Mit dem Nachhaltigkeits-Barometer unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Ist-Situation in Sachen ESG zu definieren, um darauf aufbauend gezielte Maßnahmen zu setzen.

Nachhaltige Unternehmensführung hat viele Gesichter und es lässt sich daher nur schwer einschätzen, wie nachhaltig eine Geschäftsstrategie tatsächlich ist und wie ein Unternehmen in allen drei Bereichen der Nachhaltigkeit – im Klima- und Umweltschutz, in sozialen Angelegenheiten und hinsichtlich der Unternehmensführung – aufgestellt ist. Eine konkrete Standortbestimmung war bislang oft nur behelfsmäßig möglich. Mit dem Nachhaltigkeits-Barometer haben wir in Zusammenarbeit mit der renommierten Ratingagentur ISS ESG nun ein innovatives und in Österreich einzigartiges Tool entwickelt, das es Unternehmen ermöglicht, ihren Status quo zu bestimmen und einen Vergleich innerhalb der Branche zu ziehen.

Unser neues, kostenloses Serviceangebot ermöglicht es Unternehmen, sich diskret zu erproben. Die Basis des innovativen Beratungs-Tools ist ein etwa eineinhalb Stunden dauerndes Gespräch mit speziell geschulten Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuern der UniCredit Bank Austria, die anhand eines standardisierten Fragebogens den jeweiligen Betrieb in allen Aspekten der Nachhaltigkeit beleuchten. Das Ergebnis dieser Analyse zeigt, wie die Nachhaltigkeitsbemühungen unter anderem im Branchenvergleich einzuordnen sind und in welchen Bereichen Maßnahmen gesetzt werden sollten, um Risiken zu reduzieren. „Durch dieses Frage-Antwort-Verfahren wird transparent gemacht, in welchen thematischen Bereichen für das Unternehmen noch Nachbesserungsbedarf besteht“, erklärt Dr. Maximilian Horster, Head of ISS ESG.

Das Service fußt auf Daten aus insgesamt 19 Branchen. „Der Nachhaltigkeits-Barometer misst auf einer Skala von Null bis 100 das ESG-Risikoprofil anhand der drei Hauptdimensionen der Nachhaltigkeit“, beschreibt ISS-Nachhaltigkeitsexperte Horster. „Neben den universalen Kategorien wie Klimarisiken, sozialen Risiken und Fragen der nachhaltigen Unternehmensführung werden dabei auch branchenspezifische ESG-Herausforderungen sowie die Nachhaltigkeitsauswirkungen der Produkte und Dienstleistungen im Hinblick auf die Sustainable Development Goals erhoben“

Nachhaltigkeits-Barometer

Mit einem offiziellen Rating einer ESG-Ratingagentur ist der Nachhaltigkeits-Barometer nicht zu verwechseln. Das Ergebnis der Analyse ist nämlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern soll Unternehmen eine Orientierung geben, um ihre Position besser einschätzen zu können und die eigene ESG-Strategie weiterzuentwickeln. Jedoch steht es den Unternehmen frei, ein Resultat auch nach außen zu kommunizieren oder auch im Rahmen eines Nachhaltigkeitsberichts zu nutzen. Denn nicht nur für die Unternehmen selbst sind die Ergebnisse einer solchen Analyse und die Position im Branchenumfeld interessant. „Auch für institutionelle Investoren werden die Informationen zu den Risiko- und auch Ertragserwartungen von Privatunternehmen, die der Nachhaltigkeits- Barometer liefern kann, immer wichtiger“, hebt Günter Schubert, Vorstand UniCredit Bank Austria, Corporates, hervor.

