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02.09.2004

Vom Sparstrumpf zum Online-Konto

  • Deutlicher Wandel in der Produktnutzung in Zentral- und Osteuropa
  • Erhebliche Zuwächse bei Bankkonten und Bankkarten
  • Starkes Aufholpotenzial bei Krediten und Anlageprodukten
  • Verbesserung der Wohnsituation, Urlaub und Familienunterstützung als vorrangige Sparziele


In Ungarn und Polen verfügen zwei von drei Einwohnern über eine Bankverbindung, in Südosteuropa sind es im Schnitt erst 40 Prozent der Bevölkerung, die eine Kontoverbindung besitzen. Kredite werden bislang von 21 Prozent der Slowenen in Anspruch genommen, in der Slowakei liegt die Nutzungsrate unter 5 Prozent. Bei Spar- und Anlageprodukten führt die Slowakei mit 53 Prozent aller Einwohner, die zumindest über ein Sparbuch verfügen. Weit abgeschlagen liegt Serbien und Montenegro mit 5 Prozent.

Das sind einige der Ergebnisse, die eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts FESSEL-GfK mit Unterstützung der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) in 12 zentral- und osteuropäischen Ländern ergeben hat. "In Österreich hat nahezu jede Person über 15 Jahre zumindest eine Geschäftsbeziehung zu irgendeinem Geldinstitut. Anders in Zentral- und Osteuropa: Hier zeigen sich deutliche Unterschiede in den einzelnen Ländern", so Alexander Zeh, Abteilungsleiter Finanzmarkt vom FESSEL-GfK-Institut.

Auch in Slowenien kann man wie in Österreich nahezu von einer Vollausstattung sprechen. 98 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren haben eine Geschäftsbeziehung zu Geldinstituten. Danach folgen die Slowakei, die Tschechische Republik und Kroatien, wo mehr als vier Fünftel der Bevölkerung über eine Bankverbindung verfügen. In Ungarn und Polen sind es knapp zwei Drittel.

Die Schlusslichter in Zentral- und Osteuropa bilden mit Abstand Serbien und Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und Bulgarien. In diesen Ländern hat nur knapp ein Drittel der "bankfähigen" Bevölkerung eine Geschäftsbeziehung zu Geldinstituten. Allerdings zeigt sich in diesen Ländern zumindest in speziellen Bevölkerungssegmenten (berufstätige Personen zwischen 20 und 50 Jahre) ein starker Aufholprozess, während sich in den jungen (unter 19 Jahre) und "alten" (über 60 Jahre) Zielgruppen kaum Veränderungen zeigen.

Bankprodukte – Der Aufstieg des Kontos
Ein deutlicher Wandel zeigt sich in der Produktausstattung und Nutzung von Bankprodukten. Bei der Produktausstattung dominiert immer mehr das Konto. Hier konnten in den letzten Jahren die deutlichsten Zuwächse erzielt werden, obgleich die Anzahl an Personen in der Bevölkerung, die ein Konto besitzen, im Vergleich zu Österreich immer noch teilweise sehr gering ist.

Eng an die Kontobesitzrate gebunden und in nahezu direktem Zusammenhang mit der Entwicklung des Kontos steht die Ausstattung mit Bankkarten. "Hier haben wir vor allem in Polen und in Kroatien zuletzt einen starken Zuwachs bei Kreditkarten innerhalb unseres Bankennetzwerks verzeichnet", meint Martin Grüll, Bereichsvorstand für Zentral- und Osteuropa bei der BA-CA. "Wir gehen davon aus, dass das Potenzial in der Region noch lange nicht erschöpft ist", so Grüll weiter. Besonders attraktive Wachstumschancen sieht Grüll im Bereich Co-Branded Cards: "Der Benefit für den Kunden ist dabei ein zweifacher: Er kann neben der Zahlungs- und Finanzierungsfunktion der Kreditkarte eine Reihe von Vergünstigungen und Vorteilen in Anspruch nehmen."

Die Ausstattung mit Finanzierungen zeigt in der FESSEL-GfK-Studie dagegen ein ambivalentes Bild. Lediglich in Deutschland, Österreich und Slowenien liegt die Kreditnutzungsrate bei einem Fünftel der erwachsenen Bevölkerung. Die Kreditnutzung in Polen liegt hingegen erst bei 15 Prozent, in Kroatien bei 13 und in Ungarn bei 9 Prozent. Auch hier ortet Grüll hohes Nachfragepotenzial. "In Polen haben wir in den vergangenen 12 Monaten unser Neuvolumen im Hypothekarkreditgeschäft um 73 Prozent gesteigert, in Ungarn ist das Hypothekarkreditvolumen im Jahresabstand um 140 Prozent gewachsen, in Bulgarien sogar um 230 Prozent. Das zeigt deutlich den Nachholbedarf", erklärt Grüll.

