22.5.2002

Ergebniszahlen für das 1. Quartal 2002: BA/CA-Gruppe in schwierigem Umfeld auf Kurs

Straffes Kostenmanagement: Verwaltungsaufwand weiter gesunken
Robuste Ertragsstruktur trotz schwacher Konjunktur
Ergebnisziel für das Gesamtjahr 2002 unverändert aufrecht

Die Bank Austria Creditanstalt-Gruppe ist in Anbetracht des schwachen konjunkturellen Umfeldes solide in das Geschäftsjahr 2002 gestartet. Die Gruppe erzielte trotz erheblicher Einmalkosten durch die laufenden Restrukturierungsprogramme in Österreich und CEE einen Gewinn vor Steuern von 118 Millionen Euro. Bank Austria-Vorstandsvorsitzender Gerhard Randa: "Die gesamte europäische Bankenbranche hat im ersten Quartal mit der schwachen Konjunktur zu kämpfen gehabt. Wir haben uns vergleichsweise gut geschlagen. Die Ertragsstruktur ist robust, wir haben die Kosten im Griff. Ich rechne daher damit, dass wir noch deutlich zulegen, sobald die Konjunktur gegen Jahresmitte wieder anzieht." Das Ziel für das Gesamtjahr 2002 – ein Ergebnis in der Höhe des Vorjahres – ist unverändert aufrecht.

Die BA/CA-Gruppe verfügt als Teil der HVB Group über eine exzellente Ausgangsbasis für eine weitere Expansion auf ihren Kernmärkten. Mit dem Know-how und der Kapitalkraft der HVB Group im Rücken plant die BA/CA ihre Marktposition mit klarem Fokus auf die Rentabilität weiter auszubauen. In Österreich – hier ist die BA/CA bereits klarer Marktführer – setzt sie auf ein gezieltes Wachstum in definierten Zielsegmenten und in den Bundesländern.

In Mittel- und Osteuropa hat die HVB Group mit der BA/CA das Ziel, ihr Geschäftsvolumen bis zum Jahr 2005 von derzeit 26 Milliarden Euro auf 40 Milliarden zu erhöhen. Die Gruppe kann ihren Kunden bereits heute das führende internationale Bankennetzwerk in der Region mit 800 Niederlassungen in 15 Ländern zur Verfügung stellen. Dieses Netzwerk soll weiter kräftig ausgebaut werden.

Erfolgsrechnung im ersten Quartal 2002:

Der Konsolidierungskreis der BA/CA-Gruppe hat sich im Jahr 2001 im Zuge der Integration in die HVB Group stark verändert. Wir vergleichen die aktuellen Quartalswerte mit dem rechnerischen Viertel des Gesamtjahres 2001.

In Anbetracht des wirtschaftlichen Umfeldes haben sich wesentliche Ertragskomponenten der BA/CA-Gruppe im ersten Quartal 2002 vergleichsweise gut gehalten: Der Nettozinsertrag betrug 577 Millionen Euro und lag damit nur um 5,2 Prozent unter dem Viertel des Vorjahresergebnisses (609 Millionen Euro). Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen betrugen 43 Millionen Euro, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresviertel um 28 Prozent entspricht (2001: 60 Millionen Euro). Hier macht sich der geänderte Konsolidierungskreis durch den Verkauf der Drei-Bankengruppe bemerkbar. Der Zinsüberschuss ging damit insgesamt um 7,3 Prozent auf 620 Millionen Euro zurück (2001: 668 Millionen Euro).

Die Kreditrisikovorsorge ist mit 171 Millionen Euro dem bisherigen Konjunkturverlauf entsprechend konservativ angesetzt und liegt leicht unter dem Vorjahreswert (176 Millionen Euro). Unter dem Strich ergab das einen Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorge von 449 Millionen Euro, der um 8,9 Prozent unter dem Vorjahreswert lag (2001: 492 Millionen Euro).

Operative Erträge auf Vorjahresniveau

Der Provisionsüberschuss lag mit 285 Millionen Euro um 7,6 Prozent über dem Vorjahresviertel (2001: 265 Millionen Euro). Das Handelsergebnis blieb mit 43 Millionen Euro um ein Drittel unter dieser Vergleichsbasis (2001: 65 Millionen Euro). Insgesamt blieben die operativen Erträge – die Betriebserträge nach Kreditrisiko – mit 777 Millionen Euro nur um 5,5 Prozent unter dem Vorjahresviertel (2001: 823 Millionen Euro).

Auf der Kostenseite zeigen die Restrukturierungsmaßnahmen der BA/CA-Gruppe Wirkung. Der Verwaltungsaufwand sank gegenüber dem Vorjahreswert um 2,9 Prozent auf 673 Millionen Euro (2002: 693 Millionen Euro). Der Saldo sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen lag unverändert bei 9 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis betrug 113 Millionen Euro und lag damit um 18,2 Prozent unter dem Vorjahresviertel (2001: 138 Millionen Euro). Das Finanzanlageergebnis lag mit 22 Millionen Euro auf der Hälfte des Vorjahresviertels von 47 Millionen Euro.

