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7.2.2001

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Cisco bleibt unter den Erwartungen

Cisco enttäuscht erstmals seit 14 Quartalen
Wachstumssorgen in der US-Technologie noch nicht gebannt
Weitere Zinssenkungen als Katalysator nach oben

Es war gestern offenbar ein schlechtes Omen, dass der Conference Call von Cisco Systems mit den Analysten wegen technischer Schwierigkeiten erst mit einer Verspätung von 30 Minuten beginnen konnte.

Der Netzwerkausrüster Cisco, der 14 Quartale in Serie die Erwartungen immer übertroffen hatte, lieferte gestern erstmals eine Enttäuschung. Der Quartalsgewinn betrug 18 Cents je Aktie, einen Cent unter den Erwartungen. Die Aktie, die während der regulären Börsensitzung (also noch vor Bekanntgabe der Zahlen) um über 1 Dollar gestiegen war, gab nachbörslich um über 7% nach. Zwar hatte der Vorstandsvorsitzende Chambers bereits beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine Warnung ausgesprochen, dass Cisco dann die 19 Cents nicht schaffen würde, davon war man allerdings nicht ausgegangen. Auch für das laufende Geschäftsjahr soll das Umsatzwachstum statt wie erhofft 50-60% "nur" 40% betragen.

Cisco spiegelt Wachtsumssorgen der US-Technologiewerte wider

Cisco, und auf diese Vorstellung legte Vorstandsvorsitzender Chambers besonderen Wert, leidet unter der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung, macht aber in seiner Unternehmenspolitik keine nennenswerten Fehler. Von daher wird der weitere Kursverlauf wohl auch ganz entscheidend von den Erholungstendenzen der US Konjunktur abhängen.

In einem breiteren Kontext ist dazu zu sagen, dass Cisco mit seinen Wachstumssorgen nicht allein ist. Speziell seit dem 4. Quartal 2000 leiden die amerikanischen Technologiewerte sehr stark unter der Angst vor nachlassender Gewinndynamik. Einige Sektoren, wie Halbleiter, haben schon letzten Sommer die ersten Abstufungen hinnehmen müssen, andere Segmente, wie z.B. Datenspeicher-Spezialisten (EMC), wurden erst im Dezember 2000 angegriffen, hielten sich davor aber relativ gesehen ausgezeichnet.

Der Tenor im Technologiesegment ist grundsätzlich immer derselbe: Die Anleger fürchten, dass mit der sich abkühlenden amerikanischen Konjunktur auch die Bereitschaft der Unternehmen zu investieren nachlässt, und damit ist die Technologie besonders hart getroffen, denn auf sie entfällt der Löwenanteil der Investitionen. Man muss aber grundsätzlich sagen, dass die Anleger diese Entwicklung bereits über weite Strecken des letzten Jahres vorweggenommen haben. Insofern hat der massive Ausverkauf bei Tech-Werten im Vorjahr genau jene wirtschaftliche Verlangsamung eingepreist, die jetzt eintritt.

Jänner-Zinssenkung hat Technologie beflügelt

Mit der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank am 3. Jänner hat sich das Blatt aber gewendet. Die Anleger begannen, auf die Erholung der Wirtschaft und somit auch der Technologie-Aktien zu setzen.

Insofern ist unsere strategische Aussage für das Jahr 2001 – nämlich, dass Zinssenkungen den vormals geprügelten Sektoren, allen voran der Technologie, zu einer Renaissance verhelfen werden – praktisch schon in den ersten drei Wochen des Jahres eingetroffen. Vor diesem Hintergrund würden wir im Moment vielleicht ein wenig innehalten und auf weitere Daten warten.

Aktuell lauten die Konsensuserwartungen für die Gewinnentwicklung wie folgt:

S&P 500 – Gewinnwachstum im 1. Halbjahr dzt. bei plus / minus 0 erwartet

Technologie-Aktien – Gewinnentwicklung im 1. Halbjahr bei ca. –10% erwartet

Somit sind die Erwartungen schon sehr negativ, positive Überraschungen sollten umso leichter gelingen. Andererseits zeigte gerade die Technologie im Jänner eine sehr starke Performance, die teilweise an die alten Zeiten aus dem Vorjahr erinnerte. Es ist aber nicht anzunehmen, dass wir so schnell eine Rückkehr zur unumschränkten Herrschaft der Technologie bekommen, daher auch unser Rat, nach den starken Anstiegen der Nasdaq im Jänner ein wenig zuzuwarten (der sich per dato ja als richtig erwiesen hat).

Fazit:

Der Favoritenwechsel weg von den defensiven Sektoren, hin zur Technologie vollzog sich in den ersten Wochen des neuen Jahres mit fast unglaublicher Geschwindigkeit. Wir gehen zwar von unserer prinzipiellen Aussage, dass Zinssenkungen risikoreichere Branchen, wie z.B: Technologie, beflügeln, nicht ab, würden aber angesichts der derzeit herrschenden Richtungslosigkeit noch etwas abwarten. Als Katalysator nach oben würden wir, neben weiteren Zinssenkungen, vor allem Anzeichen für eine konjunkturelle Wiederbelebung in den USA sehen. Dann sollten Technologie-Aktien, und in weiterer Folge auch Zykliker, mehr profitieren als die im Vorjahr so geliebten defensiven Segmente.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403