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11.6.2001

Automärkte in CEE 2000 mit Konjunkturabschwächung

"Platzhirsch" Volkswagen-Konzern
Geringe Autodichte, hohes Nachfragepotenzial

Nach Jahren kräftiger Zuwächse ist der Absatz von Neuwagen in Zentral- und Osteuropa 2000 um durchschnittlich 16 Prozent auf insgesamt 1,2 Millionen Pkws gesunken. Dies geht aus dem aktuellen Branchenbericht für CEE der Bank Austria Konzernvolkswirtschaft hervor. Erste Daten für 2001 lassen auf eine Beschleunigung des Abschwungs schließen.

Mit Hilfe ausländischer Konzerne wurde die Fahrzeugindustrie in vielen osteuropäischen Ländern zu einem zentralen Sektor. So beläuft sich der Anteil der Branche an der Industrieproduktion in Ungarn, Tschechien und der Slowakei auf rund 13 Prozent und liegt damit deutlich über dem entsprechenden Wert von 9 Prozent in Österreich. Die Fahrzeugindustrie ist heute in CEE nicht nur ein unverzichtbarer Arbeitgeber, sondern dank Handelsbilanzüberschüssen bei Fahrzeugen und Fahrzeugteilen auch ein wertvoller Devisenbringer. In Polen ist die Fahrzeug- und Fahrzeugzulieferindustrie mit einem Anteil von knapp 5 Prozent an der Industrieproduktion vergleichsweise klein.

Bemerkenswert ist die Präsenz des Volkswagen-Konzerns in den CEE-Ländern. Als einziger Autoerzeuger trägt VW in der Slowakei fast 90 Prozent zum gesamten Branchenumsatz im Land bei. Einen wahren Absatzboom erlebte in den letzten Jahren die tschechische VW-Tochter Skoda, die 1991 übernommen wurde. Skoda ist der einzige Fahrzeughersteller Tschechiens und trug 2000 57 Prozent zum Branchenumsatz und drei Viertel zum Export von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen bei. Dasselbe Niveau erreicht auch der Umsatzanteil der VW-Tochter Audi mit 56 Prozent an der ungarischen Fahrzeugindustrie. Nur in Polen ist der Konzern mit einem Anteil von 10 Prozent am Branchenumsatz "unterrepräsentiert".

Langfristig hohe Zuwachsraten kann die Autoindustrie nur mehr in großen Märkten mit noch geringer Autodichte erwarten, wie in China, Indien, Lateinamerika und in Osteuropa. In Tschechien sind lediglich 340 Pkws pro 1.000 Einwohner, in Ungarn 230 und in Polen 220 zugelassen. In Österreich kommen im Vergleich dazu auf 1.000 Einwohner 507 Pkws, wobei die Pkw-Dichte in den meisten westeuropäischen Ländern und in den USA in etwa gleich hoch ist.

Die Aussichten der Fahrzeugindustrie in CEE werden vor allem in Ungarn sehr optimistisch beurteilt. Insgesamt kann 2001/02 aufgrund weiterer kräftiger Investitionen in der Branche mit einem überdurchschnittlichen Produktionswachstum von 15 bis 20 Prozent gerechnet werden. Die internationalen Autokonzerne siedeln dabei in Ungarn zusehends qualitativ hochwertige Produktionsteile sowie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen an. Die Autoindustrie der Tschechischen Republik und der Slowakei hängt hauptsächlich vom Erfolg des VW-Konzerns ab, der Anfang 2001 noch ungebrochen schien. Während die meisten Konkurrenten bereits mit Absatzrückgängen zu kämpfen hatten, konnte beispielsweise Skoda seinen weltweiten Absatz im 1. Quartal 2001 um knapp 20 Prozent steigern.

Polen, mit insgesamt 45 Prozent aller Neu-Pkws der größte Einzelmarkt der Region, wird 2001 und voraussichtlich auch 2002 mit einem weiteren Abschwung der Produktion der Fahrzeugindustrie rechnen müssen. Die polnische Autoindustrie befindet sich derzeit in einer Restrukturierungsphase, ausgelöst durch einen Nachfrageeinbruch von zuletzt minus 27 Prozent 2000 und wirtschaftspolitische Veränderungen. Während die Endfertigung von Fahrzeugen zusehends an Bedeutung verliert, sind die Aussichten für die polnische Zulieferindustrie recht erfreulich, wie sich an den Investitionsplänen großer Unternehmen zeigt.

Rückfragen: Bank Austria Group Public Relations

Tiemon Kiesenhofer, Tel. 711 91 DW 528 19;

E-Mail: tiemon.kiesenhofer@bankaustria.com