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Mehr und mehr Unternehmen erwägen einen Einsatz von intelligenten Maschinen. Dabei geht es nicht darum, den Menschen zu ersetzen, sondern ihn zu unterstützen.

Künstliche Intelligenz

Die Fähigkeit einer Maschine bzw. eines Computers, Aufgaben auszuführen, für die eigentlich menschliche Intelligenz benötigt wird. Maschinelles Lernen: ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz bzw. selbst lernende Algorithmen, die aus Daten Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen können.

Deep Learning

Systeme, die - wie das menschliche Gehirn - große und vielschichtige Netze von künstlichen Neuronen nutzen. Sie können selbstständig Strukturen erkennen und auswerten sowie dazulernen.

Im Alltag sind Applikationen der Künstlichen Intelligenz (KI), wie digitale Assistenten, Übersetzungsprogramme oder Chatbots, längst angekommen. Schneller als viele meinen, wird KI auch in der Arbeitswelt zu einem entscheidenden Faktor, der Unternehmen helfen kann, ihre Umsätze und Gewinne voranzutreiben - vor allem in dreierlei Hinsicht: bei der Automatisierung von Prozessen, der Identifizierung von Trends aus historischen Daten und der Bereitstellung zukunftsgerichteten Wissens zur Verbesserung menschlicher Entscheidungen. Noch stehen die intelligenten Technologien am Arbeitsplatz aber erst am Anfang. Laut einer Studie von McKinsey nutzen sie gerade einmal 3 Prozent aller Unternehmen in allen Geschäftsprozessen, weitere 21 Prozent in einem oder mehreren Bereichen. Beispiele für die erfolgreiche Nutzung gibt es dennoch reichlich: Heute sind KI-Programme unter anderem in der Lage, Marketing-Kampagnen zu erstellen, Anlageportfolios zusammenzustellen, aus Unmengen an Daten - etwa in Anwaltskanzleien - Dossiers zu verfassen oder Texte in andere Sprachen zu übersetzen.

KI als Sportreporter

Mehr und mehr breitet sich der Einsatz von KI etwa im Journalismus aus. Zu den Vorreitern zählt hier die Washington Post. Ihr Tool "Bandido" kann etwa auf Basis der Inhalte von Artikeln Titel und Teaser, die für den größtmöglichen Traffic sorgen, erstellen. Der "Heliograf" erstellt wiederum - nach der Auswertung großer Datenpools - selbstständig Artikel. Eingesetzt wird das Tool vor allem in der Sport- und Finanzberichterstattung - freilich nicht ohne "finishing touches" menschlicher Journalistinnen und Journalisten. Viel Hoffnung setzen Expertinnen und Experten auch auf den Einsatz von KI in der medizinischen Diagnostik. Nur ein Beispiel: Deep- Learning-Algorithmen, die mit abertausenden Fotos gefüttert wurden, sind etwa bei der Diagnose von Hautkrebs in der Lage, gutartige Muttermale von bösartigen Melanomen zu unterscheiden. Laut Studien gleich gut wie - und in manchen Bereichen auch besser als - erfahrene Dermatologinnen und Dermatologen. Auch hier gilt: Ärztinnen und Ärzte sollen durch den Einsatz von KI nicht ersetzt, sondern in ihrer Arbeit unterstützt werden.

»Österreich ist zur Zeit das Zentrum der KI in Europa«
Sepp Hochreiter, Johannes Kepler Universität Linz
Interview

Große Erfolge in der KI

Mit der Erfindung des LSTM-Netzwerkes hat Sepp Hochreiter von der Johannes Kepler Universität Linz die Grundlage für die großen KI-Durchbrüche der letzten Jahre geschaffen.

Herr Hochreiter, woran forschen Sie gerade?
Wir forschen derzeit an einer Reihe von Projekten - vor allem im Bereich Deep Learning, wo etwa mit der Bild-, Sprach- und Texterkennung oder dem autonomen Fahren in den letzten Jahren auch viele der größten Erfolge in der KI gefeiert werden konnten. Bei einem Projekt mit Zalando geht es darum, in Fashion Blogs Bilder und Texte zu analysieren, um Trends auszumachen. Diese können dann auf der Zalando-Website platziert werden. In einem anderen Projekt geht es darum, bei der Medikamentenentwicklung in einer frühen Phase vorhersagen zu können, ob später Nebenwirkungen auftreten oder die Wirksamkeit nicht hoch genug war. Auch im Bereich autonomes Fahren sind wir mit verschiedenen Kooperationspartnern aktiv.

Kann Österreich mit Tech-Hotspots wie dem Silicon Valley überhaupt mithalten?
Österreich muss sich keineswegs verstecken. Das Land ist derzeit das Zentrum der Künstlichen Intelligenz in Europa. Das zeigt auch, dass wir unter anderem mit großen Unternehmen wie Audi oder Zalando zusammenarbeiten.

Sind Sorgen, dass KI eines Tages die Kontrolle übernehmen wird, begründet?
Hier stelle ich die Frage in den Raum, wieso sollen wir etwas weiterentwickeln, was wir nicht wollen? Auf der anderen Seite: Würde sich eine superintelligente KI überhaupt für den Menschen interessieren? Ich glaube eher, dass so eine KI die Erde verlassen würde, da unsere Biosphäre für sie schädlich wäre und sie hier rosten würde. Roboter, die Menschen jagen oder als Energiequellen nutzen, sind eher was für Hollywood.

 

Zur Person:

Sepp Hochreiter
Der gebürtige Bayer ist seit 2006 Vorstand des Instituts für Bioinformatik an der Johannes Kepler Universität. Er gilt als Erfinder der LSTM-Technologie (für "Long Short-Term Memory").
 

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