Eingereicht von: Verein Lesewelt Pinsdorf, Peter Kaiser, BEd BEd
Projektstart: 2011
Kategorie: Kinder/Jugendliche, Integration/Migration
Webseite: http://www.lesewelt-pinsdorf.at


 Ergebnis:
 43,53%

Interview mit Peter Kaiser

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises 2017 in Oberösterreich“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?

Das hört sich super an! Hurra, krawuzikapuzi!!! Yippie ya yeah, Schweinebacke!!!

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?

Der Vorsprung beim Zwischenergebnis schaut gut aus, hoffentlich hält er bis zum Schluss!

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was das Besondere an ihrem Projekt ausmacht?

Durch die räumliche Nähe der Lebenswelt Pinsdorf (eine Einrichtung des Konventhospitals der Barmherzigen Brüder Linz für gehörlose und taubblinde Menschen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen) zur Volksschule Pinsdorf war es naheliegend, Kontakt in Form von gemeinsamen Feiern und Aktivitäten zu knüpfen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine intensive freundschaftliche Beziehung zwischen unseren beiden Institutionen. So wurden zum Beispiel zwei professionell verlegte Bilderbücher in Schrift- und Gebärdensprache gestaltet, in denen ein hörendes und ein gehörloses Fantasiewesen packende Abenteuer erleben und schließlich Freunde für immer werden. Da diese Bilderbücher durch die Zusammenarbeit von Volksschulkindern und gehörlosen Menschen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen entstanden, sind sie weltweit wohl einzigartig. Weiters wurde auch die Idee geboren, die Wegverbindung zwischen Kindergarten, Volksschule und Lebenswelt als offiziellen Freundeweg auszuweisen. Schließlich wurde 2016 unser Freundeweg, kreativ gestaltet von Volksschulkindern, den zukünftigen Schulanfängerinnen und Schulanfängern des Kindergartens und Gehörlosen mit Unterstützung eines regionalen Künstlers, im Rahmen eines gemeinsamen Festes feierlich eröffnet. Dieser Weg beinhaltet diverse künstlerische Elemente (z.B. ein Mosaik) zum Thema Freundschaft und wird jährlich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern aus der Region erweitert.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?

Wir möchten eine Hinweistafel am Freundeweg errichten lassen, die unser Projekt interessierten Passanten näher erklärt. Weiters möchten wir das Preisgeld in ein längerfristiges gemeinschaftliches Theaterprojekt fließen lassen. Unser Ziel ist, die Inhalte unserer Bilderbücher mit Kindern und Gehörlosen als Darsteller der breiten Öffentlichkeit als erweitertes Rollenspiel mit rhythmischer Begleitung in Kindertheatern zu präsentieren. Dazu haben wir schon erste Kontakte mit Professionisten geknüpft.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?

Als Lehrkraft in der Grundschule ist es mir besonders wichtig, neben den allgemein zu vermittelnden Kompetenzen meinen mir anvertrauten Kindern auch eine gewisse Herzensbildung angedeihen zu lassen. Unsere gemeinsam umgesetzten Projekte sind meiner Meinung nach das Wertvollste, was ich meinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern auf Ihrem weiteren Lebensweg mitgeben konnte! Als geistiger Vater unserer Projektreihe habe ich noch viele Ideen, die ich gemeinsam mit dem Leiter der Lebenswelt Pinsdorf, Herrn Roland Hierzer, unseren Vereinsvorstandsmitgliedern und zahlreichen anderen Helferinnen und Helfern umsetzen möchte. Wir sind ein tolles Team und inzwischen natürlich auch „Freunde für immer”!


Das Projekt

Die Einrichtung des Konventhospitals der Barmherzigen Brüder für gehörlose und taubblinde Menschen „Lebenswelt Pinsdorf“ möchte gemeinsam mit der Volksschule Pinsdorf Gebärdensprachkurse an der Volksschule anbieten, um die Inklusion von Gehörlosen im Ort zu ermöglichen. Es wurde die Idee geboren, gemeinsam ein Bilderbuch in Schrift- und Gebärdensprache zu gestalten, indem ein hörendes und ein gehörloses Fantasiewesen gemeinsam ein packendes Abenteuer erleben. Als Herausgeber fungiert der dafür gegründete Verein Lesewelt Pinsdorf.

Das Projekt möchte eine Kooperation zwischen der Lebenswelt Pinsdorf und der Volksschule Pinsdorf herstellen. Ebenfalls soll die Kommunikationskompetenz der Schülerinnen und Schüler mit gehörlosen Menschen, sowie Lese- und Sprachkompetenz gefördert werden. Im Großen und Ganzen steht die Inklusion von gehörlosen Menschen mit Beeinträchtigung in Pinsdorf im Mittelpunkt.

Die Begünstigten des Projekts sind die Kinder der Volksschule Pinsdorf (derzeit 161 Schülerinnen und Schüler), die Gehörlosen der Lebenswelt Pinsdorf (derzeit ca. 30 Personen) und die Schulanfängerinnen und -anfänger des Kindergartens (derzeit ca. 30 Kinder).

Der Verein ist gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet. Das Projekt finanziert sich durch die Erträgnisse des Buchverkaufs, stete Organisation und Abhaltung von Gebärdensprachkursen sowie Spenden der regionalen Wirtschaftstreibenden und Privatpersonen.

Es besteht der Wunsch die Kooperation zwischen der Volksschule, der Lebenswelt und dem Kindergarten in Form von weiteren Projekten zu vertiefen. Ebenfalls ist die Gestaltung einer großen Tafel, die die Entstehung und Bedeutung des Freundewegs erklären soll in Planung.

Kundinnen und Kundin als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich gerne an dem Projekt beteiligen. Beispielsweise durch Sponsoring von Sitzgelegenheiten bzw. der Schaffung eines kleinen Auditoriums im Bereich des Freundewegs.