht nur eine Auszeichnung, sondern vor allem eine große Wertschätzung für alle Menschen, die hinter unserem Projekt stehen. Und natürlich ist es auch eine Motivation, unseren Weg weiterzugehen und uns weiterhin mit voller Energie für unsere Anliegen einzusetzen. Dass wir in der Steiermark den ersten Platz erreicht haben, macht uns unglaublich stolz. Gleichzeitig sehen wir den Preis auch als Anerkennung für all jene, die sich tagtäglich sozial engagieren.

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?

Als wir von der Nominierung zum Bank Austria Sozialpreis 2026 durch eine Fachjury erfahren haben, hat uns dies natürlich mit sehr viel Stolz erfüllt. Wir waren in den letzten Wochen bemüht, möglichst viele Menschen auf unser Projekt aufmerksam zu machen und sie zum Mitmachen und Abstimmen zu motivieren. Dabei haben wir eine unglaubliche Unterstützung erlebt. KollegInnen, FreundInnen, UnterstützerInnen, aber auch viele Menschen, die bisher vielleicht noch gar keinen direkten Bezug zu unserem Projekt hatten, haben auf diese Weise von unserer Tätigkeit genauere Kenntnis erlangt und uns abschließend Ihre Stimmen gegeben.

Gerade in den letzten Tagen war die Vorfreude und Spannung auf das Endergebnis natürlich besonders groß. Gleichzeitig war es beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen hinter unserem Projekt stehen. Schlussendlich war für uns aber eines besonders wichtig: Wir haben durch das Voting nicht nur an einer Preisverleihung teilgenommen, sondern sehr viele Menschen für unser Anliegen und unsere tägliche Arbeit erreicht. Diese Unterstützung und die vielen positiven Rückmeldungen sind für uns mindestens genauso wertvoll wie der Sieg selbst.

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was Ihr Projekt ausmacht?

FemRe ist ein spezialisiertes Beratungsprojekt, das Migrantinnen in besonders vulnerablen Lebenssituationen durch kostenlose, niederschwellige und mehrsprachige Rechtsberatung unterstützt. Das Angebot richtet sich an Frauen, die mit komplexen rechtlichen Fragestellungen in den Bereichen Fremden-, Aufenthalts-, Sozial-, Familien- und Arbeitsrecht konfrontiert sind. Besonderes Augenmerk gilt Frauen, die von mehrfachen geschlechtsspezifischen Benachteiligungen betroffen sind. Durch qualitätsgesicherte Beratung erhalten die Frauen Unterstützung bei Fragen zu Gewalt, Trennung, familienrechtlichen Aspekten, prekären Aufenthalts- oder Erwerbssituationen sowie anderen rechtlichen Herausforderungen. Ziel ist es, ihre Rechte zu stärken, rechtliche Abhängigkeiten abzubauen und ihnen den Zugang zu gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe zu erleichtern. Die individuelle Begleitung schafft Sicherheit und eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten in schwierigen Lebenslagen. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Chancengerechtigkeit und Integration.

Ein zentrales Anliegen von FemRe ist die Förderung von Selbstbestimmung und rechtlicher Unabhängigkeit. Durch die Vermittlung von Wissen über Ansprüche und Rechte werden Frauen dabei unterstützt, eigenständige Entscheidungen zu treffen und Benachteiligungen entgegenzuwirken. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Chancengerechtigkeit und Integration.

Ein besonderes Element von FemRe stellt die multidimensionale Rechtsberatung im Sinne der Bündelung mehrerer Rechtsgebiete innerhalb eines frauenspezifischen Beratungssettings dar. Die kontinuierliche, längerfristige Begleitung durch spezialisierte Juristinnen, die mehrsprachige Ausrichtung sowie die enge Vernetzung mit Frauen-, Gewalt- und Sozialeinrichtungen schließen eine wichtige Versorgungslücke im Migrations- und Integrationsbereich. Dadurch werden rechtliche Beratung, Empowerment und Prävention wirksam miteinander verbunden.

Wie werden Sie das Preisgeld von 12.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?

Mit dem Preisgeld möchte FemRe die gesellschaftliche Bedeutung frauenspezifischer, multidimensionaler Rechtsberatung sichtbarer machen und die Absicherung bzw. den Ausbau dieses einzigartigen Angebots für eine größere Anzahl an Frauen ermöglichen. Die Auszeichnung trägt dazu bei, die nachhaltige Unterstützung von Migrantinnen weiterzuentwickeln und die rechtlichen, sozialen sowie wirtschaftlichen Teilhabechancen von Frauen langfristig zu stärken.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/Frauen/die Gesellschaft/ Integration & Migration stiften?

