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Marktmeinung

Renten:

An den Rentenmärkten könnte 2016 als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die jahrzehntelange Talfahrt der Renditen zu Ende ging. Mit dem Wahlsieg von Donald Trump bei der US Wahl im November hielt eine neue Sicht der Dinge Einzug. Trump will ein massives Infrastrukturprogramm umsetzen, gleichzeitig aber auch die Steuern senken. Damit würde die Inflation ansteigen, eine Bewegung, die die Renditen schon im Vorfeld vorweggenommen haben. Scheinbar vergessen waren die Sorgen über geopolitische Unruhen oder auch das Brexit Votum, das die 10-jährige US Rendite Anfang Juli auf das Rekord-Tief von 1,366 gedrückt hatte. Zum Jahresende 2016 standen die 10-jährigen Treasuries bei 2,446%, leicht über dem Niveau vom Jahresbeginn von 2,273%. Quer über alle Laufzeiten brachten US Staatsanleihen im Vorjahr dennoch eine positive Performance von 0,8% über die Ziellinie. Daran konnte auch die zweite Zinsanhebung durch die US Notenbank, die kurz vor Weihnachten erfolgte, nichts ändern. In der Eurozone stehen die Zeichen hingegen weiter auf expansive Geldpolitik. Die EZB hat bekanntgegeben, ihr Anleihenkaufprogramm zumindest bis Jahresende 2017 fortsetzen zu wollen, wenngleich das Volumen ab April von derzeit 80 auf 60 Mrd. Euro pro Monat gedrosselt wird. Die Renditen auf deutsche Bundesanleihen erlebten 2016 ein überaus bewegtes Jahr. War die 10-jährige deutsche Rendite im Sommer noch auf das Rekordtief von -0,19% gefallen, erfolgte dann ein relativ rascher Anstieg in Richtung + 0,4%. In den allerletzten Handelstagen des alten Jahres gingen die Renditen allerdings nochmals zurück, zum Ultimo stand die 10-jährige deutsche Rendite bei 0,20% und damit deutlich unter dem Niveau vom Jahresanfang (0,56%). Das erneute Anspringen der Inflationserwartungen speiste sich auch aus dem Anstieg der Rohstoffpreise. Der Ölpreis, zu Jahresbeginn noch gnadenlos auf Talfahrt, legte im Jahresverlauf eine Kehrtwende hin und stieg um rund 50%. Auch der Goldpreis zeigte Stärke und legte knapp 9% zu, was dem Edelmetall das erste positive Jahr der letzten vier einbrachte. An den Devisenmärkten konnte sich der Dollar einmal mehr in bester Verfassung zeigen, zum Euro legte er rund 4% zu. Zu Jahresbeginn 2016 lag der Dollar bei rund 1,20, beendet hat er 2016 bei Kursen um 1,05.

Aktien:

