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Eingereicht von: Weltklänge, Nurith Häfele
Projektstart: 2020
Kategorie: Kinder/Jugendliche, Integration/Migration
Social-Media: https://www.weltklaenge.com


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Interview mit Hanna Bertel, Judith Faißt, Nurith Häfele, Elisa Kessle
Vorstandsmitglieder – Verein Weltklänge

Hanna Bertel, Judith Faißt, Nurith Häfele, Elisa Kessle

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises 2020 in Vorarlberg“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?
Für uns war es sowieso schon eine Ehre nominiert worden zu sein, dann auch noch zu gewinnen, dass hätten wir am Anfang nie gedacht! Unser Projekt hat 2018 im ganz kleinen Rahmen angefangen und jetzt schon so eine Anerkennung dafür zu bekommen, ist echt ein super Gefühl. Dementsprechend war die Freude riesig als wir davon erfahren haben und wir wollten es sofort allen mitteilen, auch wenn wir uns noch gedulden mussten. Wir waren natürlich immer schon überzeugt von unserem Projekt, aber zu sehen, dass wir auch andere Menschen von unserer Arbeit begeistern können, motiviert enorm. (Nurith Häfele)

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?
Jede neue Person die ich getroffen habe, wurde direkt zum Voten animiert, denn obwohl wir dank der vielen Unterstützung gleich zu Beginn vorne waren, konnte man sich doch nie sicher sein, ob es nicht im letzten Moment noch knapp wird. Wir haben unsere Freunde und Familien so oft erinnert, dass sie es wahrscheinlich schon nicht mehr hören konnten, aber ich denke im Hinblick auf diesen Erfolg freut es sie genauso wie uns. Die Zeit des Votings haben wir auch genutzt, um die Öffentlichkeit auf uns aufmerksam zu machen und es war toll zu sehen, wie interessiert die Menschen an unserem Verein und unserer Arbeit waren und wie viele dann für uns gevotet und auch für uns Werbung gemacht haben. (Nurith Häfele)

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was Ihr Projekt ausmacht?
Der Interkulturelle Musiksommer ist das Kernprojekt unseres Vereins. Einmal im Jahr verbringen wir gemeinsam mit Kindern mit familiär, kulturell und sozial diversen Hintergründen eine Woche im Sommer. Während der Woche unternehmen wir verschiedene Aktivitäten, wobei das Hauptaugenmerk, wie bereits der Name schon verrät, auf die Musik und somit auf das Proben gelegt wird. Den Projektabschluss feiern wir dann gemeinsam beim jährlichen Werkstattkonzert, bei welchem wir das während des Musiksommers Erprobte zum Besten geben. Wir leben in turbulenten Zeiten, in denen die Angst vor neuen Erfahrungen leider größer ist als die Neugierde. In vielen Fällen ist dies auf einfache Sprachbarrieren zurückzuführen, aufgrund welcher die Menschen nicht in den Austausch treten, oder sich überhaupt verständigen können. Und genau hier versuchen wir, mit der Musik Brücken zu bauen. Denn Musik ist schließlich eine Sprache, die wir alle verstehen. Die Kinder sollen lernen, wie wertvoll der interkulturelle Austausch sein kann. Dies versuchen wir ihnen in erster Linie durch das gemeinsame Musizieren zu vermitteln, noch wichtiger ist aber, dass sich die Kinder während der Woche untereinander kennenlernen und vielleicht die ein- oder andere neue Freundschaft knüpfen. (Elisa Kessler)

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000 Euro konkret für Ihr Projekt einsetzen?
Für den kommenden Sommer haben wir, wie in den letzten Jahren auch, wieder einen Interkulturellen Musiksommer in Vorarlberg geplant. Dadurch, dass wir ein Sozialverein sind und von Fördergeldern und finanzieller Unterstützung angewiesen sind, freuen wir uns umso mehr, dass wir mit Hilfe des Bank Austria Preises unser Musikcamp für Kinder wieder realisieren können. Für nächstes Jahr haben wir bereits eine Unterkunft in Sulzberg, genauer das Ferienheim Feuerle, ausgesucht, in dem wir gemeinsam mit den Kindern eine Woche verbringen werden. Dafür wird knapp die Hälfte des Preisgeldes verwendet. Für die Verpflegung während der Woche für alle Kinder und alle BetreuerInnen werden wir ungefähr mit 1.500 Euro rechnen. Während des Musiksommers wird es neben Proben und musikalischen Aktivitäten auch einige Workshops geben. Dieses Jahr war beispielsweise Ulrich Gabriel, besser bekannt unter dem Namen GAUL, zu Gast, der gemeinsam mit den Kindern auf spielerische Weise Musik machte. Für Workshops dieser Art und zusätzliche Ausflüge oder Wanderungen werden wir ungefähr 1.000 Euro einplanen. Der Höhepunkt des Musiksommers ist das Werkstattkonzert, das am Ende der Musiksommerwoche stattfinden wird. Dafür werden wir eine geeignete Location suchen und zusätzlich KünstlerInnen einladen, die das Konzert gemeinsam mit unserem Kinderchor gestalten. Für dieses Abschlussevent werden wir den Rest des Geldes investieren. Wir freuen uns sehr über diese großartige Unterstützung und können es kaum erwarten, den kommenden Musiksommer zu veranstalten. (Hanna Bertel)