Solche Projekte sind notwendig, weil sie zunächst einen ganz konkreten persönlichen Mehrwert für die Menschen schaffen, die sie erreichen. Frauen mit Migrationsgeschichte, die sich mit verschiedensten Lebenszäsuren konfrontiert sehen, erhalten – im Falle von FemRe - Unterstützung, Zugang zu Information und Beratung und werden darin gestärkt, selbstbestimmt zu handeln und ihre Rechte wahrzunehmen. Für uns ist dabei entscheidend, dass wir nicht nur kurzfristig Hilfe anbieten, sondern Menschen nachhaltig begleiten und stärken. Es geht darum, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und Handlungsmöglichkeiten zu fördern. Der Nutzen endet aber nicht bei der einzelnen Person. Genau darin liegt der gesamtgesellschaftliche Mehrwert. Wenn Menschen Chancen bekommen und ihre Potenziale entfalten können, profitieren auch Familien, Nachbarschaften, Unternehmen und letztlich die gesamte Gesellschaft. Erfolgreiche Integration schafft Begegnung, reduziert Vorurteile und stärkt den sozialen Zusammenhalt.

Deshalb verstehen wir soziale Projekte nicht als reine Hilfeleistung. Sie sind eine Investition in Menschen – und damit gleichzeitig eine Investition in unsere Gesellschaft. Eine Gesellschaft wird stärker, wenn möglichst viele Menschen die Chance bekommen, selbstständig, gleichberechtigt und aktiv an ihr teilzuhaben.

Fotocredits: © CARITAS der Diözese Graz-Seckau


Das Projekt

Eingereicht von: Caritas der Diözese Graz-Seckau
Projektstart: 01.10.2023
Kategorie: Integration/Migration, Frauenförderung
Social-Media: https://www.caritas-steiermark.at/hilfe-angebote/flucht-integration/beratung-hilfe/asyl-und-fremdenrechtsberatung/femre-frauenspezifische-rechtsberatung-fuer-migrantinnen

 


 

FemRe ist ein spezialisiertes Beratungsprojekt, das Migrantinnen in besonders vulnerablen Lebenssituationen durch kostenlose, niederschwellige und mehrsprachige Rechtsberatung unterstützt. Das Angebot richtet sich an Frauen, die mit komplexen rechtlichen Fragestellungen in den Bereichen Fremden-, Aufenthalts-, Sozial-, Familien- und Arbeitsrecht konfrontiert sind. Besonderes Augenmerk gilt Drittstaatsangehörigen sowie EU-Bürgerinnen, die von mehrfachen geschlechtsspezifischen Benachteiligungen betroffen sind.

Durch qualitätsgesicherte Beratung erhalten die Frauen Unterstützung bei Fragen zu Gewalt, Trennung, prekären Aufenthalts- oder Erwerbssituationen sowie anderen rechtlichen Herausforderungen. Ziel ist es, ihre Rechte zu stärken, rechtliche Abhängigkeiten abzubauen und ihnen den Zugang zu gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe zu erleichtern. Die individuelle Begleitung schafft Sicherheit und eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten in schwierigen Lebenslagen.

Ein zentrales Anliegen von FemRe ist die Förderung von Selbstbestimmung und rechtlicher Unabhängigkeit. Durch die Vermittlung von Wissen über Ansprüche und Rechte werden Frauen dabei unterstützt, eigenständige Entscheidungen zu treffen und Benachteiligungen entgegenzuwirken. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Chancengerechtigkeit und Integration.

Innovativ ist insbesondere die Bündelung mehrerer Rechtsgebiete innerhalb eines frauenspezifischen Beratungssettings. Die kontinuierliche, längerfristige Begleitung durch spezialisierte Juristinnen, die mehrsprachige Ausrichtung sowie die enge Vernetzung mit Frauen-, Gewalt- und Sozialeinrichtungen schließen eine wichtige Versorgungslücke im Migrations- und Integrationsbereich. Dadurch werden rechtliche Beratung, Empowerment und Prävention wirksam miteinander verbunden.
Mit der Bewerbung um den Bank Austria Sozialpreis 2026 möchte FemRe die gesellschaftliche Bedeutung frauenspezifischer, multidimensionaler Rechtsberatung sichtbar machen und den Ausbau dieses einzigartigen Angebots ermöglichen. Die Auszeichnung würde dazu beitragen, die nachhaltige Unterstützung von Migrantinnen weiterzuentwickeln und die rechtlichen, sozialen sowie wirtschaftlichen Teilhabechancen von Frauen langfristig zu stärken.