Eingereicht von: Martin Samonig
Projektstart: 2016
Kategorie: Integration/Migration
Webseite: http://lebenshilfen-sd.at/arbeiten/arbeiten_in_werkstaetten/forschungsbuero_menschenrechte


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Interview mit Martin Samonig, MBA/MAS

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises 2017 in der Steiermark“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?

Es ist ein großartiges Gefühl, diesen attraktiven Preis zu gewinnen. Ich habe mich sehr gefreut, weil es eine Bestätigung der Idee und der Aufbauarbeit für unser noch junges Projekt ist.

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?

Der Stand des Votings wurde natürlich seit dessen Beginn regelmäßig gecheckt und mit Spannung verfolgt. Ich bin glücklich, dass so viele Personen dem Aufruf, für unser Projekt zu voten, gefolgt sind.

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was das Besondere an ihrem Projekt ausmacht?

Das Außergewöhnliche an dem Projekt Forschungsbüro Menschenrechte liegt darin, dass Menschen mit Behinderungen als selbst Betroffene zu den Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen und ihren Möglichkeiten zur Verbesserung forschen. Der partizipative Ansatz ermöglicht die unmittelbare Einbeziehung jener Personen, um die es geht und rückt konkrete Fragen der Gestaltung des Alltags und der Lebensbewältigung in den Mittelpunkt. Durch die Forschungsergebnisse wird ein gesellschaftspolitischer Beitrag gegen die Diskriminierung und für die Einbindung von Menschen mit Behinderungen in politische Entscheidungsprozesse geleistet.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?

Mit dem Preisgeld werden die Ergebnisse der Forschungsarbeiten in einer guten Qualität aufbereitet und der Öffentlichkeit präsentiert.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?

Es geht aus meiner Sicht im Kern darum, durch innovative Projekte eine Verbesserung der Lebenssituation von Menschen zu erreichen, Benachteiligungen zu reduzieren und Bausteine für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft zu entwickeln.


Das Projekt

Das Forschungsbüro Menschenrechte der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH behandelt Themen zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen auf Basis eines partizipativen Forschungsansatzes. Der Kern des Aufgabengebiets besteht darin, an Hand der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen Grundlagenforschung für die Verwirklichung dieser Rechte zu leisten. Der partizipative Ansatz – Menschen mit Behinderungen forschen zu Themen der Behinderung – ermöglicht die unmittelbare Einbeziehung jener Personen, um die es geht und rückt konkrete Fragen der Gestaltung des Alltags und der Lebensbewältigung in den Mittelpunkt. Die Forschungsergebnisse liefern Anregungen zu einer gesellschaftlichen Verbesserung der Lebens-situation von Menschen mit Behinderungen.

Die Projektidee, dass Menschen mit Behinderungen zu Themen der Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen forschen, ist innovativ und einzigartig in der Steiermark. Es wird ein herausfordernder und professioneller Arbeitsbereich zur Verfügung gestellt, in dem Menschen mit Behinderungen ihre persönlichen und intellektuellen Potentiale voll ausschöpfen und weiterentwickeln können. Durch die Arbeit im Forschungsbüro wird ein gesellschaftspolitischer Beitrag gegen die Diskriminierung und für die Einbindung in politische Entscheidungsprozesse von Menschen mit Behinderungen geleistet. Konkret profitie-ren derzeit 4 Personen von diesem Angebot. Die Zahl soll jedoch weiter ausgebaut werden.

Der Bank Austria Sozialpreis gibt die Möglichkeit, ein tolles Projekt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Zudem wäre die Zuerkennung eines Preises ein hohes Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für die handelnden Personen. Das Geld würde Verwendung finden, um Forschungsergebnisse professionell aufbereiten und präsentieren zu können. Das Geld würde zur Fortführung bzw. Absicherung des Projekts verwendet werden.

Das Projekt ist ausgelegt auf die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Partnerinnen und Partnern, die sich aktiv an dem Projekt beteiligen können: Kunden-Vertretung der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH, Universitäten (z.B. Rechtswissenschaftliche Fakultät Universität Graz, Arbeitsbereich Integrationspädagogik Uni Graz, Forschungszentrum Menschenrechte Universität Wien), einschlägige Institutionen und Vereine (z.B. Friedensbüro Graz, Monitoring-Stelle, Österreichischer Integrationsfond, European Training Center for Human Rights and Democracy), politische Vertretungen (Behindertensprecherinnen und Be-hindertensprecher, Behindertenbeauftragte Personen etc.), Ausbildungszentren und Schulen (z.B. Aus-bildungszentrum für Sozialberufe) usw.. So könnten sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank Austria aktiv beteiligen.