Eingereicht von: Brigitte Vasicek
Projektstart: 2016
Kategorie: Integration/Migration
Webseite: http://www.ufg.at/MORE-Studierende.12313.0.html


Junge Menschen, die durch Krieg und Flucht den Zugang zu Bildung verlieren, können an der Kunstuniversität Linz als außerordentliche MORE-Studierende teilnehmen und erhalten somit die Möglichkeit, sich auf eine zukünftige Zulassungsprüfung vorzubereiten. Dazu braucht es nicht nur engagierte Betreuung, es ist auch notwendig eine Selbstreflexion auf Bildungsebene zu führen. Dafür wurde begleitend „DE_colonize uni_VERSITY“ initiiert. Kunstuniversitäten sind Orte, an denen Wissen kreativ und kritisch erprobt werden kann. Eine Behauptung? Die, die das Projekt MORE an der Kunstuniversität durchführen, fragen genauer nach: Wo formiert sich im Wissen Macht und wo verschließen sich Türen? MORE und die „DE_colonize uni_VERSITY“ ist eine Haltung und eine Praxis. Die Initiative versteht sich als kritische Intervention im Unialltag und als Infragestellung von verfestigten Strukturen und Bildungssystemen.

Ziel ist es die Potentiale junger geflüchteten Menschen, ihr Wissen und ihre Begabungen zu fördern und die Möglichkeit Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Einerseits sind sie auch ein Mehrwert für die Universität ebenso wie für die Gesellschaft, die diese Menschen aufnimmt, sind. Anderseits, kommt man, aufgrund von Themen Flucht und Krieg, unweigerlich in eine kritische Selbstreflektion: was bedeutet Wissen eigentlich und wie werden Machtverhältnisse von Wissen erzeugt? Wem und was schließt die eurozentristische Wissensvermittlung aus? Mit dem Projekt MORE-Studierenden erhalten alle Mitwirkenden die Chance, sich selbst sowie auch gewohnte Strukturen zu Bildung, Macht, Bildungszugänge usw. zu hinterfragen.

Das Projekt ist eine Initiative von Lehrenden und Studierenden an der Kunstuniversität Linz und wird unentgeltlich mit persönlichem Engagement geführt. Sie sind auf Spenden angewiesen, diese werden z.B. für Fahrtkostenzuschüsse (max. € 50,- pro Semester) für MORE-Studierenden ausgegeben, um überhaupt an den Studienort zu kommen. Aber wichtiger noch ist das Projekt öffentlich zu machen, sodass Interessierte ihr Know-how auch einbringen können und z.B. ihr soziales Kapital zur Verfügung stellen. Der Bank Austria Sozialpreis dient also zur Fortführung bzw. Absicherung des Projektes für ca. 30 bis 50 Studierende von MORE, von denen 30 derzeit an der Kunstuniversität eingeschrieben sind. Durch Erhalt des Preises könnte die Zahl erhöht werden.

Aktive Beteiligung, ob als Besucherinnen bzw. Besucher oder auch als Vortragender bzw. Vortragender in der "DE_colonize uni_VERSITY" können alle an Vorträgen, Workshops und Veranstaltungen teilnehmen. Aktive Beteiligung direkt mit den Studierenden von MORE ist gefragt, denn es werden unterschiedliche Kompetenzen vom Alltäglichen bis hin zu Spezialgebieten gebraucht. So könnten sich auch Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank Austria aktiv beteiligen.