27.10.1998

Respektables Ergebnis trotz Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten

  • Steigerung der Provisionserträge auf 7,1 Mrd. Schilling
  • Zentral- und Osteuropa (ohne Rußland): Eigenkapitalverzinsung über 24 %
  • Stabilisierung der Personalkosten
  • Integration voll im Plan

Das Ergebnis der ersten neun Monate des heurigen Jahres war von den aktuellen Turbulenzen auf den internationalen Märkten geprägt. Besonders bemerkbar machten sich diese im Handelsergebnis der Gruppe, das im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres um 44,5 % zurückging. Die übrigen Ertragselemente haben sich insgesamt positiv entwickelt.


Hervorragendes Provisionsergebnis: Plus 11 %

Besonders erfreulich ist mit einem fast 11%igen Zuwachs das Provisionsergebnis, das von 6,4 Mrd. Schilling auf 7,1 Mrd. Schilling anstieg. Dieser Anstieg spiegelt die hervorragende Entwicklung der Asset Management- und Fondsaktivitäten wider und dokumentiert eine Verschiebung der Erträge vom Nettozinsertrag zum Provisionsergebnis. Beim Nettozinsertrag ist anzumerken, daß der Margenverfall trotz des anhaltenden Wettbewerbs auf dem heimischen Markt gegenüber den Vormonaten gestoppt werden konnte. Der Zinsenüberschuß des dritten Quartals ist gleich groß wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Hervorzuheben ist die Tatsache, daß die Aufwandsseite trotz beachtlicher Investitionen in Integrationsprojekte nahezu stabil blieb. Die im Vorjahr für Integrationskosten der kommenden Jahre gebildete Rückstellung in Höhe von 3 Mrd. Schilling wurde bisher noch nicht in Anspruch genommen. Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr sogar rückläufig. Er belief sich zum 30.9.98 auf 12,3 Mrd. Schilling (VJ: 12,4 Mrd.). Das entspricht einem Rückgang von 1,2 %.

Der Sachaufwand konnte mit einer geringfügigen Steigerung von 2,5 % auf 6,8 Mrd. Schilling gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant gehalten werden.

Den Betriebserträgen von 30,6 Mrd. Schilling standen Betriebsaufwendungen von 21,9 Mrd. Schilling gegenüber. Das Betriebsergebnis belief sich daher auf 8,7 Mrd. Schilling (-16,8 %).


Ausblick auf Jahresergebnis 1998

Für das Gesamtjahr 1998 erwartet die Bank Austria-Gruppe ein Betriebsergebnis, das etwa 10 % unter dem Vorjahreswert von 13,4 Mrd. Schilling liegt. Der Vorsorgebedarf wird sich verglichen mit dem Vorjahr (5,4 Mrd. Schilling) für 1998 etwa verdoppeln, die Gewinne aus Veräußerungen von Kapitalbeteiligungen sollten rund 50 % über dem Wert von 1997 (2,8 Mrd. Schilling) liegen.


Österreich: Führende Position in allen Geschäftssegmenten

Die Bank Austria-Gruppe konnte ihre führende Position auf dem österreichischen Markt in den ersten drei Quartalen 1998 weiter ausbauen. Im Privatkundenbereich zählt die Bank Austria-Gruppe über 1,6 Millionen Kunden und hält damit einen Anteil von rund einem Viertel am Gesamtmarkt. Die Gruppe konnte rund 25.000 Kunden dazugewinnen. Dieser Zugewinn zeigt deutlich die Akzeptanz der in Österreich konsequent verfolgten Zwei-Marken-Strategie. Mit einem Marktanteil von 28 % im gehobenen Privatkundensegment liegt die Gruppe ebenfalls klar an der Spitze.

Im Kommerzbereich sehen 66 % der österreichischen Top-500-Unternehmen die Bank Austria bzw. die Creditanstalt als ihre Hausbank an, bei Klein- und Mittelbetrieben liegt dieser Anteil bei einem Viertel. Darüber hinaus hält die Gruppe einen Marktanteil von zwei Drittel an den österreichischen Exportfinanzierungs-verfahren.

Die sehr gute Position im Inland soll weiter gefestigt werden. Wachstumssegmente sind im speziellen Fonds- und Assetmanagement.
 

