UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Wir sind für Sie da
VideoTelefonie testen
Allgemeine Anfragen
Kartensperren
UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Wir sind für Sie da
VideoTelefonie testen
OnlineBanking | BusinessNet
Vorlesen

Marktmeinung

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

In unmittelbarer Reaktion auf die OPEC-Einigung sprang der Ölpreis um über 9 % nach oben. Zusammen mit Basiseffekten entsteht damit kurz- und mittelfristig Aufwärtspotenzial für die Inflation. Langfristig könnte das vom designierten US-Präsidenten Trump avisierte Konjunkturprogramm zu steigenden Teuerungsraten in den USA führen. In Folge trübte sich das Umfeld für Anleihen ein, woraufhin Staatsanleihen der Kernländer ihren seit dem dritten Quartal eingeschlagenen Renditeaufwärtstrend fortsetzten. Mittelfristig erwarten wir eine Weiterführung des eingeschlagenen Trends zu höheren Renditen. Demzufolge gewichten wir Renten in Summe bzw. EUR-Staatsanleihen weiterhin unter. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir jedoch bei Hochzinsanleihen walten. Dort stellt die Liquiditätssituation ein mögliches Problemfeld dar. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen im Zuge langsam anziehender Verbraucherpreise Opportunitäten. Auch Schwellenländeranleihen weisen langfristig Potenzial auf und bleiben vorerst übergewichtet, zeigen sich doch die Fundamentaldaten vieler Schwellenländer verbessert.

Aktien

Die globalen Aktienmärkte haben sich von den zum Teil überraschenden Wahl- und Abstimmungsresultaten der letzten Wochen nicht vom Kurs abbringen lassen und setzen ihren Aufwärtstrend großteils fort. Vor allem in den USA könnte der Optimismus jedoch auf tönernen Füßen stehen, wenn Trump die erhofften Maßnahmen nicht umsetzt oder das erwartete Wachstum ausbleibt.

Im Zuge der äußerst positiven Entwicklung der Börsen in den letzten Wochen und Monaten ist unsere Aktienquote deutlich angestiegen. Die Stärke an den Aktienmärkten wollen wir nutzen, um die Gewichtung etwas zu reduzieren, der Erlös wird zwischenzeitlich in Liquidität geparkt. In Summe bleiben Aktien aber weiterhin übergewichtet. Die günstigere Bewertung im Vergleich zu Anleihen, die anhaltende Expansion der Weltwirtschaft sowie die Bilanzen vieler Unternehmen sind hierfür die Hauptgründe. Die Gewichtung der einzelnen Regionen bleibt unverändert, womit wir Europa, Japan und die Schwellenländer weiterhin favorisieren. In der Eurozone setzt sich der Konjunkturauftrieb auf moderatem Niveau fort, auch fanden die im Zuge des Brexit befürchteten negativen Implikationen vorerst keinen umfangreicheren Niederschlag. Zudem besteht die Aussicht auf eine Verbesserung der Ertragslage bei europäischen Konzernen, was frische Impulse liefern könnte. Bei japanischen Aktien sind wir der Ansicht, dass sich deren Attraktivität langfristig durchsetzen wird können, da die Bewertung vor allem relativ zu anderen Aktienregionen günstig erscheint. Weiters könnte sich der Trump-Effekt positiv auf japanische Aktien auswirken. Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, Selektivität ist aber gefragt, und auch die Erholung der Rohstoffmärkte sollte Unterstützung bieten. Die USA haben wir, aufgrund der hohen Bewertung, untergewichtet. Zudem erachten wir viele positive Effekte der angekündigten Wirtschaftspolitik von Trump schon als eingepreist, was die Wahrscheinlichkeit von negativen Überraschungen erhöht.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 9. Dezember 2016.

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Nachdem Renditen von Anleihen der Kernländer in der ersten Jahreshälfte noch auf rekordtiefe Niveaus sanken, zeichnet sich seit Juli – und damit bereits deutlich vor den US-Wahlen - eine mögliche Kehrtwende ab, die von drei Themen angetrieben wird: steigende globale Wachstumserwartungen, anziehende Inflationsdaten (hauptsächlich in den USA) und eine teilweise Schwerpunktverlagerung von der Geld- auf die Fiskalpolitik. Schließlich verstärkte die US-Wahl diese Trends zusätzlich.

