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5.6.2001

"Urlaubsschilling“ heuer 50 Prozent mehr wert als zu Hause

Euro/Schilling-Schwäche macht Urlaub spürbar billiger als im Vorjahr

Trotz des Wertverlustes des Euro und damit des Schilling wird nach Meinung der Volkswirte der Bank Austria der Urlaub für die Österreicher heuer billiger ausfallen als letztes Jahr. Man bekommt heuer für den Schilling in den wichtigsten Urlaubsländern um rund 12 % mehr als vergangenen Sommer. Damit ist der Schilling, gewichtet nach der Beliebtheit der Urlaubsländer, heuer rund 50 Prozent mehr wert als zu Hause.

In Italien, dem Lieblingsferienland der Österreicher, erhält man für 100 Schilling im Durchschnitt Waren, die in Österreich 119 Schilling kosten. In Griechenland beträgt diese Relation 131 Schilling, in der Türkei sogar 345 Schilling. Die Türkei ist damit auch hauptverantwortlich für die deutliche Steigerung des Wertes unseres "Urlaubsschillings". Der Aufwertung des Schillings gegenüber der türkischen Währung um 80 Prozent seit letztem Sommer steht bisher eine um "lediglich" 35 Prozentpunkte höhere Preissteigerung gegenüber, so dass sich für den heurigen Urlaub eine Kaufkraftsteigerung des Schillings in der Türkei von fast 50 Prozent ergibt.

Weniger wert als zu Hause ist der Schilling in den USA mit 83 und in Großbritannien mit 85 Schilling. Beim US-Dollar machte sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem die Schwäche des Euro bemerkbar. Immerhin ist es in den USA erneut um rund 10 Prozent teurer geworden. Allerdings gehen nur rund 2 Prozent der Auslandsurlaube von Herrn und Frau Österreicher nach Amerika.

Weiterhin besonders teuer ist die Schweiz und vor allem Japan, obwohl die Abwertung des Yen im Vergleich zum vergangenen Sommer die Kaufkraft des Schillings etwas erhöhte.

Wermutstropfen für die Auslandsreisen sind jedoch die gestiegenen Preise bei Flug- und Pauschalreisen.

Bei der Beurteilung der Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten in Österreich höher sind als in den beliebtesten Urlaubsländern, sollte man nicht vergessen, dass der Hauptgrund dafür, das höhere Einkommensniveau in Österreich ist. Wäre also Österreich billiger, könnten wir uns den Urlaub im Ausland nicht leisten.

Rückfragen: Bank Austria Konzernvolkswirtschaft

Stefan Bruckbauer, Tel. 711 91 DW 51054;

E-Mail: Stefan.Bruckbauer@bankaustria.com