Die digitale Transformation hat auch dem Zahlungsverkehr ihren Stempel aufgedrückt. Mit neuen Technologien sind viele Vorteile verbunden.

Es gibt im Zahlungsverkehr eine Reihe von innovativen neuen Technologien, die das Potenzial haben, den Zahlungsverkehr zu verändern“, sagt Alexander Ortner, Head of Cash Management Sales bei der UniCredit Bank Austria. Eine sehr interessante Thematik sei etwa die Blockchain (bzw. Distributed Ledger), die direkte Transaktionen von einer Partei zu einer anderen ermögliche, ohne dass eine externe Aufsichtsinstanz bzw. Clearing-Stelle dazwischen benötigt werde. Bekannt wurde sie durch den regelrechten Kryptowährungs-Boom der letzten Zeit – Stichwort Bitcoin und Konsorten.

Wie Ortner festhält, verfolgt die UniCredit seit 2015 die Entwicklung der Blockchain Technologie sowie der Kryptowährungen, da diese möglicherweise einen hohen Einfluss auf die Finanzbranche haben werden. Für uns stehen dabei nicht die vielen verschiedenen Kryptowährungen im Fokus, sondern die dahinter stehende Technologie. In dieser sehen wir das Potenzial, Prozesse zu vereinfachen und Effizienz
zu steigern.

Sekundenschnelle Überweisung

Einer der Vorzüge, die mit der Blockchain verbunden werden, ist die Schnelligkeit. Das trifft auch auf Instant Payment zu, das Überweisungen innerhalb weniger Sekunden ermöglicht. „Zahlungen werden in Zukunft sogar noch schneller gehen“, sagt Ortner. Am 21. November wurde innerhalb der UniCredit die erste Instant payment Überweisung zwischen Deutschland und Italien durchgeführt, die  Überweisungsdauer betrug 2,5 Sekunden. Nach dem erfolgreichen Rollout in diesen beiden Ländern steht Österreich als nächstes am Plan. Instant payments können 24 Stunden, 365 Tage im Jahr beauftragt und durchgeführt werden und haben damit ein sehr großes Potenzial. Speziell im Online-Handel, wo es darum geht, möglichst rasch Waren zu versenden oder Dienstleistungen zu erbringen, hilft die sekundenschnelle Überweisung enorm. Das Netzwerk der Banken, die Instant payment unterstützen, wächst stetig. Für die Zahlungen via Instant payment wurde seitens der EZB ein Limit von 15.000 Euro pro Transaktion festgelegt.

Ein Riesentrend in Europa sind derzeit auch Virtual Accounts. Angetrieben wird er davon, dass vor allem Großkonzerne weniger Bankkonten wollen. Die Vorgangsweise: Ihre Tochterunternehmen erhalten virtuelle Konten, mit denen sie Überweisungen und Zahlungen tätigen können und die einem Hauptkonto (der Muttergesellschaft) zugeordnet sind. „Zusätzlich können auch virtuelle IBANs (International Bank Account Number) an zahlungspflichtige Geschäftspartner ausgegeben werden“, erläutert Ortner. Dadurch können Eingänge schneller verarbeitet werden.

Eine interessante Innovation im internationalen Zahlungsverkehr ist auch der im Februar 2017 gestartete Dienst SWIFT gpi (für Global Payments Innovation). Damit sollen internationale Transaktionen schneller und transparenter abgewickelt werden können. „SWIFT gpi bietet die Möglichkeit, dass Kunden – ähnlich wie bei einem Paketdienstleister – jederzeit nachverfolgen können, wo sich ihre Auslandszahlung gerade befindet“, so Ortner.

Blockchain (Distributed Ledger)
Die Technologie, die hinter Kryptowährungen steht, kann als dezentrale Datenbank verstanden werden, die den Zahlungsverkehr zwischen zwei Parteien ohne dazwischengeschaltete Clearing-Stelle ermöglicht. Für eine Praxisanwendung fehlt allerdings noch das entsprechende regulatorische Regelwerk.
Instant Payment
Ermöglicht Zahlungen innerhalb weniger Sekunden. Künftig sollen noch schnellere Überweisungen möglich werden. Derzeit ist Instant Payment nur zwischen Banken möglich, die es anbieten. Für Bankkunden ist das Service noch teuer.
Virtual Accounts
Tochterfirmen oder die Kunden eines Unternehmens erhalten eigene virtuelle Konten. Überweisungen und Zahlungen werden einem Hauptkonto (des Mutterkonzerns bzw. des Unternehmens) zugeordnet.
SWIFT gpi
Laut SWIFT haben sich weltweit schon mehr als 150 Finanzinstitutionen für das GPI-Service angemeldet oder es bereits implementiert. Mit diesem Service können Überweisungen innerhalb von Minuten – manchmal auch in Sekunden – gutgeschrieben werden.
Digital Ecosystems
Experten erwarten auch im Corporate Banking die Entwicklung eines globalen digitalen Ökosystems, das das Angebot verschiedener Banken und Finanzdienstleister vereint, um neue Kundenanforderungen produkt- und industrieübergreifend zu erfüllen. Der Kundennutzen: einfacher Zugang und hohe Transparenz.

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