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Presseinformation

30.08.2016

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im August:
Erster, leichter Gegenwind für Österreichs Industrie durch
Brexit-Effekt

  • Trotz Rückgang auf 52,1 deutet der Bank Austria EinkaufsManagerIndex auch im August auf Wachstum, wenn auch weniger als im Juni und Juli
  • Inlandsaufträge wachsen weiter, Auslandsaufträge schrumpften im August
  • Ein- und Verkaufspreise stagnieren
  • Trotz Verlangsamung der Industriekonjunktur ist Beschäftigungsaufbau weiter hoch
  • Auch in Frankreich und Deutschland erste Anzeichen eines leichten Brexit-Effekts
  • Brexit-Auswirkungen bleiben trotzdem für Österreichs Industrie überschaubar, werden sich aber fortsetzen

Die der Brexit-Entscheidung folgende Verunsicherung hat die Erholung der heimischen Industrie bisher nicht stoppen können, jedoch verlor die Industriekonjunktur zum zweiten Mal seit der Brexit-Entscheidung an Schwung. "Erneut ist der Rückgang des Bank Austria EinkaufsManagerIndex auf schwächere Exportaufträge zurückzuführen, was einen Zusammenhang vermuten lässt", meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Auch wenn insgesamt die Aufträge im August noch einmal stiegen, allerdings deutlich weniger als noch in den letzten beiden Monaten, kam es bei den Exportaufträgen erstmals seit Mai zu einem leichten Rückgang. "Trotz Rückgang deutet der Bank Austria EinkaufsManagerIndex auch im August auf Wachstum hin – wenn auch weniger. Neben den Inlandsaufträgen sind auch die Produktionsleistung und Einkaufsmengen weiter steigend, die Auftragspolster sind zumindest nicht zurückgegangen und es werden ähnlich wie in den letzten zwei Monaten mehr Arbeitskräfte eingestellt", fasst Bruckbauer die wichtigsten Teilergebnisse zusammen.

Die heimische Industrie konnte im August abermals mehr Neu- und Folgeaufträge als im Vormonat verbuchen. Das Tempo des Zuwachses ließ jedoch erneut nach. "Im Einklang mit dem schwächeren Auftragswachstum haben die österreichischen Betriebe im August auch das Tempo der Produktionsausweitung erkennbar zurückgefahren. Während die Auslandsnachfrage im Juli lediglich stagnierte, ging sie im August deutlich zurück und der Indikator erreichte den geringsten Wert seit knapp zwei Jahren", so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die Abschwächung beim Wachstum der Auftragseingänge und bei der Produktion war ähnlich, so dass sich die Auftragspolster im August nicht änderten.

Ungeachtet der Verlangsamung der Industriekonjunktur im Juli und August stieg aufgrund der über ein Jahr andauernden Expansion der Produktion die Beschäftigung auch im August gleich stark wie in den letzten beiden Monaten. "Seit einem Jahr kommt es bei der österreichischen Sachgüterindustrie zu einem Jobaufbau, der bisher der leichten Abschwächung der gesamten Industriekonjunktur trotzt", so Pudschedl.

Die schwächere Industriekonjunktur spiegelt sich im August auch in den Preistrends wider. "Die Preisentwicklung im Ein- und Verkauf verursachte weder eine Entlastung noch eine Belastung für die heimischen Betriebe, da beide Preisindikatoren im August stagnierten", so Pudschedl. Auch die Entwicklung der Lager spiegelt die abgeschwächte Konjunktursituation wider: Einerseits stiegen die Vormateriallager erstmals seit über einem Jahr wieder leicht an, andererseits gingen die Fertigwarenlager – offensichtlich als Effekt der etwas geringer als erwartet ausgefallenen Produktion – deutlich weniger stark zurück wie in den letzten eineinhalb Jahren.

Anders als bei den ersten Erhebungen der Konjunkturstimmung im Juli zeigen im August nun einige wichtige Indikatoren erstmals seit dem Referendum im Vereinigten Königreich eine leichte Abschwächung. So ging der deutsche ifo-Index im August erkennbar zurück, auch der französische INSEE Stimmungsindikator für die Industrie fiel zuletzt. Diesem Trend folgt nun auch der Bank Austria EinkaufsManagerIndex, ausgelöst durch eine schwächere Exportauftragsentwicklung. "Der Rückgang einiger Stimmungsindikatoren lässt die Vermutung nahe, dass der Brexit-Effekt nun auch in der Eurozone und in Österreich angekommen ist. Allerdings dürften sich auch andere Faktoren, wie etwa die Zunahme von Terroranschlägen oder die Krise in der Türkei negativ auf die Stimmung geschlagen haben", meint Bruckbauer und ergänzt: "Erwartungsgemäß hat die Brexit-Entscheidung negative Effekte auf die Konjunktur im Euroraum und in Österreich und erwartungsgemäß braucht es etwas Zeit, bis sie spürbar werden. Trotzdem blieb ein Brexit-Schock im Euroraum und in Österreich bisher, ebenfalls wie erwartet, aus."

Dies gilt jedoch nicht für das Vereinigte Königreich, wo der Einkaufsmanagerindex bereits im Juli 5 Punkte auf 47,5 einbrach. Die Industriedynamik in Österreich hat jedoch, so wie von den Ökonomen der Bank Austria erwartet, ihren Höhepunkt zur Jahresmitte erreicht, da sich die aktuell im Bank Austria EinkaufsManagerindex abzeichnende Verlangsamung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten fortsetzen sollte. Mit rund 2 Prozent im Gesamtjahr 2016 wird die Industrie jedoch zumindest das Wachstumstempo des Vorjahres erreichen. 2017 wird aufgrund der dann stärker spürbaren Folgen des Brexit das Industriewachstum in Österreich die 2-Prozent-Marke voraussichtlich nicht erreichen.

 Tabellen (PDF; 136 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 50505 - 41957
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at