In den USA weisen die Konjunkturdaten ein erfreuliches Momentum auf. Der US-Arbeitsmarktbericht für November, der einen Aufbau von 178.000 Stellen auswies, war wohl das letzte Mosaiksteinchen, um das Bild für eine Zinsanhebung durch die US-Notenbank in diesem Monat zu komplettieren. Anziehende US-Wachstums- und Inflationserwartungen, mit denen steigende Staatsausgaben einhergehen dürften, um Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren, haben indes das Potenzial, das US-Renditeniveau auch im Jahr 2017 weiter nach oben zu treiben. Angesichts dessen beginnen Marktteilnehmer, ihren Fokus bereits auf die weitere Vorgehensweise der Fed im kommenden Jahr zu richten. Denn wenn der aktuelle Renditeauftrieb anhält, könnte die US Notenbank nächstes Jahr mehr als nur die bis jetzt angekündigten zwei Zinsanhebungen durchführen.

Vor diesem Hintergrund hatten US-amerikanische Staatsanleihen den deutlichsten Renditeanstieg zu verzeichnen und kletterten auf das höchste Niveau seit Juni 2015. In deren Kielwasser stiegen auch die Renditen europäischer Kernländer an, allerdings in einem geringeren Ausmaß, wie die Renditedifferenz zwischen US-Treasuries und deutschen Bünden zeigt.

Anfang Dezember gab die EZB die Verlängerung ihres Anleihenkaufprogramms bis mindestens Ende 2017 bekannt. Die Notenbank will allerdings ab April monatlich statt um 80 Mrd. nur noch um 60 Mrd. Euro Anleihen kaufen. Der Leitzins bleibt hingegen unverändert auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Im Euroraum hat sich die Inflation im November zum Vorjahresmonat von 0,5 % auf 0,6 % beschleunigt. Nichtsdestotrotz befindet sich diese noch deutlich vom EZB-Ziel von knapp unter 2 % entfernt.

Aktien

Der November hielt für Investoren ein paar Überraschungen bereit, woraufhin diese sich gezwungen sahen, ihre Markterwartungen teilweise zu überdenken. Investoren scheinen den Ankündigungen des designierten US-Präsidenten Trump zumindest vorerst Glauben zu schenken, wonach Steuererleichterungen, umfangreiche Infrastrukturinvestitionen sowie Deregulierungsmaßnahmen der US-Konjunktur frischen Wind verleihen und in Folge auch der US-Inflation als Antriebsfeder dienen könnten. Der Ausblick auf ein stärkeres US-Wirtschaftswachstum, eingebettet in ein inflationäres Umfeld mit höherem Zinsniveau, ließ Anleihen schlagartig weniger attraktiv erscheinen. Infolgedessen setzte sich ein Prozess in Gang, bei dem Anleger von Anleihen zu Gunsten von Aktien umschichteten. Innerhalb des Aktienuniversums profitierten davon unter anderem amerikanische klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen, denen eine stärkere US-Binnenwirtschaft zu Gute kommen würde. Branchenseitig zählten Industriebetriebe sowie Finanzdienstleister aus den USA zu den größten Gewinnern.

Vor diesem Hintergrund markierten alle vier großen US-Aktienindizes (Dow Jones, S&P 500, Nasdaq, Russell 2000) gleichzeitig neue Rekordstände, was zuletzt 1999 der Fall war. Interessant ist darüber hinaus, dass knapp die Hälfte der Zugewinne im Dow Jones im November von lediglich drei Aktientiteln generiert wurde, nämlich von Goldman Sachs (+26,5 %), UnitedHealth (+15,7 %) und Caterpillar (+ 17,3 %).

