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Auch wenn viele innovative Technologien noch Zukunftsmusik sind, ist die Digitalisierung im Weinbau - ebenso wie in der Landwirtschaft generell - nicht mehr aufzuhalten.

Von einem Mitarbeiter wie Ted träumen vermutlich die meisten Weinbaubetriebe. Bereitwillig und akribisch erledigt er körperlich anstrengende Arbeiten wie Weinreben schneiden und Unkrautentfernung - wenn erforderlich stundenlang, ohne Pause. Angst vor einem Besuch des Arbeitsinspektorats ist dennoch völlig unbegründet, denn Ted ist ein Roboter, der gemeinsam von Naio Technologies und dem französischen Spitzenweingut Baron Philippe de Rothschild entwickelt wurde.

Erstmals zum Einsatz kam Ted 2017 auf dem Weingut Château Clerc Milon bei Bordeaux - und der Test verlief erfolgreich. Erst Anfang Juli verkündete Naio Technologies den Start eines neuen Forschungs- und Entwicklungsprogramms, das gemeinsam mit südwestfranzösischen Weinkooperativen aus der Gironde und der Dordogne umgesetzt wird. Ziel sei es, den beteiligten Weinproduzenten die Möglichkeit zu geben, innovative Arbeitsmethoden in der Praxis zu testen. Gleichzeitig soll ihr Feedback helfen, Ted weiterzuentwickeln.

Während sich digitale Technologien in der Kellerwirtschaft einer durchaus breiten Anwendung erfreuen - im Übrigen auch in Österreich, wo etwa vielerorts Gärführung und Temperaturkontrolle von Sensoren gesteuert werden - setzen bislang nur einige wenige innovative Betriebe im Weinberg intelligente Maschinen ein. Expertinnen und Experten sind sich allerdings sicher: Vor allem besonders zeitaufwendige Arbeiten, wie Rebenbearbeitung und -schutz, werden künftig verstärkt automatisiert erfolgen. Diese Aussage lässt sich direkt auch auf andere Bereiche der Landwirtschaft übertragen.

Thomas Haase, Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
Thomas Haase, Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
"Die Digitalisierung im Ackerbau steht noch am Anfang der Entwicklung, etwa bei autonomen Lenksystemen."

Drohnen, die Unkraut erkennen

"Vor ein paar Jahren dachte man, dass sich Melkroboter nur für ganz große Betriebe eignen", sagt Thomas Haase, Rektor der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik. Mittlerweile sei die Technik aber so weit fortgeschritten, dass diese auch vermehrt von kleineren Milchbauern verwendet würden. Noch am Anfang steht laut dem Experten dagegen die Digitalisierung im Ackerbau. Beispiele dafür sind autonome Lenksysteme bei Traktoren und Mähdreschern, die ein Feld punktgenau mähen, oder Drohnen, die Unkraut erkennen können.

Andreas Gronauer, Leiter des Instituts für Landtechnik der Wiener Universität für Bodenkultur
Andreas Gronauer, Leiter des Instituts für Landtechnik der Wiener Universität für Bodenkultur
"Wetter- und Bodendaten sowie spektrale Sensordaten von Pflanzen liefern Informationen, die in einem Softwareprogramm verarbeitet werden, das für jeden Quadratmeter Fläche den genauen Düngerbedarf für eine optimale Versorgung der Pflanze ermittelt"

Diese Sollvorgabe werde über das Traktorterminal an den Düngerstreuer übertragen und so die Düngermenge automatisch geregelt.

Würden nun die gesamten Wareneingangs- und -ausgangsströme miteinander in einer übergeordneten Datenbank gespeichert, könnte die gesamte Produktion eines Betriebs abgebildet werden. "Und zwar auch im Bereich der Tierhaltung oder anderer Produktionsverfahren", erklärt Gronauer. Die Folge dieser Möglichkeiten: Optimierungsbereiche können sehr schnell identifiziert werden. Gleichzeitig kann auch die gute fachliche Praxis nachgewiesen werden - was bekanntlich immer wichtiger wird.

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Intelligente Systeme Jedem Rebstock sein Wasser

Wie Künstliche Intelligenz helfen kann, Nachhaltigkeit und Effizienz in der Landwirtschaft zu verbessern, zeigt das Beispiel der US-Winzerei Gallo Winery. Mit der von IBM entwickelten KI-Plattform Watson wurde ein intelligentes Bewässerungssystem entwickelt, das sicherstellt, dass jeder Rebstock genau die richtige Menge Wasser bekommt, die er auch wirklich benötigt. Die Basis dafür sind Daten aus Wetterberichten, Satellitenbildern und Sensordaten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: So konnte nicht nur die Weinqualität verbessert werden, sondern auch der Wasserverbrauch um ein Viertel reduziert werden. Der Ansatz, der sich dahinter verbirgt – und im Übrigen auch in anderen Bereichen angewendet werden kann – nennt sich Makroskopie. Darunter versteht man ein System, das gewaltige Mengen an komplexen Daten zusammenbringt, um aus ihnen eine Bedeutung abzuleiten.