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Christian Kreuzer, Geschäfsführer des Controllerinstituts, über die Bedeutung von Working Capital Management und Supply Chain Management. 

Herr Kreuzer, was versteht man konkret unter Working Capital Management?
Das Working Capital Management kümmert sich um die optimale Gestaltung der Forderungen, der Lagerbestände und der Lieferverbindlichkeiten, um die Liquiditätssituation des Unternehmens zu verbessern. Oft spielen auch strategische Überlegungen bei der Gestaltung eine Rolle. Vereinfacht gesagt, geht es darum, die Liquiditätsflüsse zu optimieren bzw. möglichst effizient auszurichten – etwa indem darauf geachtet wird, dass möglichst wenige Forderungsaußenstände vorliegen, die Lagerbestände auf ein richtiges Maß reduziert und die Lieferverbindlichkeiten eher hoch gehalten werden. Über allem steht das Ziel, Kapital freizusetzen und Zinsen zu optimieren. Welche Bilanzpositionen das Net Working Capital sowie das Netto Working Capital genau umfasst, wird dabei von jedem Unternehmen selbst festgelegt.

Wie meinen Sie das?
Nach dem Lehrbuch umfasst das Working Capital Forderungen, Lagerbestände und Lieferverbindlichkeiten. Manche Unternehmen inkludieren aber auch andere Bestandteile des Umlaufvermögens, wie zum Beispiel kurzfristige Verbindlichkeiten. Letztlich hängt es von der Branche und der Zielsetzung des Working Capital Managements ab. Das Working Capital umfasst also drei große Bereiche eines Unternehmens, die voneinander eigentlich relativ getrennt sind: den Einkauf und die Lieferanten, die Lagerung und die Produktion sowie die Kunden und die Forderungen.

Christian Kreuzer, Geschäftsführer des Controller-Instituts
Christian Kreuzer, Geschäftsführer des Controller-Instituts
"Mit steigenden Umsätzen steigt auch das Working Capital."

Foto: Controller-Institut

Diese verschiedenen Bereiche zu integrieren klingt nach einer nicht unwesentlichen Herausforderung?
Das ist tatsächlich so. Beim Working Capital Management kommen unterschiedliche Interessen zusammen, die nicht einfach unter einen Hut zu bringen sind. Das ist schlussendlich auch die besondere Herausforderung – und nicht, dass man nicht wissen würde, was zu tun wäre, um das Working Capital zu
optimieren. Es geht also stark um Führung, ebenso wie um Prozessmanagement. Aus strategischer Perspektive geht das Working Capital Management in das Supply Chain Management über, bei dem zwar ebenfalls ein prozessorientierter Zugang erforderlich ist, der aber über eine finanzielle Betrachtung
weit hinausgeht.

Was steht dann im Fokus beim Supply Chain Management?
Hier geht es um Themen wie die Verfügbarkeit (von Lagerbeständen), die Sicherheit der Beschaffung (das Sourcing) – und alles im Hinblick auf die Qualität der Produktion und der Produkte. Insgesamt ist das Supply Chain Management ein umfassenderes Thema, das sich bis hin zu strategischen Standortfragen
erstrecken kann.

Man hat den Eindruck, dass sich gerade derzeit Unternehmen verstärkt mit Working Capital Management auseinandersetzen. Woran liegt das?
Mit dem Working Capital Management hat man sich schon vor längerem auseinandergesetzt – beispielsweise während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, als rasch Geldquellen erschlossen werden mussten. Es ist aber klar, dass es gerade in Konjunkturaufschwüngen verstärkt in den Fokus rückt.
Denn mit steigenden Umsätzen steigt auch das Working Capital. Viele vergessen, dass es auch in erfolgreichen Zeiten zu Liquiditätsengpässen kommen kann. Zur Sicherung des weiteren Wachstums ist es jedenfalls zielführend, sich damit auseinanderzusetzen. Aber auch die Digitalisierung und der damit verbundene Fokus auf Optimierung und Effizienz hat das Working Capital Management verstärkt in den Vordergrund gerückt.

Zur aktuellen Ausgabe des Magazins "Unternehmerbank konkret".

Zur Person Christian Kreuzer

Christian Kreuzer ist seit 2009 Geschäftsführer des Controller-Instituts.
Darüber hinaus ist der studierte Betriebswirt Management-Partner von Contrast Management-Consulting
sowie Leiter der vom Controller-Institut angebotenen Lehrgänge „Certified Business Manager“ und „Rechnungswesen intensiv“.

Working Capital Check

Liquide bleiben

„Der Working Capital Check der UniCredit Bank Austria ist ein innovatives und kostenloses Tool, mit dem unsere Kunden im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs ihre Liquiditätssituation
analysieren können“, erklärt Christian Kermer, Projektleiter BusinessPlanning & Controlling bei der UniCredit Bank Austria.
Das erklärte Ziel der Nutzung: Potenziale auszumachen bzw. Stellschrauben aufzuzeigen, an denen gedreht werden muss, um das Working Capital zu optimieren bzw. die Liquidität zu verbessern.
Laut Kermer zeigt das Simulationstool etwa auf, was passieren würde, wenn der Kunde seine Lagerbestände abbaue oder sein Mahnwesen verbessere und Forderungen schneller eingingen.
Gleichzeitig hilft der Working Capital Check Unternehmen beispielsweise auch dabei einzuschätzen, ob sie es sich überhaupt leisten können, Investitionen zu tätigen.

Wie funktioniert der Working Capital Check?

In einem ersten Schritt wird gemeinsam mit dem Kunden mithilfe von Bilanzkennzahlen das Working Capital – also Forderungen, Lieferverbindlichkeiten und Vorräte – des Unternehmens analysiert.
Die Liquiditätspotenziale werden aufgezeigt, mögliche Szenarien werden durchgespielt und deren Auswirkungen auf die wichtigsten Kennzahlen dargestellt. Es werden Instrumente zur iquiditätsoptimierung vorgestellt, die beim Management der Forderungen und Verbindlichkeiten unterstützen. Gemeinsam mit der Betreuerin oder dem Betreuer werden Lösungsansätze zur
Verbesserung von Liquidität und Rentabilität erarbeitet.

Vorteile:

  • Rasche Darstellung der Liquiditätssituation eines Unternehmens
  • Im Beratungsgespräch werden Lösungen zur Optimierung des Working Capitals und Liquiditätsfreisetzung geliefert.
  • Mit professionellem Liquiditätsmanagement werden Finanzierungsquellen geschaffen, die unternehmerisches Wachstum stützen.

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