19.11.2008

Journalistenpreis "Writing for CEE" vergeben

  • Anna Koktsidou gewann mit der Radioreportage "Die neuen Fremden - Griechenland und seine Einwanderer"
  • Joana Radzyner, ORF-Korrespondentin, sprach in ihrer Rede über "EUphorie und EUverdrossenheit - Erfahrungen aus dem neuen Europa"

Die griechische Journalistin Anna Koktsidou ist am Dienstagabend in Wien mit dem von der Bank Austria und der Austria Presse Agentur (APA) vergebenen Journalistenpreis "Writing for CEE" ausgezeichnet worden. Für diesen Preis, der heuer bereits zum fünften Mal vergeben wird, können Journalistinnen und Journalisten aus ganz Europa ihre Texte einreichen.

"Writing for CEE" ist mittlerweile einer der "profiliertesten Preise im europäischen Raum", zeigte sich Martin Halama, Unternehmenssprecher der Bank Austria, über die hohe Beteiligung erfreut. Insgesamt wurden über 70 redaktionelle Beiträge eingereicht. Die Zielsetzung des Preises ist es, "die journalistische Auseinandersetzung mit der europäischen Integration und das gegenseitige Verständnis" zu fördern. "Journalisten sind Multiplikatoren über die Grenzen hinaus", so Halama. "Sie können dazu beitragen, Vorurteile zu beseitigen".

Das Thema Migration ist auch ein Arbeitsschwerpunkt der in Griechenland geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Hörfunkjournalistin und diesjährigen Preisträgerin Anna Koktsidou. Den mit 5.000 Euro dotierten Award erhielt Koktsidou für die Radioreportage "Die neuen Fremden - Griechenland und seine Einwanderer", die im Juni 2008 vom "Deutschlandfunk" ausgestrahlt worden war.

Die 1962 geborene Anna Koktsidou, die an sich für den Südwestrundfunk (SWR) arbeitet, blickte aber an den Rand und schuf ein ergreifendes Potpourri, mittels dessen die Schicksale von Emigranten in Griechenland plastisch vor Augen geführt werden. Griechenland ist schon seit rund 20 Jahren ein Einwandererland, nicht nur für westeuropäische Wohlstands-Aussteiger. Vor allem Osteuropäer aus Albanien, Bulgarien oder der Ukraine landen bei ihrer Suche nach Arbeit und einem besseren Leben hier.
Preisträgerin Koktsidou erinnerte anhand ihrer eigenen Familiengeschichte daran, dass Migration ein zeitloses Thema ist. Ihre Großeltern seien 1923 aus der Türkei nach Griechenland zwangsumgesiedelt worden, ihr Vater wiederum ging 1970 nach Stuttgart, um dort zu arbeiten. Solche Beispiele gebe es praktisch in jeder Familie: "Wir alle sehen, dass Migration zu unserem Leben gehört, gehört hat und dazu gehören wird."

Einen "Migrationshintergrund" kann auch Joana Radzyner, ORF-Korrespondentin für Tschechien, die Slowakei und Polen aufweisen. Sie war mit ihren Eltern 1959 aus Polen nach Österreich ausgewandert. In ihrer Rede zur Preisverleihung mit dem Titel "Zwischen EUphorie und EUverdrossenheit - Erfahrungen aus dem neuen Europa" spannte sie einen Bogen vom Fall des Eisernen Vorhangs in die Gegenwart. "Die kurze demokratische Erfahrung ist ein Hindernis für Integration", stellte die ORF-Korrespondentin fest. Mut mache ihr allerdings der Umstand, dass in diesen Ländern nunmehr bereits eine Generation herangewachsen ist, für die ein geeintes Europa völlig selbstverständlich ist und Erzählungen aus dem kommunistischen Alltag nur noch als "böse Märchen" betrachten.

Das Beste aus fünf Jahren "Writing for CEE" ist nun auch in einem Buch erschienen, das am Dienstagabend ebenfalls vorgestellt wurde. Der druckfrische Band "Which Road to Europe" ist als Anthologie der Beiträge aller Preisträger der Jahre 2004 bis 2008 in englischer Sprache im Klagenfurter Wieser-Verlag erschienen.

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