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Die EU und das Vereinigte Königreich vereinbarten am 24.12. ein Handelsabkommen. Verlierer sind beide, mit größeren Verlusten für das Königreich.

Am 24. Dezember 2020 vereinbarten die EU und das Vereinigte Königreich (VK) nach intensiven Verhandlungen ein Handels- und Kooperationsabkommen, das seit 1. Jänner 2021 provisorisch in Kraft ist. Bevor es formal ab 1. März gültig sein wird, muss es vom EU-Parlament sowie den Regierungen aller 27 Mitgliedsstaaten ratifiziert werden.

Rückgrat des Abkommens ist der zoll- und quotenfreie Warenhandel zwischen der EU und dem VK. Es wird aber in Zukunft für Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals nichttarifäre Hemmnisse z.B. in Form von mehr Bürokratie und längeren Grenzwartezeiten geben. Ein solcher bürokratischer Mehraufwand ist der Ursprungsnachweis der Exporte, den die Unternehmen erbringen müssen, damit die Nullzollsätze und Nullkontingente zur Anwendung kommen. Diese produktspezifischen Ursprungsregeln legen fest, wie hoch der Anteil der im Ausland (bei Exporten aus der EU ist dies der Nicht-EU-Anteil) hergestellten Vorprodukte am Endprodukt maximal sein darf, um sich für den zollfreien Export zu qualifizieren. Dieser Maximalwert liegt bei den meisten Waren bei 50 Prozent.

Ausnahmen gibt es u.a. im KFZ-Bereich, was vor allem für Österreich von großer Bedeutung ist. Bei Fahrzeugen darf der maximale Auslandsanteil 45 Prozent betragen mit Ausnahme bei den Elektro- und Hybridfahrzeugen. Hier gelten bis 31.12.2026 alternative Ursprungsregeln mit einem Maximalwert von 60 Prozent bis 31.12.2023 bzw. 55 Prozent ab 1.1.2024. 2019 exportierte Österreich Waren im Wert von 4,5 Milliarden Euro ins VK, wobei die Fahrzeugindustrie mit einem Exportvolumen von 1,3 Milliarden Euro der mit Abstand wichtigste Sektor ist. Die Top-3-Sektoren – KFZ, Maschinen und Elektronik – sind für mehr als die Hälfte der österreichischen VK-Exporte verantwortlich.

Auch bei den Importen aus dem VK war 2019 der Fahrzeugsektor mit über 800 Millionen Euro von insgesamt 2,8 Milliarden Euro der bedeutendste Bereich. Die österreichische KFZ-Industrie ist auch der größte Profiteur vom Abkommen verglichen mit einem No-Deal. Basierend auf den Exportzahlen von 2019 wären bei einem Scheitern der Verhandlungen Zölle in Höhe von etwa 150 Millionen Euro (davon KFZ: 100 Mio.) bei den österreichischen Ausfuhren ins VK angefallen. Bei den Importen aus dem VK hätte sich eine Belastung durch Tarife in Höhe von ca. 90 Millionen Euro (davon KFZ: 40 Mio.) ergeben. Nach Schätzungen von bekannten britischen Ökonomen sinkt das Pro-Kopf- Einkommen im VK trotz Deal um 2,5 Prozent. Irland ist das am stärksten betroffene EU-Land mit einem Einkommensverlust von 2,2 Prozent – in Österreich beträgt er lediglich 0,1 Prozent.

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