UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Wir sind für Sie da
VideoTelefonie testen
Allgemeine Anfragen
Kartensperren
UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Wir sind für Sie da
VideoTelefonie testen
OnlineBanking | BusinessNet
Vorlesen

Presseinformation

15.01.2015

Bank Austria Konjunkturindikator:
Österreichs Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr

  • Bank Austria Konjunkturindikator sinkt im Dezember 2014 auf minus 0,1 Punkte
  • Schwache Industriestimmung im europäischen Einklang aber nur in Österreich Konsumentenstimmung schlechter als im Vorjahr
  • Österreich 2014 mit höchster Inflation in Euroraum aber Ölpreisverfall senkt Inflation 2015 auf zumindest 1,3 Prozent
  • Verbesserte Rahmenbedingungen stützen Konjunkturbelebung im Jahresverlauf 2015: Mehr globale Nachfrage, schwächerer Euro und niedriger Ölpreis wirken sich ab dem Frühjahr positiv aus
  • Höherer BIP-Anstieg als 2014 erwartet: 0,7 Prozent für 2015 und 1,5 Prozent für 2016
  • 2015 Anstieg der Arbeitslosenquote aber Trendwende noch dieses Jahr möglich

Die zaghafte Konjunkturerholung zu Beginn hat sich im weiteren Jahresverlauf 2014 nicht mehr fortgesetzt. Seit Mitte 2014 fehlt es der österreichischen Wirtschaft an Schwung. „Der Bank Austria Konjunkturindikator ist im Dezember auf minus 0,1 Punkte gesunken. Damit ergibt sich für das Schlussquartal 2014 ein durchschnittlicher Indikatorwert von Null. Das lässt darauf schließen, dass die österreichische Wirtschaft auch im vierten Quartal nicht gewachsen ist“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Angesichts der schwachen zweiten Jahreshälfte hat das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2014 nur geschätzte 0,2 Prozent betragen, unverändert gegenüber dem Jahr davor.
„Der erneute Rückgang des Bank Austria Konjunkturindikators in den Minusbereich im Dezember war von einer generellen Stimmungseintrübung in der heimischen Wirtschaft bestimmt, die vom allgemeinen Trend in Europa zum Teil abweicht“, meint Bruckbauer und ergänzt: „Die Stimmung unter den heimischen Konsumenten sank im Dezember auf den Jahrestiefststand und von allen EU-Ländern hat sich einzig in Österreich die Verbraucherstimmung gegenüber 2013 verschlechtert.“ Nur noch während der Wirtschaftskrise 2009 war der Pessimismus unter den österreichischen Konsumenten größer, was mit der negativen Entwicklung am Arbeitsmarkt, angesichts der im europäischen Vergleich weiterhin weit günstigeren Lage in Österreich nur unzureichend erklärt werden kann. Auch die heimischen Sachgütererzeuger schätzen die Geschäftslage etwas skeptischer als vor einem Monat ein, aber ebenso wie in der Industrie der wichtigsten europäischen Abnehmerländer, war die Stimmung 2014 insgesamt günstiger als im Jahr davor.

