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Vermögensweitergabe

Parentelensystem

Die sog. Parentelen (zu deutsch: Linien) kommen nacheinander an die Reihe. Daher können Angehörige der zweiten Parentel nur dann erben, wenn aus der ersten Parentel niemand vorhanden ist. Angehörige der dritten Parentel werden durch die zweite Parentel ausgeschlossen usw.

Erben erster Ordnung

Zur ersten Parentel gehören die Nachkommen (Deszendenten) der Erblasserin bzw. des Erblassers, also seine Kinder, Enkel, Großenkel usw. Wenn alle Kinder noch leben, so wird die Erbschaft unter ihnen "nach Köpfen" geteilt (§ 732 ABGB). Gelangt ein Kind nicht zur Erbschaft (weil es z. B. erbunfähig oder vorverstorben ist), so fällt sein Anteil seinen Nachkommen zu, die es "repräsentieren" (sog. "Repräsentationsrecht", § 732 – 733 ABGB).

Beispiele:

  • Die Erblasserin bzw. der Erblasser hinterlässt zwei Söhne (A und B) und eine Tochter C. A, B und C erhalten je ein Drittel des Nachlasses.
  • Die Erblasserin bzw. der Erblasser hinterlässt die Tochter A und den Sohn der vorverstorbenen Tochter (Enkel B). A und B erhalten je die Hälfte.

Erben zweiter Ordnung

Zur zweiten Parentel gehören die Eltern der Erblasserin bzw. des Erblassers und deren Nachkommen (§ 735 ABGB). Die Angehörigen der zweiten Parentel sind nur dann erbberechtigt, wenn niemand aus der ersten Parentel Erbin oder Erbe wird. Sind beide Eltern noch am Leben, so gebührt jedem Elternteil je die Hälfte der Erbschaft. Ein vorverstorbener Elternteil wird wieder von seinen Nachkommen repräsentiert. Hat ein vorverstorbener Elternteil keine (lebende) Nachkommenschaft, so fällt sein Erbanteil dem anderen Elternteil zu, und wenn auch dieser schon verstorben ist, dessen Nachkommen (§ 737 ABGB).

Beispiele:

  • Die Erblasserin bzw. der Erblasser hat keine Nachkommen. Aus der Ehe seiner Eltern V und M stammen neben ihm selbst noch seine Geschwister A und B. Wenn nun sowohl V als auch M noch am Leben sind, so erhalten sie je die Hälfte des Nachlasses.
  •  Ist hingegen V schon verstorben, so fällt seine Hälfte an A und B, die daher je ein
     Viertel bekommen.
  •  Sind beide Elternteile schon verstorben, so erhalten A und B je die Hälfte.

Erben dritter Ordnung

Ist auch aus der zweiten Parentel niemand vorhanden, so wird die dritte Parentel berufen. Sie besteht aus den beiden Großelternpaaren der Erblasserin bzw. des Erblassers und deren Nachkommen.

Erben vierter Ordnung

Ist schließlich auch die dritte Parentel erschöpft, so kommt die vierte Parentel zum Zug, die an sich aus den Urgroßeltern des Erblassers und deren Nachkommen besteht. Das Gesetz ordnet aber an, dass aus der vierten Parentel nur noch die acht Urgroßelternteile berufen werden (§ 741 ABGB). Deren Nachkommen sind von der Erbschaft  ausgeschlossen.