2016 war an den Aktienmärkten von einer eher heterogenen Entwicklung geprägt, in Summe kann das Ergebnis aber als absolut zufriedenstellend bezeichnet werden. In den USA verhalf vor allem der unerwartete Sieg von Donald Trump bei den Präsidentenwahlen im November der Wall Street zu einem sehr guten Jahresergebnis. Der Dow Jones legte über 13% zu und kam bis auf 13 Punkte an die Marke von 20.000 heran, konnte diese dann aber doch nicht knacken. Auch der S&P (9,5%) und der Nasdaq Composite (7,5%) verbuchten sehr ansprechende Zuwächse. Die positive Endbilanz ließ den schwachen Jahresauftakt etwas verblassen, als die starken Rückgänge bei chinesischen Aktien und beim Ölpreis die Wall Street um 10% einbrechen ließen. Insofern hebelte sich 2016 auch der alte Spruch aus, dass sich das Jahresergebnis an der Entwicklung im Jänner orientiert – das war definitiv nicht der Fall. Nach dem schwächsten Jahresauftakt für die Börsen seit den 30-er Jahren folgte zwar im Juni mit dem Brexit Votum der nächste Schreck, aber spätestens gegen Jahresende fassten sich die Börsen ein Herz und starteten eine deutliche Rallye. Die Aussicht auf die Konjunkturprogramme des neuen US Präsidenten Trump ließ die Renditen, aber auch die Aktienkurse steigen, vor allem bei konjunktursensiblen Sektoren. Auch in Europa fällt die Bilanz in Summe erfreulich aus. Der Dax legte 2016 um 7% zu und beendete das fünfte Jahr in Folge mit Kursanstiegen. Der breite Stoxx Index konnte die zu Jahresbeginn erlittenen Verluste allerdings nicht ganz aufholen und lag zu Jahresende 1,2% unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Der britische Leitindex FTSE sorgte 2016, also im Jahr der Brexit-Abstimmung, für eine Überraschung und legte satte 14 % zu. Angetrieben wurde der Anstieg durch das schwache Pfund, das den britischen Exporteuren Rückenwind bescherte. Für den Euro-Anleger ergibt sich dennoch ein Minus, da die schwache Währung die Zugewinne auffrisst. Mit diesen deutlichen Kursanstiegen konnten die asiatischen Börsen 2016 nicht mithalten. Der Nikkei in Japan schaffte immerhin einen positiven Jahresabschluss (+0,4%), wohingegen die Börse in Shanghai in Summe über 12% verlor. Die Schwellenbörsen erlebten ein positives Jahr, der MSCI Emerging Markets Index legte rund 8,5% zu. Das war nach drei negativen Jahren in Serie für die Schwellenbörsen eine sehr erfreuliche Abwechslung.

2. Januar 2017.

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

Renditen von Anleihen der Kernländer entwickelten sich zum Jahresauftakt uneinheitlich. Während die in der Eurozone anziehende Inflation für leicht steigende Renditen bei Anleihen der europäischen Kernländer sorgte, schlugen die Pendants in den USA die entgegengesetzte Richtung ein. Diese schienen nach den starken Anstiegen in den Vorwochen erstmals eine Verschnaufpause einzulegen.

Mittelfristig erwarten wir eine Weiterführung des eingeschlagenen Trends zu höheren Renditen. Demzufolge gewichten wir Renten in Summe bzw. EUR-Staatsanleihen weiterhin unter. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir jedoch bei Hochzinsanleihen walten. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen im Zuge langsam anziehender Verbraucherpreise Opportunitäten. Auch Schwellenländeranleihen weisen langfristig Potenzial auf und bleiben vorerst übergewichtet, zeigen sich doch die Fundamentaldaten vieler Schwellenländer verbessert.

Aktien

Die internationalen Aktienmärkte konnten das positive Momentum aus dem Schlussquartal 2016 mitnehmen und legten zu Jahresbeginn einen guten Start hin. Im weiteren Verlauf zeigten sich die Marktteilnehmer jedoch etwas zurückhaltend und schienen zunächst mal nähere Details zu den wirtschaftspolitischen Versprechungen des designierten US-Präsidenten Trump abwarten zu wollen.

Wir halten vorerst an unserer aktuellen Positionierung fest, die durch eine Übergewichtung von Aktien gekennzeichnet ist. Die günstigere Bewertung im Vergleich zu Anleihen, die anhaltende Expansion der Weltwirtschaft sowie die Bilanzen vieler Unternehmen sind hierfür die Hauptgründe. Die Gewichtung der einzelnen Regionen bleibt unverändert, womit wir Europa, Japan und die Schwellenländer weiterhin favorisieren. In der Eurozone setzt sich der Konjunkturauftrieb auf moderatem Niveau fort. Zudem besteht die Aussicht auf eine Verbesserung der Ertragslage bei europäischen Konzernen. Bei japanischen Aktien besticht die Bewertung, die vor allem relativ zu anderen Aktienregionen günstig erscheint. Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, Selektivität ist aber gefragt, und auch die Erholung der Rohstoffmärkte sollte Unterstützung bieten. Die USA haben wir, aufgrund der hohen Bewertung, untergewichtet. Zudem erachten wir viele positive Effekte der angekündigten Wirtschaftspolitik von Trump schon als eingepreist, was die Wahrscheinlichkeit von negativen Überraschungen erhöht.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 10. Januar 2017.

