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15.12.2000

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Kein Weihnachtsfriede für die Technologie

Gewinnwarnung von Microsoft
Konjunkturelle Abkühlung fordert weitere Opfer

Die Technologieaktien im allgemeinen und Microsoft im besonderen bekommen heuer scheinbar keine Geschenke unter den Christbaum gelegt – immer wieder gibt es Gewinnwarnungen, und die von Microsoft gestern nach Börsenschluss ist besonders schlimm. Noch nie in seiner Unternehmensgeschichte hat der Software-Gigant eine Gewinnwarnung ausgesprochen, gestern war es erstmals soweit: Die Prognosen für das laufende Quartal seien sowohl bez. Umsatz als auch Gewinn um 5 bis 6 % zu hoch. "Das Ausmaß der Warnung ist sicher nicht dramatisch. Was der Meldung so großes Gewicht verleiht, ist die Tatsache, dass Microsoft als äußerst konservativ in seinen Annahmen gilt und wie gesagt noch nie gewarnt hat", schätzt Monika Rosen, Bereischsleiterin Research im Asset Management der Bank Austria, die Lage ein.

Rosen weiter: "Andererseits muss man natürlich auch zugestehen, dass der gesamte PC-Sektor bereits seit einiger Zeit Schwächesignale aussendet." Von Intel über Compaq, Dell und Gateway hat de facto schon alles gewarnt, was in dem Segment Rang und Namen hat. Microsoft war hier sozusagen nur der letzte Mosaikstein.

Zinserhöhungen der US Notenbank greifen

Zur Interpretation der Lage kann man zwei Faktoren anführen: Einerseits macht sich die konjunkturelle Abkühlung, die die US Notenbank mit ihren Zinserhöhungen ja herbeiführen wollte, jetzt sehr unangenehm in den Gewinnen bemerkbar. Wenn die Wirtschaft abkühlt, gehen auch die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen zurück, und das betrifft die Technologie insgesamt, da sie einen immer höheren Anteil am gesamten Investitionsvolumen der Unternehmen hat. "Insofern wäre die Möglichkeit einer Zinssenkung, wie sie Notenbank-Chef Greenspan zuletzt in Aussicht gestellt hat, sicher ein warmer Regen für die Aktienmärkte", so Monika Rosen.

Gesättigter PC-Bereich – Nachfragedynamik sinkt

Andererseits zeigt der PC Sektor offensichtlich Ermüdungserscheinungen. Es ist durchaus möglich, dass hier zwei Faktoren unglücklich zusammentreffen.

Die wirtschaftliche Abkühlung trifft auf eine gewisse Sättigung im PC-Bereich und sorgt so für einen noch verstärkt negativen Effekt. Der PC hat sich, wie andere technische Erfindungen vor ihm (Auto!), zu einem zyklischen Gut entwickelt. Die erste Anschaffungswelle ist verebbt, die neue Nachfrage wird zunehmend von jenen getrieben, die einen bestehenden PC durch ein neues Modell ersetzen (und nicht mehr durch Neuanschaffungen). Somit ergibt sich zwangsläufig eine Abkühlung in der Nachfragedynamik.

Lässt Verkaufsdruck auf Tech-Werte bereits nach?

Was heißt das alles nun für Technologieaktien und für Microsoft im speziellen: die Unterstützung, die der neue Präsident gerade dieser Aktie hätte verleihen sollen (er gilt als weniger strikt in Anti-Trust-Fragen), währte offenbar nur kurz. Monika Rosen: "Die aktuelle Nachrichtenlage ist sicher nicht dazu angetan, den Tech-Werten kurzfristig Unterstützung zu verleihen, man muss aber sehen, dass irgendwann jeder Verkaufsdruck nachlässt. Die letzte Warnung von Intel beispielsweise wurde am Tag der Bekanntgabe mit einem steigenden Aktienkurs quittiert – das als Zeichen dafür, dass zumindest in diesem Papier viel an Pessimismus schon enthalten war."

Microsoft hat, im Gegensatz zu den PC-Werten wie Dell, Compaq oder Intel, jetzt erstmals gewarnt. Hier ist also möglicherweise noch mehr an Verkaufsdruck drinnen. Außerdem bleibt abzuwarten, ob Bush angesichts der äußerst knappen Mehrheitsverhältnisse nach der Wahl wirklich soviel für das Unternehmen tun kann.

Langfristig positive Einschätzung für US-Markt bestätigt

Rosen: "Insgesamt bleiben wir aber bei unserer langfristig positiven Einschätzung für den US Aktienmarkt, erkennen aber an, dass wir jetzt einmal eine Atempause bei den schlechten Nachrichten brauchen, damit die Werte wieder Tritt fassen können." Auf Jahressicht sollten gerade aber Tech-Titel, die zuletzt so sehr geprügelt waren, wieder Chancen auf Kursanstiege haben. Hier könnte ein Signal der Notenbank (Zinssenkung) natürlich besonders viel bewirken. "Vielleicht könnte paradoxerweise gerade ein Kulminieren der schlechten Nachrichten hier einen Katalysator auch für Greenspan schaffen – was letztlich positiv wirken würde", so Rosen abschließend.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33147 DW 5403