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2017 überrannten Kryptowährungen in einem riesigen Hype die Welt. Dann kam die Korrekturphase, und die Kurse brachen ein. Dennoch: Bitcoins und Co. sind die Zukunft. Der Grund dafür liegt weniger an den Währungen selbst, sondern vor allem in der Technik - der Blockchain.

Ein Kursanstieg von über 1.000 % und ein Rekordhoch von USD 20.000,-  - das gelang 2017 der Kryptowährung Bitcoin. Selbst nach einer dramatischen Kurskorrektur der Kryptowährungen von ca. 75 % im Jahr 2018 ist der Bann weiterhin ungebrochen.

Was sind Bitcoin und wer steckt dahinter?

Hinter Bitcoins und Co. steckt eine Technologie namens Blockchain. Die Blockchain ist ein dezentrales Datenregister, über das Informationen - wie etwa finanzielle Transaktionen - übertragen werden.

Mehrere Transaktionen werden in einem "Block" gespeichert. Dieser Block wird an bereits bestehende Blöcke angehängt, weshalb die Technologie auch den Namen Blockchain trägt. Alles folgt dabei einer linearen Struktur - d.h., die Aufzeichnungen können immer nachvollzogen werden. Jeder Block wird mit einem Zeitstempel  versehen. Der neue Block wird mit dem vorhergehenden Block anhand eines kryptografischen "Prüfwerts" verbunden. Dieser Prüfwert wird Hash-Wert genannt. Plus: Er enthält eine Prüfsumme der gesamten Informationen. So können Duplikationen verhindert werden, und es wird sichergestellt, dass neue Datensätze in der korrekten Abfolge angehängt werden.

Der Vorteil: Alle Transaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden dezentral auf verschiedenen Knotenrechnern ("Nodes" genannt) gespeichert. Je mehr Knotenrechner an der Bestätigung von Transaktionen teilnehmen, desto besser kann sich die dezentrale Datenbank vor Manipulationsversuchen schützen.

Bespiel: Man stelle sich eine endlose Kassa-Rolle im Supermarkt vor. Jede Aktivität erzeugt eine neue Zeile auf dem Papier. Keine alte Zeile kann gelöscht werden, ohne die Rolle zu zerstören. Zur Sicherheit werden die Informationen gleichzeitig in vielen verschiedenen "Kassen" identisch aufgezeichnet. Alle Transaktionen sind somit transparent, unveränderlich und nachvollziehbar.

Wie kann man die einzelnen Blöcke in der Chain verifizieren?

Dafür sorgen die sogenannten "Miner". Sie stellen Rechenleistung ihres Computers zur Verfügung. Für die energie- und kostenintensive Erstellung von Blöcken erhalten sie als Entlohnung neu geschürfte Bitcoins (Block-Reward). Insgesamt gibt es nur 21 Millionen Bitcoins, die geschürft werden können. Laut Berechnungen soll im Jahr 2130 dieses Maximum erreicht werden. Der Preis eines Bitcoins wird durch Angebot und Nachfrage auf dem Kryptomarkt bestimmt.

Wer hat den Bitcoin erfunden?

Bisher ist ungeklärt bzw. strittig, wer für die Bitcoin-Blockchain verantwortlich ist  Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto wurde 2008 in einem Whitepaper die erste Spezifikation der Blockchain-Technologie als dezentrales Datenbankmanagementsystem veröffentlicht. 

Mehrere Rechner und ein Spartphone. auf dessen Bildschirm ein großes B abgebildet ist

Kryptowährungen: Eintagsfliege oder bahnbrechende Innovation?

Bank Austria Experte Walter Pudschedl:

"Die Vorteile des virtuellen Geldes liegen auf der Hand: Doppeltransaktionen können nicht auftreten, da eine Überweisung technisch nur an einen Empfänger ergehen kann. Zudem besteht keine Kredit- bzw. Verschuldungsmöglichkeit, da es keinen Überziehungsrahmen gibt. Die Zahlungsvorgänge sind transparent, da jede Zahlung auf eine Bitcoin-Adresse rückführbar und von jedem Nutzer einsehbar ist. Zudem sorgt das Wesen der Blockchain-Technologie für die Unveränderlichkeit, Unaufhaltbarkeit und Unwiderruflichkeit der Transaktion."

Doch nach wie vor gäbe es die Thematik der Unumkehrbarkeit: Zahlungen können nicht zurückgenommen werden, und der Energieverbrauch ist unverhältnismäßig hoch. Zudem besteht auch bei Kryptowährungen das Risiko des Totalverlustes, oder eines Diebstahls, und auch Hacker-Angriffe sind möglich.

Ein Problem, das sich vor allem während des bisherigen absoluten Höhepunktes ergeben hat: Die für die Abwicklung der Transaktionen notwendigen Miner haben aufgrund hoher Transaktionszahlen mitunter Schwierigkeiten, ausreichend neue Blöcke zu erstellen. Das führt zu höheren Transaktionskosten und langen Wartezeiten.


Sind Bitcoins als Zahlungsmittel anerkannt?

Wie sich Bitcoins entwickeln werden, kann noch nicht gesagt werden. Dass die Blockchain aber interessant ist, hat erst die Weltbank im Sommer 2018 bewiesen. Sie legte im August die erste Anleihe auf Grundlage der Blockchain-Technologie auf.

Die Österreichische Nationalbank spricht den Bitcoins aufgrund der strikten Mengenbegrenzung und der fehlenden zentralen Regulierung und Aufsicht die Eigenschaft von klassischem Geld ab. Auch die FMA gab bereits Anfang 2018 bekannt, dass es sich bei Bitcoins um kein E-Geld i. S. d. § 1 Abs. 1 E-GeldG, kein Zahlungsmittel i. S. d. § 1 Abs. 1 Z 6 BWG und kein Zahlungsinstrument i. S. d. § 3 Z 21 ZaDiG handelt. Darüber hinaus wird aufgrund der starken Kursschwankungen die Funktion als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel grundsätzlich sehr skeptisch gesehen. Dennoch lassen sich bereits zahlreiche Akzeptanzstellen finden, die Bitcoins als Bezahlungsmöglichkeit akzeptieren. Unter der Tatsache, dass neben den Bitcoins mittlerweile über 1.000 weitere Kryptowährungen entstanden sind, leidet zudem die praktische Anwendung von virtuellem Geld als Zahlungsmittel. Bitcoins und andere virtuelle Währungen werden offiziell vor allem als spekulatives Anlageprodukt für risikobewusste Anlegerinnen und Anleger betrachtet. Daher ist auch bei Finanzprodukten auf Basis von Bitcoins große Vorsicht geboten.