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?
Wir sehen uns in einer sehr privilegierten Position und möchten uns aus dieser heraus für das Gute in der Welt einsetzen. Für uns ist dieses Gute, das wir alle erfahren durften, konkret z.B. ein Instrument zu lernen, die Möglichkeit, mit anderen zu musizieren, durch die Musik Gemeinschaft zu erleben. Diese Erlebnisse wollen wir anderen auch ermöglichen, für die das unter Umständen nicht selbstverständlich ist. So wollen wir bei den Kindern, ihren Familien und im weitesten Sinn in der Gesellschaft gute Spuren hinterlassen. Seine Freizeit einem solchen Projekt widmen zu können ist an sich schon ein Privileg. Wir finden es deshalb wichtig, diese Möglichkeit zu nützen und die Verantwortung für ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft, die jede und jeder hat, aktiv zu übernehmen und zu gestalten. Schlussendlich profitieren ja nicht nur die Kinder von dem Projekt, auch wir und alle unsere Teammitglieder sammeln unglaublich wertvolle Erfahrungen und lernen viel dazu. (Judith Faißt)

Wie wichtig war es, den Bank Austria Sozialpreis auch in Corona-Zeiten planmäßig durchzuführen?
Wir selbst haben lange diskutiert, ob der Interkulturelle Musiksommer heuer stattfinden kann oder nicht, denn rings um uns herum wurden alle Projekte sofort abgesagt oder verschoben. Zu Zeiten wie diesen ein solches Projekt zu realisieren, bedeutet natürlich ein Risiko einzugehen und noch mehr Verantwortung zu tragen – das war uns immer bewusst. Aber was dann überwogen hat, war die Überzeugung, dass wir es nicht, weil es zu kompliziert wird lassen, sondern uns an die Arbeit machen ein gutes Konzept zu erstellen, um es möglich zu machen. Vor allem war uns auch unsere Verantwortung gegenüber den Kindern und ihren Familien bewusst, da diese seit Beginn der Pandemie sehr stark belastet wurden und sehr viel von ihnen gefordert wurde. Deshalb wollten wir ihnen, sofern es nur irgendwie möglich war, unbedingt eine schöne Woche mit viel Programm und Spaß bieten und ich denke, dass ist uns auch dieses Jahr wieder gelungen. Gerade aber durch diesen Mehraufwand ist es umso wichtiger, dass Initiativen wie der Bank Austria Sozialpreis weiterhin stattfinden, den in Zeiten von Krisen gilt es umso mehr gesellschaftliches Engagement zu fördern und Anreize für karitative Arbeit zu schaffen, damit man seine soziale Verantwortung speziell unter diesen Umständen auch wahrnehmen kann. (Nurith Häfele)

 

Fotocredits: © Verein Weltklänge


Der Verein „Weltklänge“ realisiert soziale Projekte. Bei diesen können sozial benachteiligte Kinder durch die Musik Freundschaften knüpfen und Netzwerke finden, in denen sie sich wohlfühlen und von welchen sie nachhaltig profitieren. Darüber hinaus ist es Ziel des Vereins, den Austausch zwischen verschiedenen (Lebens-)Welten zu ermöglichen und ein stimmiges Miteinander in unserer Gesellschaft zu fördern. Die Pojektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren sind junge Menschen aus Vorarlberg, die sich für die Welt und ihre unterschiedlichsten Klänge interessieren. Das Kernprojekt des Vereins ist der Interkulturelle Musiksommer. Während der Musikwoche können Kinder, unabhängig von ihren ökonomischen, religiösen und kulturellen Hintergründen, gemeinsam musizieren, tanzen, basteln und spielen. Ein Team aus engagierten Jugendlichen mit Erfahrungen in der Musikpädagogik betreut die Kinder rund um die Uhr. Zum Schluss gibt es ein öffentliches Werkstattkonzert. 

Der interkulturelle Musiksommer fand bereits zweimal statt: Das erste Mal 2018, initiiert von Lea Christa, einem Gründungsmitglied des Vereins und ihrer Freundin Ola aus Syrien. Inspiriert von dem großen Anklang, den das Projekt fand, wurde der Verein „Weltklänge“ gegründet. Daraufhin wurde im August 2019 die zweite Musikwoche mit 37 Kindern in Alberschwende organisiert. Mit dabei waren Kinder des SOS-Kinderdorfs, viele Kinder aus Familien, die erst seit kurzem in Vorarlberg leben und aus Syrien, Armenien, aus dem Irak und dem Iran stammen, genauso aber einige Kinder aus Alberschwende und aus den Nachbardörfern.

Die Hauptmotivation zur Einreichung für den Bank Austria Sozialpreis 2020 liegt an der Fortführung und Absicherung des Projekts, das einen wichtigen Beitrag für die Integrationsbemühungen des Landes Vorarlberg leistet. Der inhaltliche Schwerpunkt des Vereins liegt in der Schaffung eines Netzwerks für sozial benachteiligte und divers-kulturelle Kinder in Vorarlberg. 

Das langfristige Projektziel ist das Schaffen und Erleben einer Gemeinschaft, in dem jede und jeder Platz hat und wertgeschätzt wird. Um dies zu erreichen, ist es ein konkretes Ziel des Weltklänge-Musiksommers, den Kindern einen Zugang zu unterschiedlichen Kulturen und deren Klängen zu ermöglichen. Die Kinder sollen die Musik als gemeinsame Ausdrucksform erleben und für sich entdecken.

Während des Musiksommers bieten sich immer wieder Möglichkeiten für die Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank Austria, sich aktiv am Projekt zu beteiligen: Jede und jeder ist zum geplanten Grillfest eingeladen – dort wird es auch gemeinsames Singen und andere Aktivitäten geben. Die Teilnahme an den Konzerten oder das Anbieten eines Kurses ist ebenfalls jederzeit möglich.