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Nach jedem harten Winter kommt ein Frühling

Beginnend bereits im Juni hat sich das Infektionsgeschehen in vielen Ländern, darunter auch in Österreich, wieder erhöht und schließlich zu einer zweiten Welle geführt. Dementsprechend mussten viele Länder wieder Restriktionen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens erlassen. Wir gehen davon aus, dass diese Restriktionen mehr oder weniger bis zum Beginn des Frühlings dauern werden – Erleichterungen speziell im Bereich des Einzelhandels im Dezember sind möglich – und erwarten daher für viele Länder, auch für Österreich, eine erneute Rezession im 4. Quartal 2020, auch im 1. Quartal 2021 dürfte die Wirtschaft schrumpfen. Selbst wenn einige Branchen, etwa der Bereich der persönlichen Dienstleistungen, ähnlich stark wie im Frühjahr 2020 betroffen sein werden, ein großer Teil der Wirtschaft, allen voran die Industrie, wird deutlich weniger unter dem zweiten Lockdown leiden.

Aufgrund dessen gehen wir davon aus, dass der Rückgang der Wirtschaftsleistung geringer ausfallen wird als im Lockdown im Frühjahr 2020. Trotzdem bedeutet dies einen erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit und das Wachstum 2021 wird bei so einem verzögerten Start in Österreich mit rund 3 Prozent relativ bescheiden ausfallen bedenkt man den Einbruch von über 7 Prozent 2020.

Allerdings gibt es die berechtigte Hoffnung, dass dem harten Winter dank der doch sehr großen Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes ein erfreulicherer Frühling und diesem ein noch angenehmerer Sommer folgen könnte und im 2. Halbjahr 2021 nicht mehr mit einem Lockdown zu rechnen ist. Dies dürfte dann vor allem das Wachstum 2022 stützen, wir rechnen mit rund 5 Prozent.

Obwohl damit die mittelfristigen Aussichten sehr optimistisch sind, wird es noch bis Mitte 2022 dauern bis die Wirtschaftsleistung in Österreich wieder an das Niveau von 2019 herankommen kann. Das Erreichen des alten Wachstumspfads ist aus heutiger Sicht noch nicht absehbar. Daher wird auch die Wirtschaftspolitik - sowohl die Fiskalpolitik als auch die Geldpolitik - noch über 2021 hinaus expansiv bleiben müssen, mit der Konsequenz weiterer Budgetdefizite – wenn auch nicht mehr so hoch wie 2020 – und weiter niedriger bzw. sogar negativer Zinsen.

Angesichts der großen Unsicherheiten rund um die Entwicklung der Pandemie gibt es natürlich mehr Risiken für unsere Erwartungen als normalerweise. Ein Rückschlag bei der medizinischen Entwicklung oder Schwierigkeiten bei der Organisation der Impfung könnten zu einem erneuten Lockdown auch im 2. Halbjahr 2021 führen - mit fatalen Folgen für die Wirtschaft. Aber es könnte auch schneller gehen als von uns erwartet und bereits im Sommer 2021 kehrt eine Art Normalität zurück. Dann könnte Österreich schon Mitte 2021 das Niveau von 2019 erreichen und Ende 2022 auf den alten Wachstumspfad zurückkehren. Die Geldpolitik wird allerdings auch in diesem Szenario noch lange expansiv bleiben müssen.

 

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 26. November 2020.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

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