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22.5.2001

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Goldfieber ausgebrochen!

Gold feiert überraschendes Comeback
Niveau über 290 $ konnte nicht gehalten werden
Ausblick für die Aktienmärkte
Goldpreis im Höhenflug

Nach jahrelangem Dornröschenschlaf – der allerdings von einigen Zwischenspurts unterbrochen war – ist Gold aktuell wieder in aller Munde. Kostete die Feinunze Gold Anfang April noch 260 Dollar, so stieg der Preis bis Mitte Mai auf 270 Dollar an. In den letzten Tagen kam es aber zum absoluten Ausbruch nach oben, gestern schloss Gold über 291 $ (Londoner Nachmittags-Fixing). In der Folge setzten aber Gewinnmitnahmen ein, aktuell liegt Gold wieder unter 290 $.

Auch in der Vergangenheit hat es durchaus immer wieder kurze Anfälle von Stärke beim Goldpreis gegeben, die sich aber nie länger halten konnten. In diesem Zusammenhang spielt auch das sogenannte "Short Covering" eine Rolle, bei dem sich Anleger, die Gold leerverkauft hatten, eindecken müssen, weil plötzlich der Preis zu steigen beginnt. Dazu kommt, dass die internationalen Notenbanken in der Vergangenheit ihre Goldreserven tendenziell eher abgebaut und damit auch auf die Preise gedrückt haben. Im Vorjahr haben die Notenbanken über 490 Tonnen Gold verkauft; dazu kommen noch die 2.500 Tonnen, die durch Förderung gewonnen werden. Das heißt, der Markt muss ein ziemliches Angebot verkraften. Der Goldpreis erreichte im Juli 1999 sein 20-Jahrestief bei etwa 253 $ je Unze, sprang dann kurz im Oktober 1999 auf 320 $, konnte dieses Level aber nicht verteidigen. Bis in den April 2001 zeigte der Goldpreis – trotz einiger Zwischenspurts – eine fallende Tendenz. In den letzten Tagen sind wir technisch nach oben ausgebrochen.

Inflationsängste und Zinssenkung als Ursachen für das Goldfieber

Damit stellt sich die Frage nach den Gründen für das plötzliche Goldfieber. Laut einhelliger Meinung von Marktbeobachtern gab die Zinssenkung der US-Notenbank Mitte Mai (die fünfte im heurigen Jahr) die Initialzündung für den Anstieg im Goldpreis. Offensichtlich hat dann ein relativ massives "Short Covering" eingesetzt, sprich Leerverkäufe wurden rückgedeckt. Will man einen fundamentalen Grund für die Bewegung suchen, so wird immer wieder die Angst vor Inflationsrisken genannt. Die amerikanische Geldmenge zeigt zuletzt wieder starke Wachstumsraten, und auch der weiterhin feste Ölpreis darf nicht übersehen werden. Bei einer im März vom amerikanischen Finanzmagazin "Barron’s" durchgeführten Umfrage gehörte die Inflation zu jenen Themen, die den Portfoliomanagern am wenigsten Sorge bereiten. Vom Standpunkt des Contrarian könnte gerade das Anlass zum Nachdenken bereiten.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob der jüngste Anstieg im Goldpreis mehr Bestand hat als ähnliche Rallies in der Vergangenheit. Bei 290 $ scheint es jede Menge Verkäufer zu geben, sodass nachhaltigere Anstiege über dieses Niveau hinaus zumindest erschwert werden. Trotzdem sollte man die Tatsache, dass sowohl Öl als auch Gold im Moment nicht gerade Schwächesignale aussenden, nicht ganz übersehen.

Für den Aktienmarkt spielt derzeit das positive Momentum die Hauptrolle, fundamentale Faktoren sind vorübergehend scheinbar etwas in den Hintergrund getreten. Trotzdem sollte man den demnächst anstehenden Unternehmensergebnissen zum 2. Quartal volle Aufmerksamkeit widmen, und zwar insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob die (vom Markt derzeit erwartete) Erholung in der Gewinnentwicklung ab dem 3. Quartal auch wirklich einsetzt.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403

E-Mail: monika.rosen@amg.co.at