Paralympics 2018 – gute Chancen für Österreichs Wintersportler

Knapp ein halbes Jahr ist es noch hin zu den Paralympischen Winterspielen in Pyeongchang in Südkorea. 670 Sportlerinnen und Sportler treten zwischen 9. und 18. März 2018 in 80 Disziplinen gegeneinander an. Das sind um 24 Prozent mehr als 2014 im russischen Sotschi. Für Petra Huber, Generalsekretärin des Österreichischen Paralympischen Committees, liegt die Erklärung auf der Hand: „Die Akzeptanz und die Anerkennung steigen mit jeder Austragung der Paralympischen Spiele. Die Paralympics sind mittlerweile das drittgrößte Sportereignis weltweit – nach den Olympischen Spielen und der Fußball-Weltmeisterschaft.“

Dass Südkorea die Organisation von Weltevents beherrscht, bewies das Land bereits 1988. Damals wurden in Seoul die Paralympischen Sommerspiele ausgetragen. „Sicherlich kann man sich organisatorisch davon noch einiges zu Nutze machen, allerdings gibt es für Winter- und Sommerspiele natürlich andere Voraussetzungen, und Pyeongchang ist doch ein Stück von Seoul entfernt. Die Entfernung vom Flughafen Incheon zum paralympischen Dorf beträgt 251 Kilometer“, erzählt Julia Wenninger, zuständig für Games-Management und Events, die gemeinsam mit Huber im März 2017 die Austragungsstätten besuchen konnte.

Speed-Bewerbe profitieren von kalten Bedingungen

Mit dabei waren ebenso die Athletinnen und Athleten, die bei den finalen Weltcupbewerben der alpinen und nordischen Sportarten teilnahmen. „Der Baufortschritt war zu diesem Zeitpunkt optimal, und auch was die Barrierefreiheit der Sportstätten betrifft, haben die Südkoreaner sehr gute Arbeit geleistet“, sagt Huber. Im Vergleich zu Sotschi glaubt die ÖPC-Generalsekretärin, dass besonders die Speed-Bewerbe von der enormen Kälte in Pyeongchang profitieren werden.

Mindestens 11 Medaillen als Erfolgsziel

Wie Huber die Chancen der österreichischen Athletinnen und Athleten einschätzt? „Es wäre schön, wenn wir an den Erfolg von Sotschi anschließen könnten. Damals haben unsere Athletinnen und Athleten elf Medaillen geholt.“ Allerdings, räumt Huber ein, werde auch im Behindertenspitzensport die Leistungsdichte immer höher und somit das Gewinnen schwieriger. Dennoch hoffe man schon aufgrund der hervorragenden Leistungen in der vergangenen Saison auf einen Medaillenregen in allen Disziplinen, in denen Österreich vertreten ist: Skifahren, Langlaufen und Snowboarden.

Behindertensport in den Fokus rücken

Bei den Paralympischen Spielen geht es aber nicht nur um den sportlichen Aspekt. Vor allem geht es darum, den Behindertensport und die außerordentlichen Leistungen der Athletinnen und Athleten in den Fokus des medialen Interesses zu rücken. Das Österreichische Paralympische Committee selbst setzt dabei auf viele Channels. Man ist auf allen relevanten Social-Media-Kanälen wie Facebook, Instagram und Twitter vertreten, es gibt einen digitalen Newsletter, und regelmäßig wird das Printmagazin „Paralympic News“ veröffentlicht. Unterstützt wird das ÖPC dabei von der UniCredit Bank Austria, die für zusätzliche Medienpräsenz sorgt. Huber: „Wir haben in Rio 2016 erstmals eine Pressereise veranstaltet, die ein voller Erfolg war. 51 Stunden lang wurde im ORF übertragen, 1.133 Print-Artikel und 1.763 Online-Artikel wurden veröffentlicht. Auch in Pyeongchang 2018 werden wir wieder eine Pressereise veranstalten – mit dem Ziel, dass wir einer Gleichstellung mit dem Nichtbehindertensport wieder etwas näher kommen!“

                   
Mag.a Petra Huber,                                        Mag.a Julia Wenninger
Generalsekretärin                                          Games Management und Events