10.04.2000

Bank Austria und debis Systemhaus präzisieren Internet-Kooperation

  • Internet-Handelsplattformen wesentlicher Punkt in neuer BA-Internet-Strategie
  • Weltweiter Handel mit Finanzinstrumenten - Startinvestition von S 400 Millionen
  • Joint venture: 65 % Bank Austria - 35 % debis Systemhaus

Die Bank Austria wird mit Beginn des Jahres 2001 mit dem Betrieb einer Plattform für den weltweiten Handel mit Finanzinstrumenten via Internet starten. Umgesetzt wird dieses Projekt gemeinsam mit der Österreich-Tochter des internationalen IT-Spezialisten debis Systemhaus. Das Joint Venture zwischen der Bank Austria und debis Systemhaus wird in den nächsten Tagen unterzeichnet, das gemeinsame Unternehmen, eine GesmbH, wird seinen Sitz in Wien haben. An der neuen Gesellschaft werden die Bank Austria mit 65 % und debis Systemhaus Österreich mit 35 % beteiligt sein. Die geplanten Startinvestitionen für diese Internet-Handelsplattform liegen bei rund 400 Millionen Schilling.

Internet-Strategie fußt auf drei Säulen
Für die Bank Austria hat der Bereich Internet in den nächsten Jahren höchste Priorität. Um auch weiterhin eine führende Rolle im Bereich der neuen Technologien zu spielen, werden die Investitionen daher weiter forciert. Die Bank Austria wird in den kommenden Jahren jährlich 1 Milliarde in Internet-Projekte investieren. Mit der neu formulierten Internet-Strategie, die im wesentlichen auf drei Säulen fußt, verfolgt die Bank Austria ein ganz klares Ziel: "Wir wollen in Europa in wenigen Jahren zu den führenden Playern im Internet-Bereich, im speziellen im Handel
mit Finanzdienstleistungen, zählen", so Wolfgang Haller, der für den IT-Bereich zuständige
Bank Austria-Vorstand.

Die Eckpunkte der Internet-Strategie der Bank Austria:

1. Multi-Channel-Strategie:
Die Bank Austria wird in Zukunft noch stärker als bisher ihre Produkte und Services über die neuen Vertriebswege anbieten. Ganz auf die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse abgestellt, werden die Kunden entweder traditionell über die Zweigstellen, über Telefon, über Selbstbedienungs-einheiten, durch den mobilen Vertrieb oder immer stärker über das Internet serviciert.


BA-Vorstand Haller: "Ich gehe davon aus, dass wir im Jahr 2005 konzernweit bereits eine halbe Million privater Kunden haben, die das Online Banking-Angebot nutzen und wir uns - was die Betreuung der Kunden betrifft - einer Drittelung annähern: Ein Drittel wird dann traditionell in den Zweigstellen betreut werden, ein Drittel über Internet und ein weiteres Drittel über den mobilen Vertrieb und andere Vertriebsschienen."

2. Aufbau neuer elektronischer Marktplätze:
Wesentlich für das Erreichen der Vision, in wenigen Jahren ein europäischer Top-Player im
Internet-Bereich zu sein, ist, dass die Bank Austria aktiv und erfolgreich bei der Schaffung neuer Marktplätze, den sogenannten e-Marketplaces, agiert. Als Finanzkonzern verfügt sie über eine Fülle von Assets, die die Basis für eine erfolgreiche Realisierung dieser e-Marketplaces darstellt: Hohe Beratungskompetenz, elektronische Autorisierungsservices, eine breite Kundenbasis und dichtes Niederlassungsnetz auch in Osteuropa, um nur einige zu nennen.

Entlang der Wertschöpfungskette von Unternehmen - von der Lieferantenauswahl bis hin zur Bezahlung der Lieferung - ergeben sich neue Geschäftspotentiale für Banken im e-commerce. Services, die die Bank Austria in diesem Zusammenhang anbieten wird, sind etwa die Ausgabe von elektronischen Zertifikaten, die sichere und eindeutig identifizierbare e-Commerce-Transaktionen ermöglichen oder eine elektronische Lösung für Rechnungsstellung und Bezahlung, das sogenannte Bill Presentment.

3. Internet-Handelsplattformen für Finanzinstrumente:
Drittes und wesentliches Standbein der Internet-Strategie der Bank Austria ist der Aufbau von grenzüberschreitenden Handelsplattformen für Finanzinstrumente via Internet. Hier liegt, wie die Ergebnisse aktueller Studien zeigen, das größte Potential für die erfolgreiche Entwicklung neuer elektronischer Marktplätze: Die Zahl der europäischen Online Brokerage-Kunden wird demnach laut einer Studie von Forrester Research innerhalb der nächsten vier Jahre von 1,3 Millionen auf 14 Millionen steigen.

