20.9.2001

CEE trend index 2010: EU-Osterweiterung: Großer Optimismus bei Top-Managern in CEE

CEE-Manager: Europa wird von der Erweiterung profitieren
Manager stehen dem EURO positiv gegenüber
CEE-Wirtschaftskapitäne setzen große Hoffnungen in das Internet
Höchste Erwartungen gegenüber Beitritt in Rumänien, geringste in Kroatien
Lacina: "CEE-Meinungsführer glauben an die Zukunft des neuen Europa"

Die Top-Manager in Mittel- und Osteuropa sehen die EU-Erweiterung sehr positiv. So gehen, wie bereits im Jahr zuvor, 83 Prozent der befragten Top-Manager davon aus, dass die Erweiterung vorteilhafte Auswirkungen auf das eigene Land haben werden. Immerhin 73 Prozent (2000: 72%) glauben, dass auch die derzeitigen Mitgliedstaaten der EU davon profitieren werden. Nur 10 Prozent befürchten negative Konsequenzen.

Dies ergab eine im Juli durchgeführte Umfrage der Bank Austria Creditanstalt (BA/CA) Konzernmarktforschung unter den Top 650 Unternehmen Mittel- und Osteuropas, die heuer zum zweiten Mal im Rahmen des Bank Austria Creditanstalt Europa Forums präsentiert wurde. Die BA/CA ist innerhalb der HVB Group für die Märkte Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Insgesamt wurden 650 Führungskräfte und 8.000 Personen in Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Slowenien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und in Ungarn zum Thema CEE im Jahr 2010 befragt.

Bevölkerung befürwortend – aber eher gedämpft

Nicht ganz so optimistisch ist die Befürwortung bei der Bevölkerung: Zwar glauben mit 58 Prozent der Bevölkerung eine deutliche Mehrheit an positive Effekte bei der EU-Erweiterung, doch sind es immerhin 22 Prozent, die auch an negative Konsequenzen denken. Die stärksten Befürworter befinden sich In Bulgarien mit 96 Prozent, in Rumänien mit 90 Prozent und der Slowakei mit 91 Prozent.

EU-Osterweiterung bis 2010 abgeschlossen

Mit großer Deutlichkeit zeigt der BA/CA CEE trend index auch die grundsätzliche Zuversicht der Manager, dass bis 2010 die EU-Osterweiterung abgeschlossen sein wird. Anders schaut das Bild wiederum in der Bevölkerung aus: Obwohl die EU bereits 2005 als erstes Beitrittsdatum genannt hat, hat sich die Bevölkerung noch keine eindeutige Meinung gebildet. So ist liegt die Zahl derjenigen, die keine Meinung zu einem möglichen Beitritt haben zwischen 10 und 45 Prozent. Lacina: "Hier spiegelt sich eindeutig ein Informationsdefizit in der Bevölkerung wider."

Tschechische, ungarische, polnische, slowenische aber auch slowakische Manager erwiesen sich als besondere Optimisten bezüglich ihrem eigenen Beitritt (alle über 85%), die Kroaten zeigten sich mit nur 34 Prozent hingegen generell von der pessimistischeren Seite. Tendenziell stehen bis auf Kroatien (Anm.: zur Zeit noch nicht in Verhandlungen mit der EU) alle Manager dem eigenen Beitritt optimistischer gegenüber als dem Beitritt anderer EU-Kandidaten. Auch bei der Fragestellung nach dem Zeitpunkt des EU-Beitritts zeigt sich tendenziell ein höherer Optimismus bei den Führungskräften als bei der Bevölkerung. Gehen in Ungarn beispielsweise 100 Prozent der Manager davon aus, daß ihr Land bis 2010 der EU angehört, sind es in der Bevölkerung "nur" 75 Prozent. Verbessert hat sich die Stimmung pro-EU in der Slowakei und in Rumänien. In Kroatien war sie im Juli 2001 schlechter als im Jahr zuvor.

Manager stehen dem Euro positiv gegenüber

Eine deutlich verbesserte Erwartungshaltung spiegelt sich auch in den Antworten auf die Frage, ob der Euro als Zahlungsmittel eingeführt werden soll, wider: In den Top-Ebenen der größten CEE-Unternehmen sind 52 Prozent der Ansicht, dass der Euro sobald wie möglich als Zahlungsmittel eingeführt werden sollte (2000: 34%). 41 Prozent befürworten die Einführung des Euro nach einiger Zeit. Nur sechs Prozent sind dezidiert dagegen (2000: 8%).

Die Euro-Optimisten finden sich eher in Kroatien und der Slowakei, die Manager, die dem Euro eher skeptisch gegenüber stehen, befinden sich Ungarn und Slowenien.

Große Erwartungen in die Region

Die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des mittel- und osteuropäischen Raumes sind hoch gesteckt: 65 Prozent der Manager glauben, dass sich Mittel- und Osteuropa zu einer der prosperierendsten Regionen der Welt entwickeln wird. Nur 13 Prozent bezweifeln einen "Boom". "Diese Resultate unterstreichen unsere Erwartungen in die Region und machen deutlich, dass auch die Meinungsbildner in der Wirtschaft das neue Europa befürworten", so Ex-Finanzminister und Berater des Bank Austria Vorstands Ferdinand Lacina.

Insgesamt rechnen 69 Prozent der Befragten damit, dass die Wirtschaft ihres Landes im internationalen Vergleich einen größere Rolle spielen wird, als sie es jetzt tut. Im Jahr 2000 waren es noch 78 Prozent. "Der Optimismus in Mittel- und Osteuropa ist nach wie vor sehr hoch, auch wenn er dieses Jahr etwas zurückgegangen ist. Ich würde sagen, daß der Realismus die Euphorie des vergangenen Jahres eingeholt hat", interpretiert BA/CA Marktforscher Martin Mayr die diesjährigen Ergebnisse. Parallel zur optimistischen Sicht der Wirtschaftsentwicklung, erwarten rund 64 Prozent der Manager eine weitere Liberalisierung der politischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Nur 19 Prozent befürchten Restriktionen. Die "Pessimisten" waren vor allem in Rumänien und Ungarn zu finden.

Internet-Boom auch in Mittel- und Osteuropa

Eine zentrale Rolle in der Untersuchung spielte auch die Einschätzung zentral- und osteuropäischer Manager betreffend die Entwicklung des Internet. 90% der Führungskräfte erwarten ein starkes Wachstum in diesem Bereich. In Verbindung damit steht sicherlich auch die Einschätzung, dass 86 Prozent der Befragten einen hohen Nachholbedarf bezüglich Internet in den mittel- und osteuropäischen Ländern orten. 56 Prozent sind allerdings der Meinung, diese Kluft bis 2010 schließen zu können.

Enthusiasmusindex klar im grünen Bereich

Ein wesentlicher Teil des BA/CA CEE trend index ist der sogenannte "Enthusiasmusindex", der auf einem Blick zeigen soll, in welchen Ländern hohe Erwartungen und Optimismus vorherrschen, bzw. wo eher zurückhaltendere Ansichten dominieren.

Besonders erwartungsvoll erweisen sich Manager aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn, schon relativ deutlich dahinter die Führungskräfte Tschechiens. Eher vorsichtig optimistisch sind Polen, Slowenen und Slowaken und am Ende der Rangreihe Kroaten. Insgesamt ist aber zu betonen, dass bei den Top Managern eine positive Stimmung vorherrscht: In allen Märkten ist der Enthusiasmusindex klar im "grünen Bereich".

Rückfragen: Bank Austria Public Relations

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