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Marktmeinung

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

Sorgten politische Unsicherheiten zunächst noch für eine höhere Nachfrage nach den als sicher erachteten Anleihen der Kernländer, verzeichneten diese nach der geschlagenen französischen Präsidentenwahl wieder steigende Renditen bzw. Kursverluste.

In Folge dürften die Zentralbanken, vorrangig Fed und EZB, wieder den maßgeblichsten Einfluss auf die Rentenmärkte nehmen. Vor allem die Fortsetzung der schrittweisen Straffung der geldpolitischen Zügel durch die Fed sollte das Renditeniveau bei Anleihen der Kernländer auf mittlere Sicht weiter höher tendieren lassen. Untermauert wird diese Ansicht zudem von steigenden globalen Wachstumserwartungen sowie tendenziell anziehenden Inflationsdaten sowohl in den USA als auch in der Eurozone.

Demzufolge gewichten wir Renten in Summe, bzw. EUR-Staatsanleihen weiterhin unter. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir jedoch bei Hochzinsanleihen walten. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen im Zuge langsam anziehender Verbraucherpreise Opportunitäten. Auch Schwellenländeranleihen weisen langfristig Potenzial auf und bleiben vorerst übergewichtet, zeigen sich doch die Fundamentaldaten vieler Schwellenländer verbessert.

Aktien

Die Erleichterung über den Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl befeuerte neuerlich die globalen Aktienmärkte, auch wenn das Ergebnis vom Markt bereits vorweggenommen wurde. Unseres Erachtens scheinen Aktien jedoch kurzfristig etwas überkauft und viel Positives bereits eingepreist zu sein. Nach den starken Kursanstiegen des vergangenen halben Jahres hat daher unsere Überzeugung für weitere Kurszugewinne deutlich abgenommen. Folglich befindet sich unsere Aktiengewichtung auf einer neutralen Position.

Dieses Anlagevotum bedeutet jedoch keine langfristig negative Haltung gegenüber dieser Anlageklasse. Auf lange Sicht halten wir Aktien weiterhin für ein attraktives Anlagesegment, auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen. Sollte es tatsächlich zu Kursrückgängen an den Aktienmärkten kommen, hätten wir ausreichend Möglichkeiten (hoher Barbestand), die Aktienquote wieder zu erhöhen, sollte uns dies opportun erscheinen.

Unter den einzelnen Regionen favorisieren wir Europa, Japan und die Schwellenländer. Der optimistischere Wachstumsausblick für Europa unterstützt die Gewinnentwicklung und damit europäische Aktien. Zudem sollte sich die zunächst anhaltende expansive Geldpolitik der EZB unterstützend auswirken. Bei japanischen Aktien sind wir der Ansicht, dass sich deren Attraktivität langfristig durchsetzen wird. Aktienrückkauf-Programme sowie die zunehmende Gewinndynamik dienen als mögliche kurstreibende Faktoren. Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, die von der Aussicht auf eine anziehende Konjunktur sowie der sich fortsetzenden Erholung der Rohstoffmärkte profitieren sollten - Selektivität ist aber gefragt. Die USA haben wir, aufgrund der hohen Bewertung, untergewichtet. Zudem erachten wir viele positive Effekte der angekündigten Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung schon als eingepreist, was die Wahrscheinlichkeit von negativen Überraschungen erhöht.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 11. Mai 2017.

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Renditen von Anleihen der Kernländer durchliefen in den letzten Wochen zum Teil eine Berg- und Talfahrt. Wesentlicher Treiber der Marktbewegungen war die französische Präsidentenwahl. Bereits das Ergebnis des ersten Wahldurchgangs fiel erwartungsgemäß aus, woraufhin die als sichere Häfen erachteten Anleihen der Kernländer unter Druck gerieten, nachdem Marktteilnehmer begannen, wieder in höher rentierende Anlageformen umzuschichten.

Gemäß EZB-Präsident Mario Draghi bilden sich die konjunkturellen Abwärtsrisiken in der Eurozone weiter zurück. Folglich dürfte die Notenbank ihre Lockerungsneigung bei ihrer nächsten Sitzung etwas zurücknehmen. Im Herbst erwarten wir sodann erste Hinweise, wie die weitere Reduktion der Anleihenkäufe gestaltet werden soll.

Nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht Anfang Mai scheint aus Sicht der Marktteilnehmer der nächste US-Zinsschritt im Juni relativ fix zu sein. Ein weiterer Schritt dürfte im September folgen. Aller Voraussicht nach um den Jahreswechsel herum könnte die Fed dann damit beginnen, den Bestand an Wertpapieren sukzessive aus ihrer Bilanz abzubauen.

Aktien

Nach dem starken ersten Quartal flaute die Euphorie an den globalen Aktienmärkten etwas ab, und Aktien legten eine Verschnaufpause ein. Doch vor allem mit dem Einzug Emmanuel Macrons in die Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahl und seinem anschließenden Sieg über Marine Le Pen kehrte der Risikoappetit an die Börsen zurück. Auch der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar deutlich zulegen.

Mit der Erleichterung über den Wahlausgang verbesserte sich auch die Stimmung gegenüber europäischen Aktien, was sich in den höchsten Zuflussraten in europäische Aktienfonds seit Dezember 2015 niederschlug. Ebenso sorgte die auf beiden Seiten des Atlantiks laufende Berichtssaison für Auftrieb. In Folge markierte der Volatilitätsindex VIX, der die erwartete Schwankungsbreite des US-Aktienindex S&P 500 ausdrückt, das tiefste Niveau seit 23 Jahren. In den Schwellen- und Industrieländern gewinnt die Konjunktur an Dynamik, woraufhin die Weltwirtschaft in diesem Jahr das stärkste Wachstum der letzten Jahre aufweisen dürfte. Darüber hinaus sind die Unternehmen solider aufgestellt, und die Gewinne entwickeln sich sehr positiv. Politische Themen dürften zumindest in Europa vorerst etwas in den Hintergrund rücken, auch wenn diese natürlich nicht vollkommen vom Tisch sind.

Angesichts der nun schon sehr lange laufenden Rallye an den Aktienmärkten und des Umstandes, dass die Bewertungen teilweise bereits ambitioniert sind, haben wir Mitte April unsere Aktiengewichtung auf „neutral“ gesenkt. Allerdings stellt dies keine Abkehr von Aktien, sondern lediglich einen Schritt in Richtung Gewinnmitnahme und Risikoreduktion dar.

Währungen und Rohstoffe

Ungeachtet der koordinierten Förderkürzung der OPEC bleibt der Angebotsüberhang am Ölmarkt, angesichts hoher Öllagerbestände sowie einer weiter ansteigenden Ölförderung in den USA, sehr hoch und setzt den Ölpreis unter Druck. Folglich diskutiert die OPEC, ob sie die Förderkürzung verlängern bzw. mengenmäßig ausweiten soll.

Politische Unsicherheiten stützten zuletzt die Nachfrage nach Gold. Nachdem sich die Befürchtungen der Marktteilnehmer nach dem ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahlen nicht bewahrheiteten, schwand der Treiber der jüngsten Kursavance im Edelmetall, woraufhin dieses wieder Terrain preisgeben musste.

Der Euro profitierte zuletzt von den soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die wahrscheinlich zu steigenden Zuflüssen in europäische Anlageklassen führen. Außerdem hat auch die Entspannung bei den politischen Themen (Wahlausgang in Frankreich) den Euro unterstützt.

Datum: 11. Mai 2017.