Die Bank Austria wird daher dieses Service ab 2001 für das gesamte westliche Europa anbieten. Und zwar mit einem Angebot, das sowohl qualitativ als auch quantitativ die bisher am Markt befindlichen Services weit übertrifft. Und gemeinsam mit einem Partner, debis Systemhaus, der höchste Qualität in der technischen Umsetzung garantiert. Parallel zum gemeinsamen Plattform-Projekt mit debis Systemhaus baut die Bank Austria über ihre Tochter caibon eine Internet-Handelsplattform für Osteuropa auf. Der Handel mit Wertpapieren in Ungarn an der Budapester Börse startet bereits im Sommer 2000.

Die Kooperation mit debis Systemhaus - Internet Handelsplattform für ganz Westeuropa
Die im Rahmen eines Joint Ventures mit debis Systemhaus entstehende Internet-Handelsplattform richtet sich an Kunden im gesamten westlichen Europa und wird sich in mehreren entscheidenden Punkten ganz deutlich vom Angebot der derzeit am Markt befindlichen Mitbewerber unterscheiden:

  • Das Produktspektrum umfasst alle wesentlichen Finanzinstrumente wie Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Derivativinstrumente und Treasury-Produkte.
  • Dieses Angebot richtet sich daher verstärkt an Institutionelle und Firmenkunden und nicht nur - wie bisher üblich - an Privatkunden.
  • Im Unterschied zur Vielzahl der Direktbanken wird eine reinrassige Online-Plattform mit real-time-Services angeboten. Damit wird gezielt auch der kommerzielle Anwender angesprochen. Das trifft auch auf die caibon zu.

Vorerst sechs Bankpartner geplant
Ein wesentliches Kriterium bei der technischen Konzeption der Plattform ist, dass auch andere Banken die Möglichkeit haben, ohne großen Integrationsaufwand die angebotenen Services zu nutzen. Die Bank Austria wird daher nicht auf allen Märkten selbst präsent sein, sondern in der Startphase sechs Bankpartnern den Zugang zur Internet-Handelsplattform ermöglichen. Die Verhandlungen mit Interessenten laufen bereits, 2001 soll der erste Partner einen Zielmarkt betreuen.

Die Bank Austria geht davon aus, dass sich dieses Projekt schnell rechnen wird. Der für Beteiligungen zuständige BA-Vorstand Friedrich Kadrnoska: "Ich bin sehr optimistisch, dass wir mit dieser Plattform auf lange Sicht eine dominierende Stellung im Internet-Trading einnehmen werden. Der Break even sollte 2003 geschafft sein."

Bank Austria und debis Systemhaus - eine optimale Kooperation
Mit debis Systemhaus konnte die Bank Austria einen Partner für das Projekt Trading PIT gewinnen, der eine optimale technische Umsetzung und Betreuung garantiert. Franz Grohs, Geschäftsführer von debis Systemhaus Österreich zur Entscheidung der Bank Austria: "debis Systemhaus sieht in seinen Strategien und in seinen Allianzen e-Business als den wesentlichen Motor der heutigen Entwicklung der IT-Dienstleistung. debis Systemhaus ist daher auch auf diesen e-Zugang seiner Kunden zu ihrem ureigenen Geschäft vorbereitet."

BA-Vorstand Haller: "Der Auftritt von debis Systemhaus in Österreich, in Deutschland, aber auch international ist der eines vielseitigen, herstellerunabhängigen und mit enormen IT-Know-how ausgestatteten Dienstleisters. Dies manifestiert sich auch in unserer guten Zusammenarbeit im Projekt Trading PIT. Darüber hinaus verbindet uns mit den Eigentümern von debis Systemhaus eine langjährige, erfolgreiche Partnerschaft im Finanzgeschäft."

"white-label"-Konzept
Das wesentliche Kriterium der raschen Umsetzung gewährleistet debis Systemhaus durch die Integration von Standardsystemen zu einer bislang noch nicht verfügbaren Vielfalt und Effektivität einer Gesamtlösung. Gleichzeitig bleibt das System aber offen, indem es als "white-label"-Konzept entwickelt wird. Damit wird einem breiten, potentiellen Kundenkreis unter den Finanzdienstleistern Europas der Zugang zu dieser Anwendung unter einer eigenen Marke (label) ermöglicht.

Franz Grohs: "Gemeinsam mit der Bank Austria schaffen wir eine exportfähige Lösung, die sich im Gegensatz zu Produkten der frühen Startups in der Branche vor allem durch Betriebssicherheit, Stabilität und äußerst hohe Sicherheit auszeichnet. Hier entsteht ein verlässliches Werkzeug für den Corporate und Retail Customer einer Bank, der damit eine ganze Reihe seiner Finanzinstrumentarien bedienen kann, und zwar nicht nur im Sinne eines online Order-Placements, sondern als eigenständige intra-day Transaktion."

Rückfragen: Bank Austria Public Relations
Roman Jost, Tel. 711 91 DW 56150
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