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17.12.2009

Bankraub-Studie:
Banken rüsten gemeinsam gegen Bankraub auf

  • Nur 14 Prozent aller Bankräuber sind Profis
  • Privater Wachdienst, neue Videotechnologien und stärkere Zusammenarbeit mit Polizei sollen Bankraub minimieren
  • Bis zu 15 Jahre Haft für Bankraub für ein paar tausend Euro

Die heimischen Banken rüsten kurz vor Weihnachten ihre Filialen gegen Bankraub auf. Mit verstärkter Videoüberwachung, neuen Überwachungstechnologien, Schulungen mit polizeilicher Unterstützung, neuer Filialgestaltung und zusätzlichen Wachdiensten wollen sie dem Bankraub in Österreich ein Ende bereiten. Ausgangspunkt der seit 2008 sukzessiv eingesetzten neuen Maßnahmen ist eine Studie auf Basis von Gesprächen mit ehemaligen Bankräubern vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die Studie wurde auf Initiative der Erste Bank umgesetzt. Unterstützt wurde die Initiative vom Bundeskriminalamt, der Bank Austria, der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, der Steiermärkischen Sparkasse und der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich.

"Wie komm' ich rasch zu Geld? Ohne viel Aufwand, ohne viel Nachdenken. Das ist eben ein Bankraub", fasst Schurl, Ex-Bankräuber und Häftling der Justizanstalt Garsten seine Bankraubplanung zusammen. Nur 14% aller Bankräuber sind Profis, die größte Menge sind sogenannte "Intermediates" (35%), also Mileau-Kriminelle ohne sonderliche Bankraubspezialisierung und Amateure (31%). "Die wenigsten Bankräuber planen den Überfall, vielmehr lassen sie sich von der Situation und der Gelegenheit verleiten", sagt Christopher Schlembach vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und Autor der Studie "Bankraub in Österreich".

"Schurl und seine Kollegen haben  sich schlichtweg geirrt", so Herwig Lenz, Leiter der Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes, "viele Bankräuber sind sich nicht bewusst, dass in den Banken nur noch sehr wenig Bargeld offen herumliegt." 131 Raubüberfälle verzeichnet das Bundeskriminalamt 2008 in den heimischen Bankfilialen und Postämtern, 2009 waren es bis Ende November 94 Fälle. In Deutschland gab es im Vergleich fünfmal mehr Überfälle und viele Gei-selnahmen, die es in Österreich nicht gibt. Als besonders effektiv haben sich Ergreiferprämien gezeigt. Die sogenannte "Dalton-Bande" konnte heuer mit Hilfe eines Hinweises beispielsweise damit ergriffen werden. Auch Fahndungsbilder werden immer besser. "Die meisten Banken haben ihre Überwachungssystem bereits auf Digitalqualität umgestellt", so Lenz, "wenn etwas unscharf ist, dann nehmen wir eine andere Einstellung oder zoomen hinein".

Elisabeth Bleyleben-Koren: "Bankraub zahlt sich nicht aus"
"Wir alle haben alle ein gemeinsames Ziel: Bankraub zu verhindern und Fahndungserfolge zu erhöhen", sagt Elisabeth Bleyleben-Koren, Generaldirektor der Erste Bank, "Für ein paar Tausend Euro riskieren Bankräuber bis zu 15 Jahre Haft. Bankraub zahlt sich schlichtweg nicht aus". Die Erste Bank hat ihr Sicherheitsbudget heuer um 1 Million Euro erhöht und nahezu alle Filialen mit neuen Außenkameras ausgestattet. Die Überwachungssysteme wurden außerdem auf Digitaltechnologie umgestellt. Auch werden alle 140 Filialen in Wien und Umgebung sukzessive auf ein neues kundenfreundliches, aber bankräuberunfreundliches Filialkonzept umgestellt. Der Kassabereich ist nicht mehr einsichtig, die SB-Zonen gesondert gesichert. Zusätzlich hat die Erste Bank eigens und zusätzlich angemietetes Wachpersonal im Einsatz  – offen aber auch verdeckt.

Herbert Hangel: "Die meisten Bankräuber sind Amateure"
"Die meisten Bankräuber sind Amateure, die im Kurzschluss handeln", fasst Herbert Hangel, Head Global Banking Services der Bank Austria, seine Erfahrungen zusammen, "Wir setzen dem eine noch stärkere Professionalisierung, insbesondere in den Bereichen Technologie und Mitarbeiter, entgegen." So hat die Bank Austria 2009 ein dreijähriges Modernisierungsprogramm abgeschlossen und die Alarmanlagen in allen ihren 360 Filialen erneuert. Die Videoüberwachung wurde flächendeckend auf digitale Technologie umgestellt, die Möglichkeiten zur diskreten Alarmauslösung deutlich ausgebaut. Geldtresore sind heute nirgendwo mehr einsehbar. Als Sicherheitsschwerpunkte des kommenden Jahres sollen unter anderem die Bargeldbestände in den Filialen weiter reduziert und die Mitarbeiterschu-lungen intensiviert werden.

Heinz Friedl: "Kein Geld auf die Schnelle"
"Wenn potentielle Bankräuber meinen, bei uns könnte man 'auf die Schnelle' viel Geld holen, dann irren sie", so Heinz Friedl, der Sicherheitsbeauftragte der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Bei den Raiffeisenfilialen in Wien verhindert der Automatische Kassentresor (AKT) den Griff in die offene Geldlade. Durch den AKT ist die "schnell greifbare" hohe Geldmenge nicht gegeben. Bei größeren Bargeldbehebungen für Kunden setzt Raiffeisen auf Diskretauszahlungen nicht am Schalter, sondern in der Beratungszone. Mit einem Budget von jährlich rund 1 Mio. Euro hat die RLB NÖ-Wien in allen Filialen neue Videotechnik (digital hochauflösend und sofort verfügbar) und die  Bewachung durch Securities (offen und verdeckt) abgesichert. In den Raumkonzepten wird u.a. durch schleusenähnliche elektrische Schiebetüren ein Beitrag zu Prävention geleistet. Sicherheitsschulungen ergänzen das Programm.

Gemeinsame Maßnahmen gegen Bankraub
Die meisten Täter suchen Filialen, die ihre Kassen in der Nähe des Eingangsbereiches haben und gut von außen einsichtig sind. Diese Kassen sollen nun der Vergangenheit angehören. Auch sind offene Kassen kaum noch vorzufinden. Alle Kassen sind elektronisch gesichert. In Vergangenheit fanden Täter Überwachungskameras nicht abschreckend, weil die Qualität der Bilder schlecht war. Mit der Digitalüberwachung hat sich das geändert. Alle großen Bankinstitute haben ihre Videoüberwachung bereits von analog auf digital umgestellt. Auch setzen mittlerweile alle großen Institute am Wiener Platz privates Wachpersonal ein – manchmal auch verdeckt. Zusätzlich gibt es in allen Filialen Service- oder sogenannte Floormanager, die primär für die Unterstützung und Orientierung der Kunden da sind. Eine ihrer Aufgaben ist es aber auch, unbekannte oder auffällige Personen zu beobachten. Eine weitere gemeinsame Maßnahme ist die Auslobung von Ergreiferprämien. "Viele zusätzliche Sicherheitseinrichtungen können leider nicht offen kommuniziert werden, der Bankräuber wird aber spätestens in der Filiale damit Bekanntschaft machen", so Polizei, Banken und KfV unisono.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 52819
E-Mail: tiemon.kiesenhofer@unicreditgroup.at

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