24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

Internetbanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Mehr erfahren
Climate Action-Fonds. Veranlagen in Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen reduzieren. Mehr erfahren ›
26.11.2018

UniCredit Bank Austria Volkswirtschaft Bundesländerausblick Gesamtjahr 2018:
Industriell starke Bundesländer knacken die 3-Prozent-Wachstumsmarke

  • Das Wachstum reicht von 1,9 Prozent in Wien bis 3,3 Prozent in Oberösterreich
  • Die Wirtschaft entwickelt sich heuer regional gleichförmig mit Vorteilen für industriell starke Bundesländer
  • Die Industrie hat mit Ausnahme von Wien in allen Bundesländern einen großen Anteil am Wirtschaftswachstum, angeführt von Kärnten und der Steiermark
  • Die Bauwirtschaft setzt die kräftigsten Impulse in Oberösterreich, Vorarlberg und Niederösterreich
  • Im Dienstleistungssektor entwickeln sich die konjunktursensitiven Dienstleister in Bereichen wie Vermittlung von Arbeitskräften, Informationstechnologie und Transportwirtschaft am dynamischsten, wovon vor allem Wien, Niederösterreich und das Burgenland profitieren können
  • Die Tourismusbetriebe freuen sich über neue Nächtigungsrekorde, die Tourismushochburgen Tirol, Salzburg und Wien sind hier die größten Nutznießer
  • Wie schon im Vorjahr gehen auch heuer die Arbeitslosenquoten in allen Bundesländern teilweise kräftig zurück, am stärksten ist der prozentuelle Rückgang in Tirol und in der Steiermark

 
In den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres betrug der reale Anstieg des österreichischen Bruttoinlandsprodukts im Jahresvergleich 2,9 Prozent. Das Wachstum basierte auf einer sehr dynamischen Entwicklung bei den Investitionen und der Exportwirtschaft und einem robusten Wachstum beim privaten Konsum. „Das sektoral breit getragene Wirtschaftswachstum führt zu relativ geringen Wachstumsunterschieden zwischen den Bundesländern, wobei heuer wie schon im Vorjahr die Bundesländer mit einem hohen Industrieanteil an der Wertschöpfung einen Vorteil haben“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.
 
Nach Schätzungen der UniCredit Bank Austria Ökonomen werden im Gesamtjahr 2018 alle Bundesländer ein solides Wachstum im Bereich von 1,9 Prozent in Wien bis 3,3 Prozent in Oberösterreich aufweisen. Neben Oberösterreich werden heuer auch Kärnten (+3,2 Prozent), die Steiermark (+3,1 Prozent) und Niederösterreich (+3 Prozent) voraussichtlich die 3-Prozent-Marke beim Anstieg des realen Regionalprodukts knacken. Das Wachstum in Tirol (+2,9 Prozent), Salzburg (+2,9 Prozent) und Vorarlberg (+2,9 Prozent) liegt leicht über dem bundesweiten Durchschnitt, während sich das Burgenland (+2,5 Prozent) gemeinsam mit Wien im hinteren Bereich der Bundesländerrangliste befindet. 
 
Industrie als Wachstumstreiber
In den ersten drei Quartalen ist die Wertschöpfung in der heimischen Industrie um real 5,5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode gewachsen. Die Industriebetriebe in Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich tragen heuer am meisten zum Wachstum des Regionalprodukts bei. Die Stärken dieser drei Bundesländer sind die elektrische Industrie, die KFZ-Industrie und die Metallindustrie, die sich auch österreichweit am besten entwickeln. Trotz steigender globaler Risiken bleibt die Nachfrage aus dem Ausland nach österreichischen Waren eine große Wachstumsstütze. „Das österreichische Exportvolumen wird im Gesamtjahr 2018 voraussichtlich über 150 Milliarden Euro betragen, das ist ein Anstieg von nominell 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein deutlich überdurchschnittliches Exportwachstum verzeichnen heuer die Steiermark (+9,3 Prozent), Salzburg (+8 Prozent) und Kärnten (+7,8 Prozent)“, sagt UniCredit Bank Austria Ökonom Robert Schwarz.
 
Große regionale Unterschiede in der Bauwirtschaft
Im Vergleich zur Industrie ist die diesjährige Entwicklung der Baukonjunktur regional viel inhomogener. In Oberösterreich, Vorarlberg und Niederösterreich entwickelt sich die Bauwirtschaft sehr dynamisch, unterstützt durch ein starkes Wachstum der abgesetzten Produktion im Hochbau und Baugewerbe. In Tirol und im Burgenland ist das Produktionswachstum des Bausektors deutlich unter dem Durchschnitt. Die Stagnation der burgenländischen Bauwirtschaft ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Baukonjunktur im Vorjahr außerordentlich gut war. Deshalb sind heuer im Burgenland Zuwächse im Vergleich zu 2017schwer zu erreichen.
 
Konjunktursensitive Dienstleistungsbranchen und der Tourismus wachsen überdurchschnittlich
Der Dienstleistungssektor hat in Österreich einen Anteil von knapp 70 Prozent an der gesamten Wert-schöpfung. Der Anteil des tertiären Sektors am Wirtschaftswachstum ist in den ersten 9 Monaten 2018 mit leicht über 50 Prozent deutlich unterproportional. In allen Bundesländern wächst der Bereich Erbringung von wirtschaftlichen und technischen Dienstleistungen teilweise kräftig. Zu dieser Branchengruppe gehören die Vermittlung von Arbeitskräften, Architektur- und Ingenieurbüros und die Gebäudebetreuung.
 
Ein überdurchschnittliches Wachstum in der Informationstechnologie gibt es vor allem in Kärnten, im Burgenland und in Oberösterreich. Die reale Wertschöpfung in der Branche Verkehr/Lagerei wächst in allen Bundesländern deutlich über 4 Prozent, wobei in der Steiermark, in Niederösterreich und Oberösterreich der Anstieg sogar über 6 Prozent beträgt. Die Gastronomie/Beherbergung profitiert von den Nächtigungsrekorden im Tourismus, worüber sich vor allem die Tourismuszentren in Tirol, Salzburg und Wien freuen.

Weiter Erholung am Arbeitsmarkt
Die gute Konjunktur in ganz Österreich spiegelt sich am Arbeitsmarkt wider. „Das zweite Jahr hintereinander sehen wir heuer kräftige Rückgänge der Arbeitslosenquoten in allen Bundesländern“, sagt Schwarz und ergänzt: „Alle Bundesländer haben gemeinsam, dass viele Unternehmen händeringend Facharbeiter suchen.“ Mit der Regionalisierung der Mangelberufsliste, die mit einer entsprechenden Novelle ab 1. Jänner 2019 in Kraft treten soll, versucht man, gegen diesen Mangel anzukämpfen. Von dieser Änderung sollten vor allem die Tourismusbetriebe im Westen Österreichs profitieren. Es können dann auch zum Beispiel Köche aus Ländern außerhalb der EU legal in Tirol arbeiten.

Tabelle

Rückfragen:         

UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Robert Schwarz, Tel. +43 (0) 50505 - 41974;
E-Mail: robert.schwarz@unicreditgroup.at