Differenzierte Marktsicht in Zentral- und Osteuropa

In Zentral- und Osteuropa muß eine differenzierte Einschätzung der einzelnen Staaten vorgenommen werden:

Generell war die Einschätzung der Konsolidierung der russischen Wirtschaft zu optimistisch. Insbesondere war der Zusammenbruch des Bankensystems nicht vorhersehbar. Erfreulicherweise ist mit 30.9.1998 das Gesamtobligo der Gruppe in Rußland auf 11,0 Mrd. Schilling zurückgegangen. Die Verringerung des Obligos um 1,6 Mrd. Schilling gegenüber dem 18. August 1998 beruht zu mehr als der Hälfte auf Rückführungen aus Handelsfinanzierungen. Es werden für heuer Vorsorgen in der Höhe von 2,9 Mrd. Schilling zu bilden sein, um eine Deckungsquote von 90 % für das mit höherem Risiko behaftete Obligo sicherzustellen.

Mittlerweile konnten auch 70 % der Dollar-Rubel Devisentermingeschäfte geschlossen werden. Die Bank Austria hat im September eine Risikobandbreite von 2,5 bis 4,5 Mrd. Schilling für diese Geschäfte bekanntgegeben. Aus heutiger Sicht kann festgestellt werden, daß die endgültige Risikoeinschätzung nunmehr am unteren Ende dieser Bandbreite liegt.


Weiterhin gute Entwicklung bei Kommerzbanktöchtern und Filialen

Die Kommerzbanktöchter der Bank Austria-Gruppe in Ungarn, der Tschechischen Republik, Polen, der Slowakei, Slowenien und Kroatien haben in den ersten drei Quartalen 1998 wieder ein sehr erfreuliches Ergebnis erreicht. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 1997 um 50 % auf 670 Mio. Schilling. Die Bilanzsumme konnte um 7 % auf 52,6 Mrd. Schilling ausgeweitet werden. Die Forderungen gegenüber Kunden erhöhten sich um 29 % auf 23,8 Mrd. Schilling. Die Verzinsung des Eigenkapitals liegt mit über 24 % auch im internationalen Vergleich sehr gut.

Besonders in diesen Staaten Zentral- und Osteuropas wird die Bank Austria ihr Geschäftsvolumen kontinuierlich weiter ausbauen. Neben dem traditionell starken Kommerzkundengeschäft soll auch das Privatkundengeschäft selektiv ausgeweitet werden. Bereits im März 1998 wurde die erste Nonstop-Bank der Gruppe in Ungarn eröffnet. Der Start einer weiteren Direktbank in der Tschechischen Republik steht unmittelbar bevor. Ende 1998 wird die Gruppe in diesen Ländern bereits über 100.000 Privatkunden betreuen.

Die Filialen in London, New York, Hongkong und Singapur konnten ungeachtet der internationalen Turbulenzen sehr gute Ergebnisse erzielen und an die ausgezeichneten Resultate des Vorjahres anschließen. Die lateinamerikanischen Beteiligungen der Gruppe, der Banco BBA-Creditanstalt in Sao Paulo und der Banco B. I. Creditanstalt S. A. in Argentinien, setzten die sehr gute Geschäftsentwicklung des Vorjahres fort und lieferten einen hohen Ergebnisbeitrag.


Integration voll im Plan

Der Integrationsprozeß läuft weiterhin sehr gut. Neun der elf Integrationsmodule sind bereits planmäßig abgeschlossen. Die Entscheidung über die einheitliche EDV-Ausstattung der Bank Austria-Gruppe steht unmittelbar bevor. Die Implementierung soll bis Jahresende 2000 abgeschlossen sein. Da auf ein schon vorhandenes EDV-System zurückgegriffen werden kann, wird sich eine (gegenüber den ursprünglichen Planungen) erhebliche Kostenersparnis ergeben. Auch das letzte Integrationsmodul, Zahlungsverkehr, wird innerhalb eines Jahres umgesetzt sein. Die Kostensynergien aus der Integration werden bereits 1999 deutlich zu greifen beginnen. Die volle Kostenwirksamkeit wird ab dem Jahr 2001 eintreten.

Die Bank Austria geht davon aus, daß die Ertragsentwicklung im Geschäftsjahr 1999 an die Erfolge der Vorjahre anschließen wird. Ebenso bleiben die Ziele für 2001 hinsichtlich der Ertragskennzahlen aufrecht:

Return on Equity: > 12 %;
Earnings per Share: S 80,--;
Cost Income Ratio: < 65 %;
Tier 1 Ratio: > 6 %.

Rückfragen: Bank Austria Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 711 91 DW 57011