Das ist beispielsweise auch an der Erfolgsstory des österreichischen Start-ups Refurbed gut ersichtlich. Das junge Unternehmen, das alte Computer und Handys wieder nutzbar macht und somit einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet, erhielt heuer 45,5 Millionen Euro von Investmentgesellschaften, um weiter wachsen zu können

Der Nachhaltigkeits-Barometer ermöglicht:

  • Erhebung des aktuellen Standes der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens direkt im Beratungsgespräch
  • Branchenbezogene Betrachtung aller drei Säulen der Nachhaltigkeit:
    E(nvironmental), S(ocial) und G(overnance)
  • Ist-Analyse, Zielsetzung und finanzielle Umsetzung – Maßnahmenbegleitung aus einer Hand durch uns
  • Vergleichswerte für 19 Branchen
  • Individuelle und maßgeschneiderte Finanzierungslösungen zur Umsetzung der individuellen Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltige Finanzierung

Das jährliche Kreditvolumen, mit dem wir Unternehmen bei ihren Wachstumszielen und Privatkunden bei Anschaffungen unterstützen, beträgt 60 Milliarden Euro. Künftig wird dabei ein starker Fokus auf nachhaltige Projekte gesetzt werden: Im Privatkundenbereich werden wir etwa vermehrt Kredite für Gebäudesanierungen und den Bau von Niedrigenergie-Häusern vergeben und somit einen Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz leisten. Im Firmenkundenbereich setzen wir einen klaren Fokus auf die Finanzierung von ESG-Projekten in allen Facetten, etwa den Einsatz oder die Erzeugung erneuerbarer Energien, Energieeffizienz-Maßnahmen, Diversity- und Weiterbildungsprojekte. So haben wir etwa gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) 107 Millionen Euro für den Aus- und Umbau der Windenergieparks in Gols und Mönchhof im Burgenland zu einem der größten Windparks Europas zur Verfügung gestellt. Aber auch Integrationsprojekte wie das Social Business Hotel der Caritas der Erzdiözese Wien in Wien Landstraße mit dem Projekttitel „magdas HOTEL im Stephanushaus“ wurde finanziert.

Speziell für mittelständische Unternehmen, die eine klare ESG-Strategie verfolgen, haben wir nun auch einen Nachhaltigkeits-Kredit entwickelt, der sich als Investitions- oder Betriebsmittelkredit an der individuellen Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens und den darin gesteckten ESG-Zielen orientiert. Wenn die Ziele erreicht werden und sich das ESG-Rating des Unternehmens verbessert, dann kann sich die Zinsmarge reduzieren und das Unternehmen kommt in den Genuss günstigerer Konditionen.

Ein Hochhaus hinter Bäumen
Kredit mit Ansporn zur Nachhaltigkeit

Mit dem Nachhaltigkeits-Kredit haben wir ein Angebot für mittelständische Unternehmen geschaffen, um sie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen. Die Basis dafür bildet ein aktuelles ESG-Rating, das jährlich aktualisiert wird. Der Investitions- oder Betriebsmittelkredit orientiert sich dadurch an den in der Strategie festgehaltenen ESG-Zielen. Wenn die ESG-Ziele erreicht werden und sich das ESG-Rating verbessert, sinkt der Zinssatz. Verschlechtert sich das Rating, so können die Finanzierungskosten allerdings auch steigen – maximal zweimal innerhalb der Laufzeit. Die Kredithöhe beginnt bei 750.000 Euro, die Laufzeit ist den jeweiligen Bedürfnissen angepasst.

Der Nachhaltigkeits-Kredit ist ein wegweisendes Angebot: In Zukunft wird es für Unternehmen immer wichtiger werden, die ESG-Kriterien in ihrer Strategie zu berücksichtigen, um Zugang zu ausreichend Liquidität oder Investoren zu haben. Günter Schubert, Vorstand UniCredit Bank Austria, Corporates: „Wir haben bereits jetzt dafür ein sehr breites Produkt- und Beratungsangebot im Bereich Nachhaltigkeit – vom Förderkredit über ESG-linked Loans, Bonds und Schuldscheindarlehen bis hin zu Treasuryprodukten. Aber auch Leasingvarianten werden für nachhaltige Finanzierungen oft eingesetzt.“ Wir bauen damit die Brücke von der Nachhaltigkeitsstrategie zu konkreten Finanzierungslösungen und unterstützt Unternehmen, sich auf den dynamisch wachsenden Markt der Nachhaltigkeit vorzubereiten und ihn zu nutzen.

Zur aktuellen Ausgabe des Magazins "Unternehmerbank konkret – ESG, die neue Währung".

Das könnte Sie auch interessieren: