24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

BusinessNet

Das Internetbanking für Unternehmen

olbImgAlt Mehr erfahren
Die MegaCard. Das Jugendkonto für alle von 10 - 20 Jahren – jetzt mit 40 Euro Willkommensgutschein. Mehr erfahren

Bewohner der Seestadt Aspern liefern wertvolle Hinweise zu einem klimafreundlichen Energiesystem der Zukunft.

„Ich steuere den Energieverbrauch meiner Wohnung über eine App auf meinem Smartphone“, erklärt Nicole Heimhilcher. Sie wohnt im Wohnbau D12 in Wiens jüngstem Stadtteil, der Seestadt Aspern, und nimmt – gemeinsam mit 110 weiteren Haushalten – an einem Forschungsprogramm teil.

Die Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research GmbH & Co KG (ASCR), die von Siemens AG Österreich, Wien Energie, Wiener Netze und der Stadt Wien ins Leben gerufen wurde, beschäftigt sich seit 2013 mit Lösungen für die Energiezukunft im urbanen Raum. Geforscht wird mit Echtdaten, wobei alle Komponenten des Energiesystems miteinbezogen werden – das Netz (Smart Grid), die Gebäude (Smart Building), die Informationsund Kommunikationstechnologie (Smart ICT) und die NutzerInnen (Smart User).

„Die Seestadt ist ein Standort, der offen für Neues ist und die perfekten Voraussetzungen für jene schafft, die Technologien für die Zukunft entwickeln“, meint Gerhard Schuster,Vorstandsvorsitzender Wien 3420 aspern Development AG.

Dabei immer im Fokus: die NutzerInnen. MieterInnen im Projekt haben verschiedene Werkzeuge – wie ein Home Automation System, eine Smart User App, eine Energievertrauensperson oder auch einen flexiblen Stromtarif – an der Hand, damit sie so energie- und kosteneffizient wie möglich agieren können. Gleichzeitig ist das Stromnetz vor Ort mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Es ist damit kein passives Verteilernetz, sondern ein tatsächlich smartes Stromnetz, das auf den aktuellen Energiebedarf flexibel reagieren kann.

Neben bekannten Maßnahmen – wie etwa Photovoltaikanlagen – kommen in der Forschungsumgebung der ASCR eine Vielzahl an neuen innovativen Methoden zum Einsatz – wie beispielsweise die Nutzung von Wärmeabluft für Heizungen und künftig auch für die Raumkühlung. Letztere ist nicht zuletzt in Zeiten immer heißerer Sommer eine zentrale Herausforderung für die Energieversorgung.

Im Wohngebäude wiederum wird die Garagenluft zur Heizung der 213 Wohneinheiten mittels Fußbodenheizung wiederverwertet. Alle Maßnahmen – von Photovoltaik über thermische und elektrische Speicher bis zu smarter Gebäudeleittechnik und der Wärmerückgewinnung – eingerechnet, kommt es so zu einer CO2-Einsparung von 71 Prozent gegenüber klassischen Gaskessel-Heizungen.

Drei Gebäude verbrauchen nicht nur Energie, sondern produzieren und speichern sie auch. „Wir wollen unser Energiesystem effizienter und klimafreundlicher machen!“, erklärt ASCR-Geschäftsführer, Robert Grüneis. „Auf diesem Weg konnten wir bereits zahlreiche verwertbare Ergebnisse erzielen.“ Beispielsweise werden Energiemanagementsysteme getestet, die Faktoren wie das Nutzerverhalten und den Wetterbericht intelligent miteinander verknüpfen. So kann überschüssiger Strom aus dezentraler, erneuerbarer Energieproduktion wie beispielsweise aus Photovoltaikanlagen auf Gebäuden gewinnbringend verkauft werden. „Wenn 20 Prozent der Wiener Gebäude mit der getesteten Technologie ausgestattet würden, ließe sich ein Gewinn von 30 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaften“, rechnet Grüneis vor. Ein Gewinn, der nicht nur bei den Menschen ankäme, sondern durch die CO2-Einsparung auch bei der Umwelt!

Ausgezeichnet

Für seine herausragende Forschungstätigkeit wurde die Aspern Smart City Research (ASCR) bereits mehrfach prämiert.

  • City Climate Leadership
    Bereits 2014 wurde die ASCR für den City Climate Leadership Award in New York City unter die Top 3 in der Kategorie „Intelligent City Infrastructure“ prämiert.
  • World Smart City Award
    Im Rahmen der größten Veranstaltung der Welt zum Thema Smart City, des Smart City Expo World Congress in Barcelona 2016, konnte sich die ASCR unter mehr als 250 Projekten aus 45 Ländern durch- setzen und einen von drei World Smart City Awards gewinnen.
  • Smart Energy Systems Award
    Internationale Energieexperten treffen sich jährlich in Wien bei der Smart Energy Systems Week Austria (SES WA). 2018 wurde dabei die Forschungsgesellschaft ASCR mit dem „Smart Energy Systems Award“ in der Kategorie „Tech Solution“ prämiert.
Ein Pokal vor der Sonne

"Es ist spannend"

Nicole HeimhilcherD12-Mieterin, erzählt über das Wohnen mitten im Forschungsprojekt.

Wie ist es, inmitten eines Forschungsprojektes zu leben?
Der Alltag ist nicht unbedingt anders als in einer Wohnung ohne Forschungsprojekt. Aber man profitiert, beispielsweise durch die Nutzung der neuen Technologien im Smart-Home-Bereich.

Wie viel Zeitaufwand stellt es dar?
Anfangs war ich sehr aufgeregt, in „so einer“ Wohnung zu leben. Aber das ASCR-Team hat Termine zu berufsfreundlichen Zeiten angesetzt, somit kann man sich die Teilnahme auch als berufstätiger Mensch gut einteilen.

Welche Auswirkungen hat dies auf das tägliche Leben?
Man setzt sich mehr mit der Thematik auseinander und achtet auf seinen Energieverbrauch. Außerdem ist es spannend, im täglichen Umfeld über die einzelnen Projekte zu sprechen und zu diskutieren. Man erweitert somit seinen Horizont und ist quasi am Laufenden.

Nicole Heimhilcher

Das könnte Sie auch interessieren: