24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
28.11.2003

News aus dem Asset Management der BA-CA:
Aktienmärkte haben hoch gepokert … und gewonnen

Die Konjunktur hat sich erholt, Investitionsfreudigkeit der Unternehmen wächst

Erstmals seit 1999 befinden sich die Aktienmärkte auf Kurs zu einer positiven Jahres-performance. Der Weltaktienindex MSCI  ist seit Jahresbeginn in Euro betrachtet mit 10 Prozent im Plus, seit dem Tief im März sind es sogar um die 30 Prozent. Die Gründe dafür sind in einem aufkommenden Konjunkturoptimismus zu finden. In den USA wuchs die Wirtschaft im 3. Quartal um sagenhafte 8,2 Prozent, und das ist nicht mehr dem privaten Konsum allein zuzuschreiben. Auch die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen nimmt wieder zu. Somit sind die positiven Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen nicht mehr allein auf Kostensenkungen zurückzuführen (wie in den letzten Quartalen der Fall), sondern es gibt berechtigte Hoffnungen, dass nun auch die Umsätze anspringen.

Der Aktienmarkt hatte also Recht, indem er eine starke Erholung einpreiste. Allerdings scheint zum Jahresausklang die Euphorie an den Börsen ein wenig der Ernüchterung Platz zu machen. Vieles spricht dafür, dass der Aktienmarkt als Vorlaufindikator viel von den positiven Nachrichten bereits vorweggenommen hat. Mit den wieder verstärkt auftretenden geopolitischen Krisen kommt es an den Börsen zu Gewinnmitnahmen.

Das hat auch Auswirkungen auf die Sektorstrategie. Die Branchen, die sich im Laufe dieses Jahres am besten entwickelt haben, sind durchwegs eher zyklischer Natur, allen voran natürlich die Technologie. Aber auch der zyklische Konsum (Autos), Rohstoffwerte sowie Finanzdienstleister konnten sich deutlich besser als der Markt entwickeln. Enttäuschend hingegen die Outperformer der letzten Jahre, die so genannten defensiven Werte, die sich eher durch langfristig solide, aber unspektakuläre Wachstumsraten auszeichnen. In Zeiten eines aufkommenden Konjunkturoptimismus setzt der Markt eben auf Werte, die vom Aufschwung überdurchschnittlich profitieren sollten – und da stehen Technologie, aber auch z.B. Maschinenbau an vorderster Front.

Ein Blick auf die Gewinnwachstumsraten im S&P 500 macht dies noch deutlicher. Im 3. Quartal stiegen die Gewinne um mehr als 21 Prozent, für das laufende 4. Quartal werden Zuwächse jenseits der 22 Prozent erwartet. In den ersten beiden Quartalen 2004 sollen sich die Zuwachsraten hingegen auf etwas über 12 Prozent abkühlen. Wenn der Höhepunkt im Gewinnzyklus überschritten ist, könnte es auch zu einer Sektorrotation kommen. Seit Ende Oktober sind nämlich auch defensive Sektoren wie Pharma oder Telekom unter den Gewinnern zu finden. Diese Sektoren, welche die starke Rallye nicht in dem Ausmaß mitgemacht haben, könnten zu den Gewinnern der nahen Zukunft werden, wenn die Wachstumsraten in der Wirtschaft und damit auch bei den Gewinnen etwas zurückgehen.

Die defensive Pharmabranche beispielsweise weist derzeit zwar nicht das ganz hohe Gewinnwachstum aus, wird aktuell allerdings weit unter dem historischen Bewertungsschnitt gehandelt. Die Ölbranche andererseits liefert Rekordergebnisse, der Markt fürchtet allerdings seit dem Ende des Irak-Kriegs einen Abschwung beim Ölpreis. Damit gehört die Ölbranche in diesem Jahr zu den Underperformern, weist aber mit niedriger Bewertung und einer hohen Dividendenrendite vielleicht bald wieder interessanter werdende Tugenden auf. 

Die zuletzt aufgekommenen Unsicherheiten haben zum Teil auch ihre Ursache in der Schwäche des US-Dollar. Insbesondere die Meldung, wonach der Kauf von US-Wertpapieren durch ausländische Investoren im September deutlich zurückgegangen ist, brachte nicht nur den Dollar unter Druck. In der zweiten Novemberhälfte erhielt man für einen Euro fast 1,2 US-Dollar, dies ist der höchste Stand des Euro seit seiner Einführung. Der Wechselkurs bleibt also weiterhin bei den Unternehmensergebnissen ein ganz entscheidender Faktor. Europäische Sektoren, die davon eher weniger betroffen sein sollten, sind beispielsweise die Versorgerbranche oder der Telekomsektor.

Fazit: Es spricht also einiges dafür, dass wir vor einer Übergangsphase stehen. Mit dem Nachlassen der Wachstumsphantasie könnten jene Sektoren (z.B. Pharma oder Öl), die bisher eher im Schatten der Konjunkturhoffnungen standen, wieder vermehrt Zuspruch erhalten. Eine gewisse Konsolidierungsphase wäre für den Markt nach der stark liquiditätsgetriebenen Rallye auch keineswegs schlecht, sondern würde die Basis für weitere Anstiege legen.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Nikolaus Görg, Tel. + 43 (1) 33 147 DW 5406; 
E-mail: nikolaus.goerg@amg.co.at