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Nachdem Renditen von Anleihen der Kernländer in der ersten Jahreshälfte noch auf rekordtiefe Niveaus sanken, zeichnet sich seit Juli – und damit bereits deutlich vor den US-Wahlen - eine mögliche Kehrtwende ab, die von drei Themen angetrieben wird: steigende globale Wachstumserwartungen, anziehende Inflationsdaten (hauptsächlich in den USA) und eine teilweise Schwerpunktverlagerung von der Geld- auf die Fiskalpolitik. Schließlich verstärkte die US-Wahl diese Trends zusätzlich.

In den USA weisen die Konjunkturdaten ein erfreuliches Momentum auf. Der US-Arbeitsmarktbericht für November, der einen Aufbau von 178.000 Stellen auswies, war wohl das letzte Mosaiksteinchen, um das Bild für eine Zinsanhebung durch die US-Notenbank in diesem Monat zu komplettieren. Anziehende US-Wachstums- und Inflationserwartungen, mit denen steigende Staatsausgaben einhergehen dürften, um Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren, haben indes das Potenzial, das US-Renditeniveau auch im Jahr 2017 weiter nach oben zu treiben. Angesichts dessen beginnen Marktteilnehmer, ihren Fokus bereits auf die weitere Vorgehensweise der Fed im kommenden Jahr zu richten. Denn wenn der aktuelle Renditeauftrieb anhält, könnte die US Notenbank nächstes Jahr mehr als nur die bis jetzt angekündigten zwei Zinsanhebungen durchführen.

Vor diesem Hintergrund hatten US-amerikanische Staatsanleihen den deutlichsten Renditeanstieg zu verzeichnen und kletterten auf das höchste Niveau seit Juni 2015. In deren Kielwasser stiegen auch die Renditen europäischer Kernländer an, allerdings in einem geringeren Ausmaß, wie die Renditedifferenz zwischen US-Treasuries und deutschen Bünden zeigt.

Anfang Dezember gab die EZB die Verlängerung ihres Anleihenkaufprogramms bis mindestens Ende 2017 bekannt. Die Notenbank will allerdings ab April monatlich statt um 80 Mrd. nur noch um 60 Mrd. Euro Anleihen kaufen. Der Leitzins bleibt hingegen unverändert auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Im Euroraum hat sich die Inflation im November zum Vorjahresmonat von 0,5 % auf 0,6 % beschleunigt. Nichtsdestotrotz befindet sich diese noch deutlich vom EZB-Ziel von knapp unter 2 % entfernt.

Aktien

Der November hielt für Investoren ein paar Überraschungen bereit, woraufhin diese sich gezwungen sahen, ihre Markterwartungen teilweise zu überdenken. Investoren scheinen den Ankündigungen des designierten US-Präsidenten Trump zumindest vorerst Glauben zu schenken, wonach Steuererleichterungen, umfangreiche Infrastrukturinvestitionen sowie Deregulierungsmaßnahmen der US-Konjunktur frischen Wind verleihen und in Folge auch der US-Inflation als Antriebsfeder dienen könnten. Der Ausblick auf ein stärkeres US-Wirtschaftswachstum, eingebettet in ein inflationäres Umfeld mit höherem Zinsniveau, ließ Anleihen schlagartig weniger attraktiv erscheinen. Infolgedessen setzte sich ein Prozess in Gang, bei dem Anleger von Anleihen zu Gunsten von Aktien umschichteten. Innerhalb des Aktienuniversums profitierten davon unter anderem amerikanische klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen, denen eine stärkere US-Binnenwirtschaft zu Gute kommen würde. Branchenseitig zählten Industriebetriebe sowie Finanzdienstleister aus den USA zu den größten Gewinnern.

Vor diesem Hintergrund markierten alle vier großen US-Aktienindizes (Dow Jones, S&P 500, Nasdaq, Russell 2000) gleichzeitig neue Rekordstände, was zuletzt 1999 der Fall war. Interessant ist darüber hinaus, dass knapp die Hälfte der Zugewinne im Dow Jones im November von lediglich drei Aktientiteln generiert wurde, nämlich von Goldman Sachs (+26,5 %), UnitedHealth (+15,7 %) und Caterpillar (+ 17,3 %).