Verbesserte Rahmenbedingungen zeigen ab Frühjahr Wirkung
Zu Beginn des Jahres 2015 ist nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria noch keine spürbare Konjunkturauffrischung zu erwarten. „Nach der Stagnation zu Ende 2014 sollte die österreichische Wirtschaft im ersten Quartal 2015 unterstützt durch den Außenhandel leicht expandieren. Mit bis zu 0,2 Prozent zum Vorquartal wird das Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn aber sehr bescheiden bleiben“, meint Bruckbauer.
Nach dem Winter besteht die Aussicht auf ein moderates Frühlingserwachen. „Die Rahmenbedingungen für die österreichische Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen zu verbessern begonnen. Damit besteht die Chance, dass sich die derzeit skeptische Stimmung zu drehen beginnt. Insbesondere zwei Faktoren sollten der österreichischen Wirtschaft ab dem Frühjahr zu mehr Schwung verhelfen: Der schwächere Euro und das billigere Öl“, so Bruckbauer. Der Euro hat seit Beginn des Herbsts 2014 gegenüber dem US-Dollar um rund 10 Prozent an Wert verloren. Das stützt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Exportwirtschaft, wenn auch rund 2/3 des Außenhandels innerhalb der EU abgewickelt werden und von Wechselkursschwankungen unberührt bleiben. Der Ölpreis hat sich selbst gemessen in Euro innerhalb weniger Monate halbiert, ein Kostenvorteil für die österreichischen Produktionsbetriebe und ein Kaufkraftgewinn für die Konsumenten. „Der schwächere Euro und das billigere Öl werden ab dem Frühjahr ihre positive Wirkung auf die Konjunktur in Österreich voll entfalten können. Wir rechnen daher im Verlauf des Jahres mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Allein die Abschwächung des Euros wird das Wirtschaftswachstum in Österreich 2015 insgesamt um rund 0,3 Prozentpunkte heben und der Preisverfall des Erdöls wird zumindest 0,2 Prozentpunkte zusätzliches Wachstum ermöglichen“, so Bruckbauer. Nach dem Stillstand zu Jahresbeginn wird das Wirtschaftswachstum gegen Ende 2015 bis zu 1,5 Prozent im Jahresabstand erreichen. Im Jahresdurchschnitt ist ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent zu erwarten, dass sich 2016 weiter auf 1,5 Prozent erhöhen sollte.

Weiterer Anstieg der Arbeitslosenquote 2015
In den nächsten Monaten werden die Impulse aus Europa, etwa durch die nachlassenden fiskalischen Zwänge sowie in geringem Ausmaß auch durch geldpolitische Anreize durch weitere unkonventionelle Maßnahmen der EZB die Erholung der österreichischen Wirtschaft festigen. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Konjunktur zu schwach bleibt, um spürbare Wirkung am Arbeitsmarkt zu zeigen. „Für 2015 erwarten wir einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,1 Prozent bzw. gemäß der nationalen Berechnungsmethode auf 8,6 Prozent. Wir sind optimistisch, dass im Jahresverlauf 2015 eine Trendwende einsetzen wird, dazu muss sich jedoch der Anstieg des Arbeitskräftepotenzials verlangsamen und die Konjunktur tatsächlich spürbar an Schwung gewinnen“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Inflation sinkt dank Ölpreis
Der starke Preisverfall von Rohöl dämpft die Teuerung in Österreich mittlerweile spürbar. Im Dezember ist die Inflationsrate in Richtung 1 Prozent-Marke gerutscht. „Im Jahresdurchschnitt 2014 betrug der Anstieg der Verbraucherpreise geschätzte 1,6 Prozent bzw. auf harmonisierter Basis 1,5 Prozent. Österreich hat damit 2014 erstmals überhaupt seit Berechnung des Preisindex Mitte der 1990er Jahre und zudem mit klarem Abstand die höchste Inflationsrate aller Länder des Euroraums ausgewiesen“, meint Pudschedl. Im Euroraum betrug die durchschnittliche Inflation 2014 nur 0,4 Prozent. Die höhere Teuerung in Österreich hat klar hausgemachte Gründe. Dazu zählen Steuer- und Gebührenanhebungen oder auch steigende Arbeitskosten, die sich auf die Preise von Dienstleistungen auswirken und in einigen Branchen ein geringer Wettbewerb. Die heimische Inflationsentwicklung wird in der ersten Jahreshälfte 2015 vom niedrigen Ölpreis stark gedämpft werden und zum Teil unter die Marke von 1 Prozent im Jahresvergleich sinken. Im zweiten Halbjahr wird der Ölpreiseffekt langsam auslaufen und es ist auch nachfragebedingt wieder mit einem leichten Anziehen der Inflation zu rechnen. „Mit höchstens 1,3 Prozent wird der Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2015 unter dem Vorjahreswert bleiben. Österreich wird damit weiterhin einen Inflationsaufschlag gegenüber dem Euroraum aufweisen“, prognostiziert Pudschedl. In den vergangenen fünf Jahren sind in Österreich die Preise insgesamt um mehr als 3 Prozentpunkte stärker gestiegen als im Euroraum oder im Nachbarland Deutschland.

 Tabellen (PDF; 80KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at