Unter dem Strich erzielte die BA/CA-Gruppe einen Gewinn vor Steuern von 118 Millionen Euro und lag damit um 27,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahresviertels. Die Cost/Income-Ratio betrug 70,4 Prozent (2001: 68,8 Prozent). Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern betrug – bei einer hohen Kernkapitalquote von 7,4 Prozent – 9,8 Prozent (2001: 13,8 Prozent).

Die Ergebnisse der Geschäftsfelder

Im Segment Privat- und Geschäftskunden konnte das Ergebnis des ersten Quartals 2001 in der Höhe von 29 Millionen Euro im ersten Quartal 2002 mit 13 Millionen Euro nicht zur Gänze erreicht werden. Das Geschäftsfeld Privat- und Geschäftskunden hat ein umfassendes Programm zur Ergebnisverbesserung entwickelt und auch bereits umgesetzt, sodass auf das Gesamtjahr gesehen, das Vorjahresergebnis nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen werden wird. Die Eigenkapitalrentabilität des Geschäftsfeldes lag bei 7,1 Prozent (2001: 19,4 Prozent). Ziel ist unverändert eine Eigenkapitalrentabilität in der Höhe des Vorjahres.

Das Geschäftsfeld Asset Management konnte sich gegenüber dem Viertel des Vorjahresergebnisses steigern und erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 12 Millionen Euro (2001: 9 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität stieg auf 39,9 Prozent (2001: 32,6 Prozent).

Das Geschäftsfeld Firmenkunden ist gut in das Geschäftsjahr 2002 gestartet. Es hat ein Ergebnis vor Steuern von 29 Millionen Euro (2001: 15 Millionen Euro) bei einer Eigenkapitalrentabilität von 6,3 Prozent (2001: 3,9 Prozent) erzielt. Das Management hat eine Reihe ertragssteigernder Maßnahmen getroffen und ist zuversichtlich, das Ergebnis im Laufe des Jahres weiter zu verbessern.

Das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung und –kunden hat im ersten Quartal ein Ergebnis vor Steuern von 8 Millionen Euro erzielt und lag damit leicht über dem Vorjahresviertel (2001: 7 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität betrug 10 Prozent (2001: 7,8 Prozent).

Erneut sehr gut hat sich im ersten Quartal das Geschäftsfeld International Markets, in dem das Treasury und das Kapitalmarktgeschäft der BA/CA-Gruppe zusammengefasst sind, geschlagen. Das Geschäftsfeld hat ein Ergebnis vor Steuern von 76 Millionen Euro erwirtschaftet (2001: 41 Millionen Euro) und eine Eigenkapitalrentabilität von 110,3 Prozent erzielt (2001: 71,8 Prozent).

Das Geschäftsfeld CEE hat ein Ergebnis vor Steuern von 19 Millionen Euro erzielt (2001: 40 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrentabilität beträgt bislang 10,2 Prozent (2001: 24 Prozent). Ziel ist auch hier im Laufe des Jahres noch eine deutliche Steigerung. In Polen wird die Eigenkapitalrentabilität im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der schwachen Konjunktur und der Integrationsaufwendungen im einstelligen Bereich bleiben. Für die übrigen CEE-Tochterbanken werden durchwegs zweistellige Werte erwartet. Die BA/CA-Gruppe steuert das führende Bankennetzwerk in der CEE-Region mit rund 800 Niederlassungen in 15 Ländern. Es sind auch im laufenden Geschäftsjahr kräftige Investitionen geplant, um auf diesen Wachstumsmärkten weiter zu expandieren.

Die Bilanzdaten der BA/CA-Gruppe

Die Bilanz der BA/CA-Gruppe war im ersten Quartal 2002 von der Korrektur der üblichen Ultimoeffekte im Interbankgeschäft und der Normalisierung der Geldnachfrage nach dem Euro-Bargeldumtausch geprägt. Die Bilanzsumme belief sich auf 155,1 Milliarden Euro.

Auf der Aktivseite wurden vor allem die Forderungen an Kreditinstitute zurückgenommen – und zwar gegenüber dem Jahresende 2001 um 10,5 Prozent auf 38,1 Milliarden Euro (31. Dezember 2001: 42,6 Milliarden Euro). Die Forderungen an Kunden blieben unverändert bei 78,4 Milliarden Euro (2001: 78,6 Milliarden Euro). Die Finanzanlagen erhöhten sich um 7,3 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro (2001: 17,8 Milliarden Euro).

Auf der Passivseite verteilte sich der Rückgang gleichmäßig auf die einzelnen Positionen: Der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken um 2,1 Prozent auf 47,3 Milliarden Euro (2001: 48,3 Milliarden Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gingen um 4,4 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro zurück (2001: 60 Milliarden Euro). Die Verbrieften Verbindlichkeiten sanken um 4,3 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro (2001: 23,2 Milliarden Euro).

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations

Margit Schmid-Weihs, Tel. 71191 DW 52371; E-Mail: margit.schmid-weihs@ba-ca.com