Allerdings stimmten nicht alle in den Jubelgesang ein, der auf Trumps Wahlsieg folgte. Die Schwellenländer leiden unter der Aussicht auf steigende US-Renditen sowie möglichen handelshemmenden Tendenzen. Zu Monatsende hellte sich die Stimmung allerdings wieder etwas auf.

Die Wall Street zeigte sich im Monat November in Feierlaune. Dabei trat der Russell 2000 mit einer Avance von 10,99 % in Vorlage. Ihm folgten der Dow Jones mit einem Zugewinn von 5,41 %, der S&P 500 mit +3,42 % sowie die technologielastige NASDAQ mit +2,59 %. Im Windschatten der US-Börsen konnten auch ihre japanischen Pendants deutlich zulegen. Der NIKKEI und der breiter gefasste TOPIX verzeichnen einen Kursanstieg von 5,07 % bzw. 5,40 %. Europäischen Aktienindizes gelang es hingegen nicht, den positiven Fahrtwind aufzunehmen. Der STOXX Europe 600 schließt den Monat November um 0,89 % höher, während der DAX mit minus 0,23 % seitwärts tendiert. Etwas Terrain mussten die Schwellenländer, gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in Lokalwährung), abgeben, die ein Minus von 2,25 % verzeichnen.

Währungen und Rohstoffe

Am Devisenmarkt zeigt auch der US-Dollar eine ausgeprägte Stärke. Der Bloomberg Dollar Spot Index, der die US-Währung zu den 10 wichtigsten Währungen abbildet, ist im November um 3,91 %, und damit auf den höchsten Wert seit Einführung des Index im Jahr 2004, gestiegen. Dieser Umstand fand wiederum positiven Niederschlag am japanischen Aktienmarkt, der deutlichen Auftrieb erfuhr, nachdem der Yen gegenüber dem US-Dollar auf Monatssicht um rund 7,90 % schwächer notierte, was Aktien japanischer Exporteuren beflügelte.

Die OPEC-Mitgliedsstaaten einigten sich bei einem Treffen Ende November in Wien erstmalig seit 2008 auf eine Reduktion der Erdölförderung um 1,2 Mio. Fass auf 32,5 Mio. Fass pro Tag. Die Regelung tritt mit Jänner 2017 in Kraft und ist vorerst auf 6 Monate befristet. In Folge richtet sich nun der Fokus auf die Umsetzung der Vereinbarung, deren Erfolg davon abhängen wird, inwieweit sich die Länder an ihr jeweiliges Commitment halten werden. In einer ersten Reaktion sprang der Preis der Rohölsorte Brent um knapp 9% nach oben. Der Ölpreis könnte sich nun, unter der Voraussetzung der tatsächlichen Umsetzung, oberhalb der Schwelle von 50 USD je Fass etablieren und bis Ende kommenden Jahres in Richtung 60 USD je Fass tendieren. Künftige Preisavancen werden jedoch auch stark davon abhängen, inwieweit die US-Schieferölindustrie bei höheren Ölpreisen ihre Produktion wieder in die Höhe fährt.

Seit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten steht der Goldpreis unter Druck und ist mittlerweile auf ein Zehnmonatstief unterhalb der Marke von 1200 USD je Unze abgerutscht. Dies ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen ist der Risikoappetit der Anleger seit Trumps Wahlsieg angestiegen, was gewöhnlich die Nachfrage nach dem als sicheren Hafen erachteten Edelmetall Gold dämpft. Zum anderen sind Renditen von Anleihen der Kernländer aufgrund der Erwartung eines stärkeren US Wachstums deutlich gestiegen. Gold als zinsloses Anlagegut leidet unter diesem Renditeanstieg. Auch der starke US-Dollar stellt einen Belastungsfaktor dar. Da Gold in der US-Währung gehandelt wird, macht ein stärkerer Greenback das Edelmetall für Anleger außerhalb der USA teurer. Auf der anderen Seite könnten sich gewisse Punkte von Trumps Politikagenda als Störfeuer entpuppen und dem Edelmetall Auftrieb verleihen. Auch die politische Entwicklung in Europa stellt einen Unsicherheitsfaktor dar.

Datum: 9. Dezember 2016.