Zur Deckung des Finanzierungsbedarfs bietet die BA-CA über ihre Tochterbanken neben klassischen Verbraucher- und Hypothekarkrediten auch innovative Kreditprodukte wie "Cash Loans" (eine Art Sofortkredit) sowie Fremdwährungsfinanzierungen an. In Slowenien sind aktuell CHF-Kredite erhältlich, in Polen auch auf Schweizer Franken, Euro und Dollar lautende Hypothekarkredite.

Attraktive Spar- und Anlageformen – Sparmotive
Charakteristisch für die Entwicklung der letzten Jahre in Zentral- und Osteuropa ist nach Ansicht von FESSEL-GfK das rasche Vordringen von neuen Kommunikationstechnologien wie Handy und Internet. So liegt die Zahl der Internetuser in manchen neuen EU-Ländern bereits höher als in Südeuropa.

Auch die Inanspruchnahme der Möglichkeiten der modernen Dienstleistungsgesellschaft wächst. Das ist etwa an der Zahl jener Personen sichtbar, die sich über Sparen und Anlegen Gedanken machen können. Sparprodukte folgen in diesem Zusammenhang direkt dem Konto, die Sparmotive sind in diesem Zusammenhang durchaus unterschiedlich:

Auf Platz eins rangiert traditionell die Verbesserung der Wohnsituation bzw. die Ausstattung des Haushaltes (Haushaltsgeräte). Dicht dahinter, jedoch abhängig vom jeweiligen Land,  folgt an zweiter Stelle der Urlaub. Weiters wichtig ist die Unterstützung der Familie. Auffallend ist dabei, dass in manchen Ländern (Bulgarien, Russland, Ukraine) die Ausprägung der Sparmotive de facto nicht definiert ist, da hier kaum Gelegenheit zum Sparen besteht. "Wohlstandssparmotive" wie Auto u.dgl. gewinnen erst mit steigender volkswirtschaftlicher Entwicklung an Bedeutung.

Danach richtet sich auch die Attraktivität der einzelnen Spar- und Anlageformen. Ein Argument legt sich jedoch wie eine Spange über alle Länder: Absicherung geht vor Risiko.

Am häufigsten wird daher in den meisten Länden der Erwerb von Grund und Boden genannt, aber auch die Investition in einen Haushalt, zumeist aus einer pragmatischen Notwendigkeit heraus. Dicht gefolgt von klassischen Spareinlagen wie Sparbuch bzw. "term deposits", die nicht zuletzt aufgrund der nahezu täglichen Abrufbarkeit Sicherheit und Flexibilität zugleich ermöglichen. Wo angeboten, ist auch der Bausparvertrag ein sehr beliebtes Produkt.

In den weniger wohlhabenden Ländern spielt nach wie vor auch das Sparen zuhause ("Sparstrumpf") eine bedeutende Rolle. In diesen Ländern ist das Vertrauen in die Finanzmärkte teilweise deutlich eingeschränkt.

Wertpapiere – Nur eine Frage der Zeit
Nicht zu unterschätzen und insbesondere für die Zukunft von großer Bedeutung ist das Interesse in Bezug auf Wertpapiere. Wenn derzeit zwar noch auf niedrigem Niveau, so zeigt sich bereits deutliches Potenzial für Aktien und Investmentprodukte. BA-CA-Bereichsvorstand Martin Grüll ortet bereits gezielte Nachfrage nach selektiven Anlageprodukten: "Wir haben kürzlich zwei strukturierte Produkte für Privatkunden in der Tschechischen Republik und in Polen gestartet. In der Tschechischen Republik hat sich der Wertpapierbestand unserer Kunden daraufhin innerhalb weniger Monate um 10 Prozent erhöht." Weitere Produkte sind bereits in Vorbereitung.  "Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Wertpapiernutzungsraten einzelner zentral- und osteuropäischer Länder die Werte von Österreich oder Werte darüber erreichen werden", resümiert FESSEL-GfK-Experte Zeh.



Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), ein Mitglied der HVB Group, betreibt das führende Bankennetzwerk in Zentral- und Osteuropa. Das Netzwerk umfasst aktuell 870 Niederlassungen in 11 Ländern. 16.500 Mitarbeiter betreuen mehr als 4,1 Millionen Kunden.

Die GfK-Gruppe führt seit Mitte der 90er-Jahre in einigen Ländern Zentral- und Osteuropas kontinuierlich Untersuchungen über den jeweiligen Finanzmarkt durch. Das sogenannte Finanzmarktdatenservice (FMDS®) erhebt dabei auf breiter Ebene Basisdimensionen zum „Finanz"-Verhalten der Bevölkerung. Informationen über Serviceleistungen von FESSEL-GfK, neueste Forschungsergebnisse und Studien im Internet unter http://www.gfk.at/


Rückfragehinweis:

Ildiko Füredi-Kolarik
Bank Austria Creditanstalt, International Press Relations
Tel: ++43-50505-56102, e-mail: ildiko.fueredi-kolarik@ba-ca.com

Alexander Zeh
FESSEL-GfK, Abteilungsleiter Finanzmarkt
Tel: ++43-1-71710-228, e-mail: alexander.zeh@gfk.at