Allerdings stimmten nicht alle in den Jubelgesang ein, der auf Trumps Wahlsieg folgte. Die Schwellenländer leiden unter der Aussicht auf steigende US-Renditen sowie möglichen handelshemmenden Tendenzen. Zu Monatsende hellte sich die Stimmung allerdings wieder etwas auf.

Die Wall Street zeigte sich im Monat November in Feierlaune. Dabei trat der Russell 2000 mit einer Avance von 10,99 % in Vorlage. Ihm folgten der Dow Jones mit einem Zugewinn von 5,41 %, der S&P 500 mit +3,42 % sowie die technologielastige NASDAQ mit +2,59 %. Im Windschatten der US-Börsen konnten auch ihre japanischen Pendants deutlich zulegen. Der NIKKEI und der breiter gefasste TOPIX verzeichnen einen Kursanstieg von 5,07 % bzw. 5,40 %. Europäischen Aktienindizes gelang es hingegen nicht, den positiven Fahrtwind aufzunehmen. Der STOXX Europe 600 schließt den Monat November um 0,89 % höher, während der DAX mit minus 0,23 % seitwärts tendiert. Etwas Terrain mussten die Schwellenländer, gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in Lokalwährung), abgeben, die ein Minus von 2,25 % verzeichnen.

Währungen und Rohstoffe

Am Devisenmarkt zeigt auch der US-Dollar eine ausgeprägte Stärke. Der Bloomberg Dollar Spot Index, der die US-Währung zu den 10 wichtigsten Währungen abbildet, ist im November um 3,91 %, und damit auf den höchsten Wert seit Einführung des Index im Jahr 2004, gestiegen. Dieser Umstand fand wiederum positiven Niederschlag am japanischen Aktienmarkt, der deutlichen Auftrieb erfuhr, nachdem der Yen gegenüber dem US-Dollar auf Monatssicht um rund 7,90 % schwächer notierte, was Aktien japanischer Exporteuren beflügelte.

Die OPEC-Mitgliedsstaaten einigten sich bei einem Treffen Ende November in Wien erstmalig seit 2008 auf eine Reduktion der Erdölförderung um 1,2 Mio. Fass auf 32,5 Mio. Fass pro Tag. Die Regelung tritt mit Jänner 2017 in Kraft und ist vorerst auf 6 Monate befristet. In Folge richtet sich nun der Fokus auf die Umsetzung der Vereinbarung, deren Erfolg davon abhängen wird, inwieweit sich die Länder an ihr jeweiliges Commitment halten werden. In einer ersten Reaktion sprang der Preis der Rohölsorte Brent um knapp 9% nach oben. Der Ölpreis könnte sich nun, unter der Voraussetzung der tatsächlichen Umsetzung, oberhalb der Schwelle von 50 USD je Fass etablieren und bis Ende kommenden Jahres in Richtung 60 USD je Fass tendieren. Künftige Preisavancen werden jedoch auch stark davon abhängen, inwieweit die US-Schieferölindustrie bei höheren Ölpreisen ihre Produktion wieder in die Höhe fährt.

Seit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten steht der Goldpreis unter Druck und ist mittlerweile auf ein Zehnmonatstief unterhalb der Marke von 1200 USD je Unze abgerutscht. Dies ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen ist der Risikoappetit der Anleger seit Trumps Wahlsieg angestiegen, was gewöhnlich die Nachfrage nach dem als sicheren Hafen erachteten Edelmetall Gold dämpft. Zum anderen sind Renditen von Anleihen der Kernländer aufgrund der Erwartung eines stärkeren US Wachstums deutlich gestiegen. Gold als zinsloses Anlagegut leidet unter diesem Renditeanstieg. Auch der starke US-Dollar stellt einen Belastungsfaktor dar. Da Gold in der US-Währung gehandelt wird, macht ein stärkerer Greenback das Edelmetall für Anleger außerhalb der USA teurer. Auf der anderen Seite könnten sich gewisse Punkte von Trumps Politikagenda als Störfeuer entpuppen und dem Edelmetall Auftrieb verleihen. Auch die politische Entwicklung in Europa stellt einen Unsicherheitsfaktor dar.

Datum: 9. Dezember 2016.