14.05.2010

CEE-Analyse der UniCredit Group:
CEE Banking – der Weg aus der Krise

  • Geringe Nachfrage bewirkt Stagnation im Kreditgeschäft
  • Bankensektor hat sich in der Krise bewährt
  • Länder sollten sich auf die Ausschöpfung von EU-Mitteln konzentrieren, um für maximale Wachstumsanreize zu sorgen
  • UniCredit ist gut aufgestellt – Starke Position für den Neustart

 In Zentral- und Osteuropa (CEE) zeigen sich, nach den Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise, nun auch Corporate Business erste Anzeichen eines Aufschwungs. Der Wachstumsausblick variiert allerdings deutlich: In einigen Ländern vollzieht sich die Erholung rascher, während andere durch die laufenden Marktturbulenzen stärker gefährdet scheinen. Allen gemeinsam ist, dass sie unter ihrem langfristigen Potenzial bleiben werden. "Die Krise wirkte sich auch auf das Bankensystem aus, doch dieses erwies sich in der CEE-Region als robust und profitabel. Wir finden hier immer noch erhebliche Wachstumsaussichten vor", so Federico Ghizzoni, Head of CEE Banking Operations der UniCredit Group.

Zwar bietet das Bankgeschäft in CEE nach wie vor Chancen, doch viele Marktbedingungen haben sich im Zuge der Krise geändert. "Wir glauben, dass das Potenzial, was die Marktpenetration betrifft, noch vorhanden ist und dass in Zukunft mehr Ausgewogenheit zwischen dem Wachstum von Kredit- und Einlagengeschäft herrschen wird", erklärt Debora Revoltella, Head of CEE Strategic Analysis der UniCredit Group, in Bezug auf die jüngsten Prognosen der Gruppe für den Bankensektor. Vor dem Hintergrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums werden die Volumen-Zuwächse zwar nicht mehr so deutlich ausfallen wie vor der Krise, sollten aber trotzdem jene der reiferen Märkte übertreffen.

Bestimmend für den derzeitigen Aufschwung ist das Firmenkundengeschäft  das als erstes die Krise hinter sich lassen und der Motor zukünftigen Wachstums sein wird. Angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen und des schwachen Konsums wird der Retail-Sektor sein Potenzial dagegen nur langsam entfalten können. Trotzdem setzt sich der wirtschaftliche Konvergenzprozess zwischen CEE und Westeuropa fort, wenn auch etwas langsamer und nach einem ausgewogeneren wirtschaftlichen Modell. "Der Bankensektor ist und bleibt einer der Motoren für die wirtschaftliche Konvergenz. In der aktuellen Phase sind wir jedoch auf einen nachfrageseitigen Aufschwung angewiesen, bevor wir mit einer neuen Dynamik im Kreditgeschäft rechnen dürfen", erklärt Revoltella. "Die gute Nachricht lautet, dass die Probleme rund um die Kreditqualität ihren Höhepunkt beinahe erreicht haben. Es zeichnet sich eine gewisse Stabilisierung bei den notleidenden Krediten ab und unserer Meinung nach wird sich der Trend noch in diesem Jahr umkehren."

Die zukünftige Entwicklung in der CEE-Region deutet jedoch auf ein sehr heterogenes Szenario hin. Das Verhältnis Marktattraktivität versus Risiko spricht weiterhin klar für Russland, die Türkei und Rumänien. Die anderen zentral- und südeuropäischen Länder präsentieren sich attraktiv bei niedrigem Risikoprofil. Am massivsten von der Krise betroffen sind die Ukraine, Kasachstan und die baltischen Staaten. Sie müssen ihr Wachstumsmodell neu austarieren.

Hinter der aktuellen Kreditklemme steht mangelnde Nachfrage
Während der Krise stand zunächst die Liquiditätsklemme hinter der schleppenden Geschäftsentwicklung, gefolgt von Ängsten rund um die Kreditqualität. Was wir seit Anfang dieses Jahres sehen, ist jedoch eine deutlich geänderte Situation. Erwartungsgemäß stagniert jetzt das Kreditvolumen auf Grund fehlender Nachfrage, bei gleichzeitig mehr als ausreichender Liquidität. "Die Banken sind liquide, wie sich anhand der Tatsache zeigt, dass die Einlagen bei den Zentralbanken weit über den Mindestanforderungen liegen", erläutert Ghizzoni.

Die entscheidende Frage für die rund 2.450 in der CEE-Region tätigen Banken mit einer Bilanzsumme von insgesamt über EUR 2.100 Mrd. lautet nun: Wie lässt sich der Motor wieder in Gang bringen? "Die Nachfrage, nicht das Angebot an Krediten sollte uns aus der Krise führen", sagt Revoltella. So stehen die Länder in einem Zukunftsszenario strikter Budgetkontrolle vor der Aufgabe, Wege zur Ankurbelung der Nachfrage zu finden. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, wäre die vollständige Ausschöpfung der bereit stehenden EU-Mittel. Dazu müsste man Wettbewerbsfähigkeit und Qualität des operativen Umfeldes höchste Priorität einräumen. "Diese EU-Gelder haben, sofern sie vollständig abgeholt werden, das Potenzial, 2010 in CEE zwischen 1 und 2 Prozentpunkten zum nominellen BIP-Wachstum beizutragen. Das ist im gegenwärtigen Kontext beachtlich", erklärt Revoltella.

Was das Commitment der Banken betrifft, unterstreicht Federico Ghizzoni die günstige Situation der UniCredit: "Wir konnten 2010 bereits mit einer hohen Kapitalisierung beginnen, wobei in der Bank Austria EUR 2 Mrd. an zusätzlichem Kapital zur Wachstumsstimulierung in der Region zur Verfügung stehen. Wir haben mit ausreichender Liquidität ausgestattete Banken, die nur darauf warten, ihr Kreditgeschäft wieder im vollen Umfang aufzunehmen, und wir verfügen über ein exzellentes Filialnetz und eine gute Position in den Ländern, ebenso über gestraffte interne Prozesse, die uns rasche Entscheidungen und ein Zurückgreifen auf die Best Practices der Gruppe ermöglichen. Somit bleibt die CEE-Region eines unserer wichtigsten geschäftlichen Standbeine, weil wir hier Wachstumsmöglichkeiten für die Zukunft wahrnehmen können." Das Ranking der Spitzenbanken in der CEE-Region wird von der UniCredit Group angeführt, die hier über die Bank Austria1) tätig ist. Sie verzeichnete 2009 in der Region eine Bilanzsumme von EUR 116 Mrd. und einen Nettogewinn vor Steuern von EUR 1.600 Mio. Angesichts der CEE-Gewichtung von 13% in der Bilanzsumme der ganzen Gruppe präsentiert sich die UniCredit außerdem als gut diversifizierter Player innerhalb der Region.

Über UniCredit Group
Die Bank Austria ist innerhalb der UniCredit Group für Zentral- und Osteuropa verantwortlich. Die UniCredit Group ist ein großes internationales Finanzinstitut mit starken Wurzeln in 22 Ländern Europas sowie Repräsentanzen in 27 weiteren Märkten, mit rund 9.800 Filialen und mehr als 165.000 Mitarbeitern per 31. Dezember 2009.

In der Region Zentral- und Osteuropa betreibt UniCredit das größte internationale Bankennetzwerk mit mehr als 4.000 Geschäftsstellen.

Derzeit ist die Gruppe in folgenden CEE Ländern vertreten: Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und Ukraine.

1) und über die Bank Pekao in Polen

 Präsentation englische Version (PDF; 676 KB)

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